Das Wochenende war wie angekündigt nass und kühl. Die Höchstwerte lagen am Samstag vielfach unter zehn Grad und dazu gab es 20 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Allergiker hat es gefreut, denn durch den Regen wurden die Pollen aus der Luft gespült. Aber auch die Landwirte und Gärtner konnten aufatmen, denn bisher waren März und April viel zu trocken. Doch wie geht es im Mai weiter? Müssen wir noch mal mit Frost rechnen? Wie wird das Wetter zum kommenden 1. Mai? Dazu weiß Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net die Antworten:
Wie wird das Wetter am Maifeiertag – kann man Ausflüge planen?
Nachdem es in den letzten beiden Wochen das schöne Wetter immer unter der Woche gab und es pünktlich zum Wochenende nass und kühl wurde, dürfen wir uns nun zum 1. Mai glücklich schätzen. Die aktuellen Berechnungen gehen von einem sehr freundlichen Maifeiertag aus. Demnach scheint von Nord- bis Süddeutschland vielfach die Sonne vom Himmel. Zwar ziehen ab und zu auch ein paar Wolken vorüber, Regenschauer sind jedoch kaum zu erwarten. Damit steht einem Maiausflug zu Fuß, mit dem Rad oder dem Autos nichts im Weg. Die Höchstwerte erreichen im Norden 12 bis 16 Grad, südlich des Mains werden 16 bis 20 Grad erwartet.
Was sagt der Langfristtrend zum restlichen Mai?
Zunächst mal: Was sind überhaupt die Eisheiligen? Die Eisheiligen sind Gedenktage von Heiligen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie. Sie liegen im heutigen Kalender zwischen dem 11. und 15. Mai. Vielleicht hat der ein oder andere schon mal die Bauernregel "Pflanze nie vor der kalten Sophie" gehört? Diese Regel sagt eigentlich am deutlichsten, worum es hier geht – nämlich um späte Nachfröste. Man soll keine frostempfindlichen Pflanzen vor der kalten Sophie im Garten anpflanzen.
Die Eisheiligen sind eine sogenannte meteorologische Singularität. Oftmals ist es so, dass man um diesen Zeitraum herum noch mal mit Kaltlufteinbrüchen aus Norden rechnen muss, die dann zu Nachtfrösten führen, die unter Umständen für Natur und Landwirtschaft schadensträchtig ausfallen können. Späte Fröste können schwere Schäden an den jungen Pflanzentrieben zur Folge haben. Im Jahr 2011 gab es beispielsweise durch Spätfröste bis minus sieben Grad in den rheinhessischen Weinberge schwere Schäden an den Weinstöcken. Ärzte warnen vor hoher Pollenbelastung
Müssen wir dieses Jahr wieder die Eisheiligen fürchten?
Allerdings gilt es noch ein kleines wichtiges Detail zu beachten: Es gab im Jahr 1582 die gregorianische Kalenderreform. Dadurch hat sich alles um 11 bis 12 Tage verschoben. Nach dem alten Kalender wären die Eisheiligen also heutzutage erst zwischen dem 23. und 27. Mai dran. Tatsächlich haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass Tage mit kalter Nord- bzw. Nordostwetterlage vom 21. bis 23. Mai, also 9 Tage nach den Eisheiligen, wetterstatistisch am häufigsten auftreten.
Insgesamt sehen die Langfristtrends einen überwiegend warmen Wonnemonat. Die Eisheiligen sind derzeit (noch) nicht in Sicht. In der ersten Maihälfte liegen die Temperaturen meist durchweg am Tag zwischen 13 und 23, 24 Grad. Die tieferen Werte sind dabei an der Nord- und Ostsee zu erwarten. Hier muss sich das Meerwasser erstmal vom langen Winter erholen und wieder aufwärmen, so Wetter-Experte Dominik Jung. AZ