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Wikileaks-Gründer
18.06.2014

Julian Assange sitzt seit zwei Jahren in Botschaft fest

Seit zwei Jahren sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London fest.
Foto: Kerim Okten/ (dpa)

Der Wikileaks-Gründer wohnt seit zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Vor dem Gebäude warten Polizisten darauf, dass er herauskommt, um ihn festzunehmen.

Julian Assange lebt in zwei unterschiedlichen Welten. Die eine ist so groß, wie das Internet nur sein kann, unerschöpflich und schrankenlos. Die andere besteht aus einem Zimmer mit einem Kamin, vollgestellt mit Möbeln und ausgestattet mit einer Lampe, die das Sonnenlicht imitiert. Es hat historischen Charme, doch die hell gestrichenen Wände des Apartments im ersten Stock müssen wie dicke Mauern für den 42-Jährigen wirken, es gibt weder einen Balkon noch einen Garten.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt mittlerweile seit zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Und für den gebürtigen Australier ist es lediglich der Zugang zu Büchern und Internet, der das rot geziegelte viktorianische Gebäude von einem grauen Gefängnisbunker unterscheidet.

Julian Assange wurde als "Verräter" und "Cyber-Terrorist" bezeichnet

Er und Mitarbeiter haben mithilfe hunderttausender Dokumente auf der Internetplattform Wikileaks unter anderem Folterungen in irakischen Gefängnissen und hohe Opferzahlen belegt, andere geheime Militärpapiere beschäftigten sich mit der Lage in Afghanistan und im US-Gefangenenlager Guantanamo. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sahen ihn die USA als Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit, er wurde als „Verräter“ und „Cyber-Terrorist“ bezeichnet.

Sein persönlicher Absturz folgte, als ihm zwei Schwedinnen sexuelle Belästigung vorwarfen. Assange kämpfte von der englischen Hauptstadt aus monatelang gegen seine Auslieferung an Schweden, wo er angehört werden soll. Er bekam unter Auflagen Hausarrest und verbrachte 13 Monate auf dem Landgut der Familie des Journalisten Vaughan Smith, wo er weiter bis zur höchsten Instanz klagte. Doch er verlor.

Von der ecuadorianischen Botschaft aus arbeitet Assange weiter an Wikileaks

Seine letzte Chance, Asyl zu bekommen, war in der ecuadorianischen Botschaft. Dort arbeitet er nun seit dem 19. Juni 2012 weiter an Wikileaks. Sein Freund Vaughan Smith, ein bekannter Krisenberichterstatter, besucht ihn noch immer regelmäßig. Manchmal kommen Prominente oder Politiker bei Assange vorbei, doch immer seltener steht er am Fenster und winkt wie ein König zu seinen Anhängern.

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Mit seiner Flucht in die Botschaft entzog sich Assange dem Haftbefehl, der zur Auslieferung nach Schweden führen soll. Seit zwei Jahren stehen deshalb Tag und Nacht bis zu sechs Polizisten vor dem Gebäude, um den Mann mit den weißblonden Haaren sofort festzunehmen, sollte er britischen Boden betreten. Doch dass Assange in naher Zukunft die ecuadorianische Botschaft verlässt, scheint ausgeschlossen.

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