Newsticker

Staatsregierung mahnt: Corona-Regeln gelten auch für Nikolaus
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Wie gefährlich ist Tollwut wirklich?

Nachlese "Tatort"

07.02.2018

Wie gefährlich ist Tollwut wirklich?

Außerhalb Europas ist die Tollwut auch bei Haustieren noch weit verbreitet. Hier wird ein junger Straßenhund in Indonesien gegen die Krankheit geimpft.
2 Bilder
Außerhalb Europas ist die Tollwut auch bei Haustieren noch weit verbreitet. Hier wird ein junger Straßenhund in Indonesien gegen die Krankheit geimpft.
Bild: Made Nagi (dpa)

Im Dortmunder "Tatort" spielte die Tollwut eine wesentliche Rolle. Aber wie gefährlich ist diese Krankheit wirklich? Was sind die Symptome? Hier ein Überblick.

An der Tollwut sterben jährlich rund 59.000 Menschen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Im "Tatort" am Sonntag wurde die Krankheit in ein Gefängnis geschleust, um einem Gefangenen die Flucht zu ermöglichen. Aber was ist das für eine Krankheit? Wie hoch ist die Gefahr, sich in Deutschland an Tollwut anzustecken?

Tollwut - was ist das?

Tollwut ist eine akut verlaufende Infektionskrankheit. Sie wird durch Viren übertragen und ist gekennzeichnet durch Bewusstseinsstörungen, Wesensveränderungen und Lähmungserscheinungen.

Nach dem Auftreten der klinischen Symptome endet die Tollwut in der Regel tödlich. Der Tod tritt in der Regel im Koma und unter den Zeichen der Atemlähmung oder auch Lähmung der Herzmuskulatur ein, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Tod liegen demnach meist nur wenige Tage.

Wie wird die Infektions-Krankheit übertragen?

Tollwut wird vor allem über den Speichel übertragen. Laut RKI vermehrt sich das Virus bei einem infizierten Tier am Ende der Inkubationszeit im Zentralen Nervensystem und wird massenhaft über den Speichel ausgeschieden. Auf den Menschen überträgt sich das Virus in den meisten Fällen durch einen Biss - hauptsächlich durch infizierte Hunde. Aber auch Hautverletzungen oder der direkte Kontakt des infizierten Speichels mit der Schleimhaut können laut Robert Koch Institut zu einer Infizierung führen. Eine Übertragung von Mensch-zu-Mensch ist bei der Tollwut ebenfalls möglich.

Gibt es auch für Menschen eine Tollwut-Impfung?

Es gibt eine vorbeugende Impfung gegen Tollwut. Die besteht aus mehreren Injektionen an verschiedenen Tagen und muss dann alle zwei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Tollwut in Deutschland?

Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, ist die Tollwut wegen der oralen Immunisierung der Füchse, die bis zum Frühjahr 2008 durchgeführt wurde, in Deutschland nicht mehr verbreitet. Einen letzten Fall gab es demnach im Februar 2006 in der Nähe von Mainz. Der letzte Tollwutfall bei einem Menschen in Deutschland trat 2007 auf: Ein Mann war in Marokko von einem streunenden Hund gebissen worden.

Wo tritt die Tollwut auf?

Wie Deutschland sind laut RKI auch andere europäische Länder tollwutfrei. So zum Beispiel die Niederlande, Frankreich, Italien oder Finnland. Tollwut kommt aber auch weiterhin in weiten Teilen der Welt vor. So sterben zum Beispiel allein in Indien jährlich etwa 18.000 bis 20.000 Menschen an der Krankheit.

Könnte die Tollwut in Deutschland oder Bayern wieder auftreten?

Als Haupt-Risikofaktor hierfür gilt laut LGL derzeit der Import von "als Haustiere gehaltenen Fleischfressern". So war es auch bei den beiden letzten Tollwut-Fällen in Bayern: 2010 kam ein tollwütiger Hund aus Bosnien-Herzegowina und 2013 einer aus Marokko. Um eine Wieder-Einschleppung zu verhindern, werden Reisen mit Haustieren deshalb nach eigenen gesetzlichen Vorschriften überwacht.

Was muss ich unternehmen, wenn ich gebissen wurde?

Wird man zum Beispiel auf einer Reise von einem möglicherweise tollwütigen Tier gebissen, rät das RKI, die Wunde sofort ausgiebig mit Wasser und einer Seifenlösung zu reinigen. Die Wunde nähen sollte man dagegen nicht. Nach der Reinigung der Bissverletzung sollte eine Tollwut-Schutzimpfung gespritzt werden und einmalig mit der ersten Impfung simultan Tollwut-Immunglobulin verabreicht werden. Auch dabei gilt: Je früher gehandelt wird, desto höher die Schutzrate. Impfungen, die länger als 24 Stunden nach dem Biss begonnen werden, sind demnach weniger erfolgversprechend.

Welche Symptome sind für die Tollwut typisch?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit nennt als Symptome der Tollwut Bewusstseinsstörungen, erhöhte Erregbarkeit und Lähmungserscheinungen, die letztlich zum Tod führen. Laut RKI treten zu Beginn der Krankheit außerdem uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit auf.

Ist die Tollwut bei uns meldepflichtig?

Tollwut gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten. Sowohl die Krankheit, als auch der Verdacht und der Tod an Tollwut muss dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden. (AZ)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren