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Tauschbörsen

19.06.2009

Vorsicht vor kostenloser Musik aus dem Netz

Wer Musik oder Filme aus dem Internet herunterlädt, sollte sich auf legale Quellen beschränken. Ansonsten kann der Spaß teuer werden.

Eine Amerikanerin wurde zu einer Millionenstrafe verurteilt, weil sie Musikdateien illegal herunter. Auch in der Region häufen sich die Fälle, in denen Nutzer abgemahnt wurden. Von Tobias Schaumann

Augsburg/Minneapolis Musik im Internet zu tauschen kann teuer werden - wie teuer, zeigt ein spektakulärer Prozess in den USA. Dort wurde eine 32-Jährige zur Zahlung von 1,9 Millionen Dollar (1,38 Millionen Euro) verurteilt. Das Gericht befand die Frau für schuldig, Musikdateien illegal heruntergeladen und weiterverbreitet zu haben.

Die klagenden Plattenfirmen hatten der Frau vorgeworfen, auf einem öffentlich zugänglichen Ordner ihrer Festplatte 1700 urheberrechtlich geschützte Songs angeboten zu haben. Konkret verhandelt wurden 24 Titel. Da es sich um Tophits angesagter Künstler handelte, wurde jeder einzelne Verstoß mit einer Strafe von 80 000 Dollar belegt. Die Frau will in Berufung gehen.

Experten nehmen das Urteil zum Anlass, vor kostenlosen Tauschbörsen zu warnen. "Da wird man erwischt", sagt der auf Urheberrecht spezialisierte Anwalt Andreas Kohn von der Kanzlei Hoppert Hannemann & Kollegen (Augsburg). Seine Botschaft: "Tauschbörsen sind immer illegal." Auch in unserer Region häuften sich in den vergangenen Monaten Fälle, in denen Nutzer abgemahnt wurden. Kohn: "Seit Neuestem bieten viele Plattenfirmen an, die Verfahren gegen eine Zahlung von 400 bis 850 Euro einzustellen." Oft seien Mandanten gut beraten, dies zu akzeptieren. Downloads sind nachweisbar - und herausreden kann man sich schlecht.

Die Piraterie im Netz nimmt für die Musikindustrie inzwischen bedrohliche Ausmaße an. So wurde am Freitag völlig überraschend die Musikmesse Popkomm, die ab 18. September in Berlin stattfinden sollte, abgesagt. "Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen", sagte der Messegründer und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny.

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