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Tatort-Kritik

06.01.2019

"Weiter, immer weiter": Der Köln-Tatort heute im Schnellcheck

Szene aus dem Tatort "Weiter, immer weiter": Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) befragen den Polizisten und Augenzeugen Frank Lorenz.
Bild: Martin Valentin Menke, WDR

Der Tatort heute aus Köln stellt auf eindrucksvolle Weise einen im Dienst aufgeriebenen Polizisten in den Fokus. Lohnt sich "Weiter, immer weiter"? Die Kritik.

  • "Weiter, immer weiter" heißt der neue Tatort aus Köln, der am Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten läuft.
  • Regisseur Sebastian Ko inszeniert den Tatort als atmosphärisch dichten Psychokrimi.  
  • In unserem Schnellcheck bekommen Sie alle Infos zu Handlung, Kritik und Darstellern.

Handlung: Der Tatort heute aus Köln im Schnellcheck

Es ist eine nächtliche Verkehrskontrolle mit weitreichenden Folgen. Als der Polizist Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker) den jungen Mann auffordert, aus seinem Auto auszusteigen, sieht der nur noch einen Ausweg: Pascal Pohl (Wolf Danny Homann) flieht. Er rennt auf die nahen Bahngleise.

Nur wenige Sekunden später ist er tot – überfahren von einer Straßenbahn. Doch was auf den ersten Moment aussieht wie ein tragischer Unfall, weitet sich aus zu einem undurchsichtigen Rachefeldzug. Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) stehen vor einem bewegendem Fall.

Kritik: Lohnt es sich, beim Tatort "Weiter, immer weiter" heute einzuschalten?

Wer kurz vor Weihnachten „Damian“, den Tatort aus dem Schwarzwald, gesehen hat, wird sich am Kopf kratzen. Weil sich am dunklen Kölner Nachthimmel in „Weiter, immer weiter“ Gemeinsamkeiten der Grundidee des Krimis aus dem finsteren Forst förmlich aufdrängen. Dazu später mehr.

Erst einmal wirft eine nächtliche Verkehrskontrolle Fragen auf. Als der Streifenpolizist Frank Lorenz einen jungen Mann bittet, auszusteigen, sieht der nur einen Ausweg: die Flucht. Dabei gerät der Mann auf die Straßenbahngleise und wird überfahren. Was zunächst wie ein tragischer Unfall anmutet, bekommt eine ganz andere Dimension.

Unfall oder Mord? Pascal Pohl starb kurz nach dem Zusammenprall mit der Straßenbahn.
Bild: Martin Valentin Menke, WDR

Der überforderte Polizist vermutet, dass der junge Drogendealer von der Russenmafia verfolgt wurde. Der einzige Kollege, der ihn ernst nimmt, ist Schenk, der Lorenz noch von der Polizeischule her kennt. Der ist die sprichwörtlich arme Sau: degradiert, Überstunden, dass es kracht, ein Opfer des Personalnotstandes. Das „Weiter, immer weiter“ der Vorgesetzten wird Lorenz zum Mantra.

Das Finale, obwohl es nicht überraschend daherkommt, ist spektakulär. Allerdings spielen Leid und Wut bei den Charakteren eine zu große Rolle. Wenn etwa Mirko Pohl um seinen toten Bruder trauert, wirkt er etwas verwirrt. Und Roeland Wiesnekker, der als Frank Lorenz die Szenerie eindrucksvoll dominiert, trägt ein bisschen dick auf. Und warum müssen das Spiel mit Identitätssuche und die Unsicherheit innerhalb der Polizei an „Damian“ erinnern?

Polizist Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker) steht im Zentrum des neuen Tatorts aus Köln.
Bild: Martin Valentin Menke, WDR

Es sieht aus, als ob die einzelnen Tatort-Redaktionen selbstgefällig vor sich hin tüfteln. Da steht dann nicht die regionale Handschrift im Vordergrund, sondern die Eitelkeit. Der Stammseher merkt das und fragt: Sprechen die Sender denn nicht miteinander?

Tatort heute: Vorschau, Stream und ganze Folgen in der ARD-Mediathek

Das Erste zeigt alle Tatort-Folgen parallel zur TV-Ausstrahlung am Sonntag auch als Live-Stream in der ARD-Mediathek (zur Mediathek). Die Folgen sind dort im Anschluss über mehrere Wochen abrufbar - aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr. Ein Vorschau zu jedem neuen Fall postet das Erste zudem immer auch auf der Tatort-Facebook-Seite.

 

Darsteller: Ballauf und Schenk sind das Tatort-Team in Köln

Klaus J. Behrendt als Max Ballauf und Dietmar Bär (Freddy Schenk) sind Kult. In über 70 Tatort-Folgen waren die Kölner Kommissare seit 1997 schon zu sehen. Damit zählen sie zu den dienstältesten Ermittlern im Ersten. Davor waren sie bereits in Nebenrollen in anderen Tatort-Filmen zu sehen, unter anderem im Klassiker Schimanski.

Der Tatort lockt Sonntag für Sonntag Millionen vor den Fernseher. Aber wer ermittelt eigentlich wo? Diese  Kommissare bzw. Teams sind derzeit im TV-Einsatz.
23 Bilder
Tatort-Kommissare: Wer ermittelt wo?
Bild: Daniel Winkler, ARD Degeto/SRF

Das Duo ist ein recht ungleiches - nicht nur optisch. Ballauf kommt nach einer Spezialausbildung bei der Drogenfahndung in Florida auf unrühmlichem Weg nach Köln. Nachdem in den USA bei einem Einsatz seine Freundin stirbt und er betrunken am Steuer erwischt wird, wird er ausgewiesen. In der Rhein-Metropole schnappt er Schenk die Stelle als Leiter der Mordkommission weg - kein guter Start für beide. Ballauf ist Single, war aber schon verheiratet. Seine Frau hat ihn mit den zwei gemeinsamen Kindern verlassen. In Köln wird der einstige Sunnyboy ruhiger und gesetzter, durchaus auch kritischer - sowohl im Privatleben als auch im Beruf.

Freddy Schenk kann man hingegen als Familienmensch, fast schon als Spießer bezeichnen. Der bullige Hauptkommissar mit Vorliebe für Anzüge und Turnschuhe ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist ein cleverer Ermittler mit großem Herz, den seine Fälle oft nicht kalt lassen.

Sendetermine: Das sind die kommenden Tatort-Folgen am Sonntag

  • 13. Januar: "Tatort: Wahre Lügen" (Wien)
  • 20. Januar: "Tatort: Zorn" (Dortmund)
  • 27. Januar: "Tatort: Der Pakt" (Saarbrücken)
  • 03. Februar: "Tatort: Das verschwundene Kind" (Hannover)
  • 10. Februar: "Polizeiruf 110: Zehn Rosen" (Magdeburg)
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