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"Zeiten ändern sich"
08.05.2016

Hunderte demonstrieren für Legalisierung von Cannabis

"Legalize it!" - Hunderte Menschen demonstrierten am Samstag in Stuttgart beim Global Marijuana March für die Legalisierung von Cannabis.
Foto: Franziska Kraufmann, dpa

Für die Legalisierung von Cannabis sind in mehreren Städte im Südwesten am Samstag hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Das Motto: "Zeiten ändern sich."

Hunderte Menschen sind am Samstag auch in Baden-Württemberg für die Legalisierung von Cannabis auf die Straße gegangen. Im Südwesten waren Aktionen in Stuttgart, Ulm, Heidelberg, Freiburg und Tübingen geplant. In Stuttgart zählte die Polizei etwa 200 Teilnehmer. Die Veranstalter hatten zuvor mit 500 gerechnet. Bundesweit hatten Cannabisfreunde in vielen Städten für Samstag Demos zum "Global Marijuana March 2016" angemeldet.

Nach Einschätzung des Deutschen Hanfverbandes ist die Legalisierung von Cannabis nur noch eine Frage der Zeit. "Es kann jederzeit kommen, wenn verschiedene Faktoren zusammenfallen und der politische Wille da ist", sagte ein Sprecher in Berlin. Er rechne damit, dass es in der übernächsten Legislaturperiode soweit sei - "ich denke, in circa sieben Jahren".

Die Demonstrationen stehen unter dem Motto "Zeiten ändern sich"

Die Aktionen laufen unter dem Motto "Zeiten ändern sich", in Anspielung auf Gesetzesänderungen: So sollen etwa Schmerzpatienten Cannabis künftig auf Rezept in der Apotheke bekommen können.

Im Südwesten hat sich die scheidende Landesregierung aus Sicht des Hanfverbandes nicht für Kiffer stark gemacht. "Der gesellschaftliche Druck ist aber jetzt ein anderer", sagte der Verbandssprecher. "Auch in Baden-Württemberg sehen sie langsam: Wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen."

Die Jungen Liberalen im Land forderten, die Drogenpolitik zu reformieren. "Wir setzen uns dafür ein, dass der Konsum und der Besitz von Cannabis für volljährige Personen legalisiert werden", sagte der Landesvorsitzende Marcel Aulila. Die Legalisierung führt nach seiner Einschätzung dazu, dass Schwarzmärkte eingedämmt und die Risiken durch Streckung mit minderwertigen Zusatzstoffen minimiert werden.

Auch im grün-schwarzen Koalitionsvertrag ist Cannabis ein Thema: "Wir werden uns deshalb in der Justizministerkonferenz für eine bundeseinheitliche Regelung im Hinblick auf die sogenannte "geringe Menge" bei Cannabis einsetzen", heißt es dort. dpa

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