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17.04.2012

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen

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Die Zeit der Zecken hat wieder begonnen. Man kann sich schützen.
Bild: dpa

Mit einem Zeckenbiss ist nicht zu spaßen. Borreliose und Hirnhautentzündung können die Folgen sein. Wie hoch ist das Risiko? Und wie kann man sich vor den Blutsaugern schützen?

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling beginnt auch wieder die Zeckensaison. Schon bei Temperaturen ab etwa acht Grad  Celsius kommen die kleinen Blutsauger aus ihrem Winterschlaf. Damit steigt auch für Spaziergänger und spielende Kinder die Gefahr von Zeckenbissen. Die Tiere können gefährliche Infektionskrankheiten übertragen.

Wo greifen die Zecken an?

Die Tierchen sitzen in Wäldern und Parks, aber auch im heimischen Garten auf Gräsern, Farnen oder Sträuchern. Von dort aus gelangen sie zu vorbeilaufenden Tieren oder Menschen und beißen sich an weichen Hautpartien wie Kniekehlen, unter den Armen und am Haaransatz fest. Mit Hilfe ihres mit Widerhaken versehenen, stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut  zu saugen. Dabei kann es zur Übertragung gefährlicher Krankheitserreger kommen.

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Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Zecken können den Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis  (FSME) übertragen, einer keineswegs nur im Frühsommer vorkommenden virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkrankten 2011 daran mehr als 420  Menschen. Gegen FSME schützt eine aus drei Einzeldosen bestehende  Impfung, die dann alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist.

Am häufigsten wird die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann und an der jedes Jahr schätzungsweise mehr als 60.000 Menschen in Deutschland  neu erkranken. Treten binnen vier Wochen grippeähnliche Symptome, Fieber, Lymphknotenschwellungen oder die sogenannte Wanderröte auf,  sollte sicherheitshalber ein Arzt aufgesucht werden. Denn sonst drohen noch nach Jahren Spätfolgen. Eine Schutzimpfung dagegen gibt  es nicht.

Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung?

Als FSME-Risikogebiete gelten Baden-Württemberg und weite Teile  Bayerns sowie einzelne Landkreise in Thüringen, Hessen und  Rheinland-Pfalz. Experten schätzen, dass in Risikogebieten etwa zwei Prozent der Zecken mit FSME-Erregern befallen sind.

Die  Borreliose kommt in ganz Deutschland vor - etwa jede fünfte Zecke  trägt die Erreger in sich, in manchen Regionen liegt der Anteil  sogar bei bis zu 35 Prozent. Die Erreger werden aber erst übertragen, wenn die Zecke bereits einige Stunden Blut gesaugt hat.

Wer sollte sich vorsorglich impfen lassen?

Eine Impfung gegen FSME wird denjenigen empfohlen, die sich in  den Risikogebieten aufhalten - und sei es nur im Urlaub. Die  Gesundheitsbehörden in Baden-Württemberg empfehlen die Impfung  sogar flächendeckend ab dem ersten Lebensjahr. Auch vor Reisen ins  Ausland kann eine FSME-Impfung ratsam sein. Nach Angaben des  Friedrich-Loeffler-Instituts in Jena gibt es heute Zecken mit  FSME-Erregern in 27 europäischen Ländern.

Wie kann man sich noch schützen?

Spaziergänger sollten in Wald, Feld und Wiese lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Über die Hosenbeine gestülpte Strümpfe erschweren den Zecken die Suche nach nackter Haut. Wer einen Ausflug ins Freie unternommen hat, sollte anschließend seinen  Körper gründlich absuchen. Das gilt auch für Kinder nach dem  Spielen. 

Wie sollte eine Zecke entfernt werden?

Hat sich eine Zecke festgebohrt, sollte sie möglichst schnell,  am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange  herausgedreht und die Bissstelle desinfiziert werden. Aber Vorsicht: Das Tier nicht quetschen oder mit Öl, Klebstoff oder anderen Chemikalien abtöten. Denn im Todeskampf entleert die Zecke ihren Mageninhalt in die Haut, dadurch steigt die Infektionsgefahr.  Handelsübliche Anti-Zeckenmittel schützen, wenn überhaupt,  nur vorübergehend. AFP

 

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10 Bilder
Kleine Zecken - große Gefahr
Bild: Fotolia

 

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