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Fasching

20.02.2020

Weiberfastnacht 2020: Bedeutung, Traditionen, Datum - die Infos

Schöner Brauch oder Sachbeschädigung? Auch an Weiberfastnacht 2020 sollten Berufstätige nachfragen, bevor sie mit der Schere auf die Krawatte eines Kollegen losgehen.
Bild: Andrea Warnecke, dpa (Symbolbild)

Der Weiberfastnacht 2020 heute hat viele Namen - zum Beispiel Lumpiger Donnerstag, Gumpiger Donnerstag oder Schmutziger Donnerstag. Hier gibt es die Infos zu Bedeutung und Traditionen.

An Weiberfastnacht 2020 haben die Frauen die (Karnevals)-Macht haben - und dürfen als Symbol dafür den Männern die Krawatten abschneiden. Mit dem Weiberfasching geht der Karneval für die meisten Narren erst richtig los. Sie feiern nicht mehr nur in Veranstaltungen wie Karnevalssitzungen, sondern eben auch auf den Straßen.

Weiberfastnacht 2020: Datum, Namen, Traditionen

Ob Lumpiger Donnerstag, Gumpiger Donnerstag, Schmutziger oder Schmotziger Donnerstag - allein in Schwaben gibt es mehrere Begriffe für den Donnerstag vor Aschermittwoch. 2020 fällt er auf den heutigen 20. Februar.  Deutschlandweit sind es sogar noch mehr: Aus dem Rheinland stammt der Begriff Weiberfasching, auf Kölsch heißt der Tag "Wieverfastelovend". Im Aachener Raum feiert man den Fettdonnerstag und in Koblenz den Schwerdonnerstag.

Doch nicht nur die Namen variiern von Ort zu Ort, sondern auch die Traditionen. Im Rheinland beispielsweise werden Männer nach dem sogenannten "Krawattenraub" stets mit einem Küsschen auf die Wange entschädigt.

Weiberfastnacht 2020: Bedeutung, Traditionen, Datum - die Infos

Doch woher kommt der Brauch der Weiberfastnacht überhaupt? Und was hat das alles mit Frauen zu tun?

Bedeutung von Weiberfastnacht: Tanzende Nonnen aus dem 18. Jahrhundert etablieren den Tag

Die ersten Frauen, die es sich während des Faschings besonders gut gehen ließen, lebten tatsächlich in Klöstern. Im 18. Jahrhundert sollen Nonnen und Stiftsfrauen zur fünften Jahreszeit alles genossen haben, was ihnen verboten war: Es gab Tee, Kaffee, Wein und Schokolade, die Damen spielten Karten- und Glücksspiele und tanzten gemeinsam durch die Nacht.

Der moderne Weiberfasching hat seinen Ursprung aber im 19. Jahrhundert im Bonner Stadtteil Beuel. Dort arbeiteten die Wäscherinnen Tag für Tag 16 Stunden lang. Aufgabe der Männer war, die saubere Wäsche zurück nach Köln zu bringen. Und dort ließen sie es sich nicht nehmen, ausgelassen Karneval zu feiern.

Die Wäscherinnen hatten es scheinbar satt, zu kurz zu kommen. Sie gründeten das „Beueler Damenkomitee“ und statt zu arbeiten, trafen sie sich eines Abends in einer Kneipe - um über die faulen Männer zu lästern. Sie redeten sich laut Döring ihren Frust von der Seele: Für ihre harte Arbeit sollen sie nämlich nur wenig Anerkennung bekommen haben.

Nur einmal im Jahr - nämlich am Donnerstag vor Aschermittwoch, sollen die Wäscherinnen so ihren Unmut zum Ausdruck gebracht haben. So legten sie sogar einen Meilenstein auf dem Weg zu Emanzipation in Beuel. Ihre mutige Aktion wirkt bis heute nach: In dem Bonner Stadtteil wird bis heute jedes Jahr eine Wäscherprinzessin gekürt, und ein Festumzug zieht durch den Ort.

Die Idee, Frauen an einem Tag im Fasching das Regiment zu überlassen ist jedoch schon viel älter. Bereits im Mittelalter, in einer Zeit, in der die Frau dem Mann generell unterstellt war, wurden Frauen bereits vereinzelt an Fasching von Herrschaften eingeladen um Wein zu trinken. Auch aus diesem sogenannten Weiberzechen entwickelte sich so mancherorts die Weiberfastnacht.

Traditionen: Warum werden an Weiberfastnacht 2020 Krawatten abgeschnitten?

1957 wurde in Beuel das erste Mal das Rathaus gestürmt. Dieser Brauch verbreitete sich über die Jahre in Rest-Deutschland. In Kempten im Allgäu etwa, wird das Rathaus seit 1998 am "gumpigen Donnerstag" gestürmt. Dabei schnappen sich die Narren Schlüssel und Amtskette des Bürgermeisters und übernehmen bis Aschermittwoch die Macht in der Stadt.

Im gesamten Rheinland gilt Weiberfastnacht als inoffizieller Feiertag, vielerorts wird ab mittags nicht mehr gearbeitet. Krawatten werden an diesem Tag übrigens abgeschnitten, um den Rangunterschied - beispielsweise zwischen Chef und Angestellten - aufzuheben. Manche behaupten auch, es sei eine Art symbolischer Kastration.

Aber Vorsicht: Das Abschneiden der Krawatte ist zwar vielerorts traditioneller Teil der Weiberfastnacht. Allerdings ist es juristisch gesehen auch eine Sachbeschädigung. Juristisch müssen die Närrinen also eigentlich schon nachfragen, ob sie die Krawatte abschneiden dürfen. (AZ, dpa)

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