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Wikileaks-Gründer Julian Assange: Der Hacker und seine Autobiographie, die gar nicht seine ist

Wikileaks-Gründer Julian Assange

Der Hacker und seine Autobiographie, die gar nicht seine ist

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    Für das neue unautorisierte Buch hat Assange angeblich sich für mehr als 50 Stunden interviewen lassen. dpa
    Für das neue unautorisierte Buch hat Assange angeblich sich für mehr als 50 Stunden interviewen lassen. dpa

    Julian AssangeJulian Assange: Scharlatan, Staatsfeind oder Befreier?Wikileaks , Gründer von Wikileaks, ist außer sich. Am Donnerstag ist in Großbritannien "Julian Assange: The  Unauthorised Autobiography" erschienen. Eine Biografie über Assange, ohne dessen Einverständnis. Klingt ein bisschen, wie Wikileaks selbst. Was wurde auf diesem Portal alles veröffentlicht... Die bisher spektakulärste Wikileaks- Enthüllung hatte im Herbst 2010 die Weltdiplomatie erschüttert und die US-Regierung in Bedrängnis gebracht. Die Internet-Plattform veröffentlichte mehr als 250.000 vertraulichen Dokumente aus US-Botschaften. Der Coup wurde als "CableGate" bekannt. Im April 2010 wurde zum Beispiel auch ein  schockierendes Video veröffentlicht, das den tödlichen Beschuss von  Zivilisten in Bagdad durch eine US-Kampfhubschrauber-Besatzung  zeigt.

    Anfang September hatte Wikileaks Konsequenzen aus einem Passwort-Leck gezogen und die geheimen US-Depeschen ("Cables") selbst in der unredigierten Fassung veröffentlicht. Damit waren auch die Namen von Informanten der US-Botschaften öffentlich, die teilweise sensible Informationen lieferten.

    Nun steht Assange selbst mal wieder in der Öffentlichkeit. Der 40-jährige Australier erklärte, der schottische Verlag  Canongate habe sein "Vertrauen missbraucht". Der Verleger habe die  Rohfassung seines Textes vertragsbrüchig und gegen seinen Willen  herausgebracht, obwohl er ihm zugesichert habe, dass er es nicht  tun werde.

    "Alle Memoiren sind Prostitution"

    Laut Assange geht es in der Angelegenheit nicht um  "Informationsfreiheit", sondern um "altmodischen Opportunismus und  Doppelzüngigkeit" sowie darum, "die Leute abzuzocken und schnelles  Geld zu machen". Canongate erklärte, dass es sich bei dem Buch um  einen ersten Entwurf vom März 2011 handele und räumte ein, dass  Assange versucht habe, die Publikation des unfertigen Manuskripts  zu stoppen. Assange habe sich für das Buch 50 Stunden lang  interviewen lassen. Doch die ihm übergebene Erstfassung habe ihm  nicht gefallen. Er habe die Auffassung vertreten, dass Memoiren  schreiben bedeute sich zu prostituieren und versucht, den Vertrag  im Juni zu annullieren. Da Assange seinen Vorschuss jedoch bereits zur Begleichung  seiner Gerichtskosten benutzt habe, sei das Buch schließlich ohne  Autorisierung herausgekommen.

    Der Darstellung des Verlages zufolge hat sich Assange Sorgen um die Veröffentlichung gemacht, nachdem er seine Geschichte einem Ghostwriter erzählt hatte. Assange soll gesagt haben: "Alle Memoiren sind Prostitution."

    "Ich mag eine Art chauvinistisches Schwein sein, aber ich bin kein Vergewaltiger

    Seit 2010 stand der Australier im Verdacht mit zwei Schwedinnen erzwungenen, ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, obwohl die beiden die Benutzung eines Kondoms verlangt hätten. Wochenlang wurde um eine Auslieferung Assanges  nach Schweden gerungen, bis heute steht Assange deswegen in Großbritannien unter Hausarrest. In der Autobiografie nimmt der ehemalige Hacker nun auch Stellung zu dem Vorwurf.  Erneut  betont er, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. "Ich mag eine  Art chauvinistisches Schwein sein, aber ich bin kein  Vergewaltiger", heißt es in dem 250 Seiten umfassenden Buch.  Assange erzählt ferner, dass er von Mitarbeitern westlicher  Geheimdienste erfahren habe, dass die US-Regierung versuche ihn zu  "kompromittieren".

    Assange steht in Großbritannien wegen Vergewaltigungsvorwürfen  aus Schweden unter Hausarrest. Der Wikileaks-Gründer geht davon aus, dass ein Komplott der US-Regierung dahintersteckt. Die Vorwürfe, wegen der die schwedischen Behörden Haftbefehl gegen den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks erließen, könnten aber auch das Ergebnis eines "schrecklichen Missverständnisses" sein, räumt Assange ein. afp/dapd/dpa

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