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Unfälle

12.07.2018

Zahl der Verkehrstoten sinkt auf tiefsten Stand seit über 60 Jahren

2017 starben 3180 Menschen auf Deutschlands Straßen.
Bild: Julian Stratenschulte, dpa (Symbolbild)

3180 Menschen sind im vergangenen Jahr durch Unfälle auf deutschen Straßen ums Leben gekommen. Täglich starben damit im Schnitt neun Menschen im Straßenverkehr.

Die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gesunken. Sie fiel im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent auf 3180, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 26 Verkehrstote weniger als im Jahr 2016.

Zwischen 2010 und 2017 reduzierte sich die Zahl der Verkehrstoten damit um insgesamt 13 Prozent. Das Bundesamt warnte zugleich vor zu viel Optimismus. Täglich würden im Schnitt neun Menschen im Straßenverkehr getötet und weitere 1100 verletzt. Es gebe "keinen Grund zur Entwarnung", erklärte dessen Präsident Georg Thiel. Vor allem die Sicherheit von Fahrradfahrern muss nach Angaben der Statistikbehörde weiter verbessert werden. Während die Zahl der Verkehrstoten seit 2010 insgesamt zurückging, blieb die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer demnach nahezu konstant.

Verkehrstote: Die größte Gefahr für Radfahrer geht von Autos aus

Im vergangenen Jahr starben 382 Radfahrer, das war in etwa jeder achte Verkehrstote. Vor allem ältere Radler über 75 Jahren waren bedroht, auf sie entfielen 40 Prozent aller toten Radfahrer. Die größte Gefahr für Radfahrer ging dabei insgesamt von Pkw aus, die Polizei nahm im vorigen Jahr 46.200 entsprechende Unfälle mit Personenschaden auf. Dem gegenüber standen 3100 Unfälle zwischen Lkw und Radfahrern, über die momentan besonders diskutiert wird.

37 Radfahrer starben nach Angaben des Bundesamts bei Unfällen mit abbiegenden Lastwagen, die derzeit im Fokus öffentlicher Debatten stehen. Etwa ein Drittel aller Unfälle zwischen Lkw und Radfahrern mit Verletzten entfiel auf derartige Situationen. In Politik und Öffentlichkeit wird schon seit längerem über die Einführung von Abbiegeassistenten gestritten, die Lastwagenfahrer warnen könnten. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) startete jüngst eine Initiative, um deren Verbreitung auf freiwilliger Basis zu fördern. Eine Pflicht zur Einführung kann nur die EU beschließen.

Unfallforscher der Versicherer bringt Drosselung der Leistung von Elektrofahrrädern ins Gespräch

Die Grünen im Bundestag forderten mehr Schutz für "ungeschützte Verkehrsteilnehmer" wie Radfahrer, Kinder und Senioren. Scheuers Initiative für Abbiegeassistenten sei nur "ein erster Schritt", erklärte deren Expertin Daniela Wagner. Zudem forderte sie höhere Strafen für Verkehrssünder. Der deutsche Bußgeldkatalog sei im europäischen Vergleich "ein Witz", erklärte sie am Donnerstag.

Der Chef der Unfallforschung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Siegfried Brockmann, brachte vor dem Hintergrund der aktuellen Unfallzahlen eine Anpassung des Tempos von Elektrofahrrädern an das körperliche Leistungsniveau des Fahrers ins Gespräch. Das sei durch Drehmomentsensoren an der Kurbel möglich, sagte er am Donnerstag im Sender SWR. So würde vermieden, dass Menschen für sie ungewohntes Tempo erreichten. (AFP)

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