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Nobelpreis-Gewinner 2020

12.10.2020

Wirtschaftsnobelpreis geht an US-Ökonomen Milgrom und Wilson

Die Nobelpreise 2020 werden im Oktober vergeben. Im Fokus steht vor allem der Friedensnobelpreis.
Bild: Lovisa Engblom/The Nobel Foundation, dpa (Archiv)

In diesen Wochen werden die Nobelpreisträger 2020 in Oslo und Stockholm bekanntgegeben. Hier liefern wir einen Überblick über die Termine und die Nobelpreis-Gewinner.

Auch 2020 werden wieder die Nobelpreise in sechs Kategorien vergeben. Seit Montag, 5. Oktober 2020, wurde eine Woche lang fast jeden Tag einer der Preise vergeben. Eine Woche später, am 12. Oktober, werden zudem die Gewinner des Wirtschafts-Nobelpreises bekanntgegeben.

Doch wer sind die Nobelpreisträger 2020 in den Bereichen Wirtschaft, Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden? Hier eine Übersicht über die Termine und später über die Gewinner in den einzelnen Kategorien.

Wer wird Nobelpreis-Gewinner 2020 im Bereich Wirtschaft?

Der Wirtschaftsnobelpreis geht in diesem Jahr an Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson. Die beiden US-Ökonomen werden damit für ihre Verbesserungen der Auktionstheorie und Erfindung neuer Auktionsformate geehrt, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekanntgab. Der Wirtschaftsnobelpreis geht als einzige der Auszeichnungen nicht auf das Testament des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel zurück. Er wird vielmehr seit Ende der 60er Jahre von der schwedischen Zentralbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis. Trotzdem wird er gemeinsam mit den anderen Preisen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2019: Esther Duflo (Frankreich), Abhijit Banerjee (Indien) und Michael Kremer (USA) für ihren experimentellen Ansatz zur Bekämpfung der weltweiten Armut
  • 2018: William D. Nordhaus und Paul M. Romer aus den USA für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovation
  • 2017: Richard H. Thaler (USA) für seine Beiträge zur Wirtschaftspsychologie
  • 2016: Oliver Hart (Großbritannien) und Bengt Holmström (Finnland) für ihre Beiträge zur Vertragstheorie
  • 2015: Angus Deaton (Schottland) für seine Analyse von Konsum, Armut und Wohlstand
  • 2014: Jean Tirole (Frankreich) für seine Analysen von Marktmacht und der Regulierung von Märkten

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf Nobels Testament zurückgeht. Er wird erst seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und gilt somit nicht als klassischer Nobelpreis.

Nobelpreisträger 2020: Wer gewinnt den Friedensnobelpreis?

Der Friedensnobelpreis 2020 geht an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Die UN-Organisation werde damit unter anderem für ihre Bemühungen im Kampf gegen den Hunger sowie ihren Beitrag zur Verbesserung der Friedensbedingungen in Konfliktgebieten ausgezeichnet, sagte die Vorsitzende des Komitees, Berit Reiss-Andersen, bei der Preis-Bekanntgabe. Die Verleihung des Friedensnobelpreises gilt als Höhepunkt der Reihe. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2019: Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und seinem Nachbarland Eritrea
  • 2018: Nadia Murad (Irak) und Denis Mukwege (Kongo) für den Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe
  • 2017: ICAN für den Kampf gegen Atomwaffen
  • 2016: Kolumbiens damaliger Präsident Juan Manuel Santos für seine Anstrengungen, den mehr als fünfzig Jahre andauernden Bürgerkrieg in seinem Land zu beenden
  • 2015: Tunesisches Dialog-Quartett für den Einsatz für die Demokratie
  • 2014: Malala Yousafzai (Pakistan) und Kailash Satyarthi (Indien) für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und für das Recht aller Kinder auf Bildung

Nobelpreisträger für Literatur 2020 ist Louise Glück

Die amerikanische Poetin Louise Glück erhält in diesem Jahr den Literaturnobelpreis. Das gab die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt. Die 77-Jährige werde "für ihre unverkennbare poetische Stimme" ausgezeichnet, mit der sie "mit strenger Schönheit die individuelle Existenz universell" mache, sagte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm. Glück sei überrascht, aber trotz des frühen Morgens in den USA glücklich gewesen über die Nachricht, sagte Malm am Mittag. Auf Deutsch sind von Glück bei Luchterhand (München) mehrere Gedichtbände erschienen.

Die vergangenen Preisträger, die für ihr literarisches Werk ausgezeichnet wurden:

  • 2019: Peter Handke
  • 2018: Olga Tokarczuk
  • 2017: Kazuo Ishiguro
  • 2016: Bob Dylan
  • 2015: Swetlana Alexijewitsch
  • 2014: Patrick Modiano
  • 2013: Alice Munro

Chemie-Nobelpreisträger 2020 geht an Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Emmanuelle Charpentier (Frankreich) und Jennifer A. Doudna (USA) für die Entwicklung von Methoden zur Erbgut-Veränderung. Sie haben die Genschere Crispr-Cas9 entwickelt.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2019: John Goodenough (USA), Stanley Whittingham (Großbritannien) und Akira Yoshino (Japan) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, die in vielen Alltagsprodukten wie Smartphones, Laptops oder E-Fahrzeugen stecken
  • 2018: Frances Arnold, George Smith (USA) und Sir Gregory Winter (Großbritannien) für die Entwicklung von Medikamenten nach Prinzipien der Evolution
  • 2017: Jacques Dubochet (Schweiz), Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (Großbritannien) für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie, mit der Biomoleküle sichtbar gemacht werden
  • 2016: Jean-Pierre Sauvage (Frankreich), Sir James Fraser Stoddart (Großbritannien) und Bernard L. Feringa (Niederlande) für die Entwicklung extrem kleiner molekularer Maschinen
  • 2015: Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (Türkei / USA) für ihre Untersuchungen dazu, wie Zellen beschädige DNA reparieren
  • 2014: Stefan Hell (Deutschland) sowie Eric Betzig und William Moerner aus den USA für ihre Entwicklungen von Nanoskopie, um Moleküle innerhalb von Zellen zu verfolgen

Medizin-Nobelpreis 2020 geht an Entdecker des Hepatitis-C-Virus

Der Medizin-Nobelpreis 2020 geht an Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) für die Entdeckung des Virus Hepatitis C. Das Karolinska-Institut teilte die Entscheidung am Montag, 5. Oktober 2020, in Stockholm mit.

In der Begründung hieß es, dass Hepatitis C dank der Entdeckung der drei diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger nun geheilt werden könne. Die Mediziner haben dem Nobelkomitee zufolge die Ursache für chronische Hepatitis gefunden, Blutuntersuchungen sowie neue Medikamente ermöglicht und somit Millionen von Menschenleben gerettet.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2019: William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA) für die Entdeckung molekularer Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen
  • 2018: James P. Allison (USA) und Tasuku Honjo (Japan) für den Durchbruch bei der Bekämpfung von Krebs mit körpereigenen Immunzellen
  • 2017: Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young aus den USA für die Erforschung der inneren Uhr
  • 2016: Yoshinori Ohsumi (Japan) für seine Forschung zur Selbstverdauung der Zellen
  • 2015: William Campell (Irland), Satoshi Ōmura (Japan), Tu Youyou (China) für die Bekämpfung von Parasiten
  • 2014: John O'Keefe (USA) sowie May-Britt und Edvard Moser (Norwegen) für die Entdeckung eines inneren Navigationssystems im Gehirn
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Harvey J. Alter (links im Bildschirm), Michael Houghton (Mitte) und Charles M. Rice (rechts im Bildschirm) für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus.
Bild: Claudio Bresciani/TT News Agency/AP, dpa

Physik-Nobelpreis wird für Forschung zu Schwarzen Löchern verliehen

Der Nobelpreis für Physik geht 2020 zur einen Hälfte an Roger Penrose (Großbritannien) sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel (Deutschland) und Andrea Ghez (USA) für Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Die vergangenen Preisträger:

  • 2019: James Peebles (Kanada/USA), Michel Mayor (Schweiz) und Didier Queloz (Schweiz) für ihre Beiträge zur Geschichte des Universums sowie die Entdeckung eines Exoplaneten
  • 2018: Arthur Ashkin (USA), Donna Strickland (Kanada) und Gérard Mourou (Frankreich) für ihre Forschung zur Laserphysik
  • 2017: Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne aus den USA für die Entdeckung von Gravitationswellen
  • 2016: David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz aus Großbritannien für ihre Untersuchung von ungewöhnlichen Phasen oder Zuständen von Materie
  • 2015: Takaaki Kajita (Japan) und Arthur B. McDonald (Kanada) für den Nachweis, dass Neutrinos Masse besitzen
  • 2014: Isamu Akasaki, Hiroshi Amano and Shuji Nakamura aus Japan für ihre Erfindung der blauen LED (AZ)

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