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Coronavirus

27.06.2020

Welche Corona-Tests es gibt, wie sie ablaufen und was sie kosten

Corona-Tests werden aus dem Mund-Rachen-Raum entnommen und kommen dann ins Labor.
Bild: Sven Hoppe, dpa

Es gibt zwei Arten, sich auf das Coronavirus testen zu lassen: Labortests und Antikörpertests. Hier gibt es alle Informationen zu Ablauf, Sicherheit und Kosten.

Habe ich Corona? Oder hatte ich es schon? Wie finde ich das heraus und wie viel kostet mich ein Test? Diese Fragen stellen sich viele Deutsche gerade. Ein Überblick über die Tests, ihren Ablauf und die anfallenden Kosten.

Welche Corona-Tests gibt es?

Labortests Die klassischen Labortests basieren auf der sogenannten Polymerasekettenreaktion, kurz PCR, mit der das Erbgut des Virus nachgewiesen werden kann. Normalerweise läuft dieser Prozess in mehreren Schritten ab, deshalb wird er auch im Labor durchgeführt. Die Labortests haben das Ziel, eine Infektion zu diagnostizieren, um anschließend den Erkrankten zu isolieren und ihm zu helfen.

 

Welche Corona-Tests es gibt, wie sie ablaufen und was sie kosten

Antikörpertests Einen anderen Ansatz verfolgen die sogenannten Antikörper-Tests. Sie erfassen nicht das Virus selbst, sondern die Reaktion des Immunsystems auf den Erreger. Dieses beginnt zu arbeiten, wenn das Virus in den Körper eindringt und bildet nach ein paar Tagen Antikörper. Diese sind ein Teil der Abwehr und im Blut gut nachweisbar.

Wie laufen Corona-Tests für Patienten ab?

Labortests Labortests funktionieren über Abstriche aus dem Mund-Rachen-Raum. Dabei wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Grundsätzlich können sich Menschen an unterschiedlichen Orten testen lassen, dazu zählen Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichtete Testzentren. Im Verdachtsfall sollte man sich erst telefonisch melden und nicht einfach eine Arztpraxis oder Klinik aufsuchen. Der reine Labornachweis dauert zwischen vier und fünf Stunden. Der gesamte Prozess dauert länger: Von der Probenentnahme bis zu den vorliegenden Ergebnissen vergehen insgesamt meist zwischen 24 und 48 Stunden.

 

Antikörpertests Die Antikörpertests laufen folgendermaßen ab: Dem Patienten wird Blut entnommen. Die Probe wird in ein Labor geschickt, um sie zu analysieren. Über ein zugegebenes Mittel sollen Antikörper sichtbar gemacht werden.

Was kosten Corona-Tests für gesetzlich Versicherte und Privatversicherte?

Labortests Gesetzlich Versicherte haben keinen grundsätzlichen Anspruch auf einen für sie kostenlosen Corona-Test. Die Entscheidung, ob der Test durchgeführt wird, trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Robert-Koch-Institus (RKI). Getestet werden nach Angaben des RKI Betroffene, die zur Gruppe der begründeten Verdachtsfälle zählen. Bei Krankheitssymptomen soll der Test nur durchgeführt werden, wenn diese konkret auf eine Corona-Erkrankung hinweisen.

Am 9. Juni 2020 hat das Bundesgesundheitsministerium zudem eine die Rechtsverordnung zur Finanzierung der Coronavirus-Tests durch die gesetzlichen Krankenkassen veröffentlicht. Danach müssen auch die Kosten für Tests zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus, die vom öffentlichen Gesundheitsdienst angeordnet und durchgeführt werden, von der Krankenversicherung übernommen werden. Dies gilt für gesetzlich Versicherte und Privatversicherte.

 

Wer sich freiwillig testen lässt, muss mit Kosten von 150 bis 300 Euro rechnen. Die häufig kursierenden rund 50 Euro betreffen nur die Summe für die Laboruntersuchung. Reihentests von Personen ohne Symptome können dagegen die zuständigen Gesundheitsämter veranlassen, beispielsweise in Schulen, in denen ein Fall aufgetreten ist oder in Pflegeheimen. Sie sind für die getesteten Personen kostenlos.

Privatversicherte finden in ihren Versicherungsbedingungen meist keine konkrete Information zu Infektionstests. Die privaten Krankenversicherungen zahlen grundsätzlich aber auch nur alles, was medizinisch notwendig ist. Im Fall der Corona-Tests bedeutet das: Ist im Umfeld eines potenziell Betroffenen jemand infiziert oder war man in einem Risikogebiet und hat Symptome, liegt ein begründeter Verdachtsfall vor. Wer einen Test ohne begründeten Anlass machen lässt, muss genau wie gesetztlich Versicherte tief in die Tasche greifen. Auch hier liegt der Kostenpunkt bei 150 bis 300 Euro.

Antikörpertests Bei Antikörpertests gilt folgende Regelung: Sie sind über die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich erstattungsfähig. Die Krankenkassen kommen nur für den Antikörpertest auf, wenn ihn ein Arzt anordnet. Untersucht werden in der Regel Patienten, die bereits Symptome von Covid-19 gezeigt haben, aber nicht darauf getestet wurden. Etwa ab der dritten Woche nach den ersten Symptomen kann ein solcher Test durchgeführt werden. Ein freiwilliger Test auf eigene Kosten ist möglich und kostet in der Regel zwischen 40 und 60 Euro. Die Aussagekraft der Antikörpertests scheint begrenzt zu sein: Inwiefern Antikörper gegen das Coronavirus eine Immunität bedeuten, ist nämlich nicht abschließend nachgewiesen.

Gibt es auch Corona-Selbsttests und was taugen sie?

Im Internet gibt es verschiedene Corona-Tests zu kaufen. Versicherer warnen vor ihnen. Die zahlreichen Anbieter wollen mit nicht zuverlässigen Tests schnelles Geld verdienen, heißt es. Über die Zuverlässigkeit solcher Selbsttests ist nichts bekannt.

 

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