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Beruf

07.12.2020

Wie sich die Geburtsreihenfolge von Kindern auf die Karriere auswirkt

Erstgeborene Kinder haben den Ruf, intelligenter und besser in der Schule zu sein.
Bild: Ken Liu, dpa

Sind jüngere Geschwister kreativer als Erstgeborene? Schreibt das älteste Kind bessere Noten? Eine Langzeitstudie liefert jetzt neue Erkenntnisse.

Die ältere Schwester Ärztin, der jüngere Bruder Fotograf. Bisher war es die vorherrschende Meinung, dass Erstgeborene vorzugsweise wissenschaftliche Berufe ergreifen, jüngere Geschwister eher kreative Karrieren anstreben.

Hinter dieser These stehen zwei Theorien. Einerseits: Erstgeborene Kinder haben den Ruf, intelligenter und besser in der Schule zu sein. Demnach würden sie eher wissenschaftliche Karrieren verfolgen. Die zweite Theorie: Kinder, die später geboren werden, versuchen eher Nischen zu finden, die noch nicht vom erstgeborenen Kind besetzt sind. Sie gehen letztlich mehr Risiken ein.

Die Idee, dass später geborene Kinder unbesetzte Nischen suchen, konnte nicht nachgewiesen werden

Eine Studie der Universitäten von Houston und Tübingen zeigt jetzt: Die Reihenfolge der Geburt hat wohl weniger Einfluss auf die Karriere als bisher angenommen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im European Journal of Personality.

Die Forscher haben in einer Längsschnittstudie den Lebenslauf von 3763 Amerikanern über 50 Jahre begleitet und analysiert. Das Ergebnis: Die Idee, dass ältere Kinder eher Erfolg in der Schule haben, konnten die Forscher nachweisen. Allerdings nur in begrenztem Umfang. Die Idee, dass später geborene Kinder unbesetzte Nischen suchen, konnte jedoch nicht bewiesen werden.

Eltern sollten nicht überrascht sein, wenn die Erstgeborene Künstlerin werden möchte

Unter den Probanden der Studie waren es sogar eher die Erstgeborenen, die kreative Berufe ergriffen. "In der Praxis gibt es hier kaum Anhaltspunkte dafür, dass Erst- oder Spätergeborene für bestimmte Karrieren bestimmt sind. Daher sollten Eltern nicht überrascht sein, wenn ihre Erstgeborene Künstlerin werden möchte“, sagte Rodica Damian, Autorin der Studie.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die Rolle der Geburtsordnung für Karrieretypen, berufliche Kreativität und das Erreichen von sozialem Status in früheren Studien möglicherweise überschätzt wurde. Wir haben festgestellt, dass Erstgeborene sich für kreativere Karrieren entschieden und ein höheres Ansehen und eine höhere Ausbildung erreicht haben“, sagte Damian.

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