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Eurovision Song Contest

26.05.2012

Zero Points: Die schlimmsten ESC-Songs der vergangenen zehn Jahre

Jedward nervte bereits im vergangenen Jahr. In Baku treten sie erneut an.
Bild: dpa

Der ESC wird auch in Baku wieder musikalischen Einheitsbrei servieren. Noch schlechter als die Songs sind oft nur noch die Auftritte. Eine Hitliste der trashigsten ESC-Teilnehmer.

Verka Serduchka - Dancing Lasha Tumbai (Ukraine/2007/Platz 2)

Was auf den ersten Blick wie Miss Piggy auf Speed aussieht, ist in Wirklichkeit Verka Serduchka, ein dicker Mann im grotesken Glitzer-Kostüm. Er zeigte 2007, dass Texte beim ESC völlig überflüssig sind und fügte sich damit ein in eine Reihe von Liedern mit Titeln wie “Boom Bang-a-Bang”, “Ding-A-Dong” oder “ Diggi-Loo Diggi-Ley”( Die Gewinnertitel der Jahre 1969, 1975 und 1984). Mit den Grammy-verdächtigen Zeilen "Sieben, sieben, ai lju-lju, sieben, sieben, ein, zwei" sang sich der Ukrainer bis auf Platz 2.

Pirates Of The Sea - Wolves Of The Sea (Lettland/2008/Platz 12)

Mit einem kräftigen "Hay Hay Ho" wollten sich die Letten 2008 den endlos erscheinenden Piraten-Hype zunutze machen. Doch für die nordischen Faschingsfreunde reichte es nur für Platz 12 - was wahrscheinlich daran lag, dass ihr Frontmann nicht wie Jack Sparrow, sondern eher wie eine schlechte Kopie von DJ Bobo aussah. Genauso klang der Song dann auch. Garniert mit einem theatralischen Auftritt und den schlechtesten Kostümen seit Dschingis Khan.

Jemini - Cry Baby (UK/2003/Platz 26)

Selten bewiesen die Zuschauer beim ESC so viel Geschmack wie 2003, als sie die schamlos schief singenden Hupfdohlen von Jemini auf den letzten Platz wählten. Da konnten die beiden, optisch offenbar direkt aus einer Vorstadtdisco rekrutierten Briten noch so sehr um die Wette grinsen. Flankiert wurde der schlechte Gesang von einem nervtötenden Einheits-Boom-Boom und dem unterdrückten Geklimper einer Flamenco-Gitarre. "Cry Baby" treibt Liebhabern des gepflegten Trashs noch heute Freudentränen in die Augen.

Fame - Give Me Your Love (Schweden/2003/Platz 5)

Nochmal 2003: Die beiden Klischee-Schweden von Fame trafen im Gegensatz zu den Briten zwar alle Töne, gaben sich in Sachen trashige Performance und schlechte Songauswahl allerdings genauso spendabel. "Give Me Your Love" begann mit einem Abba-esken "Uhuuuuuu" und "Aaahhhh", rutschte mit dem Einsatz des Allerweltsbeat allerdings ab auf das Niveau eines Heile-Welt-Schlagers. Überraschung: Ralf Siegel hatte mit dem Song nichts zu tun.

Jedward - Lipstick (Irland/2011/Platz 8)

Jedward, die hyperaktiven und in jedem Fall bösen Zwillinge von Pumuckl, quengelten sich mit ihrer unangenehm wirren Synthie-Popnummer "Lipstick" im vergangenen Jahr bis auf Platz 8. Und weil dieser Auftritt den Iren noch nicht peinlich genug war, schicken sie die beiden herum hampelnden Klobürstenköpfe in diesem Jahr gleich nochmal zum ESC. Immerhin mit dezenteren Frisuren.

Sanda Ladosi - I Admit (Rumänien/2004/Platz 18)

 Mit "Wild Dances" gewann 2004 das Xena-Double Ruslana Lyzhichko den ESC. Nicht minder aggressiv war der Auftritt der Lack-und-Leder-Amazone Sanda Ladosi aus Rumänien, die im selben Jahr allerdings nur Platz 18 belegte. Möglicherweise lag dies am blechern klingenden Sound oder an Sandas schlechtem Englisch. Eines ist jedoch sicher: Zuviel Stoff kann nicht der Grund für die schlechte Platzierung sein.

André - Without Your Love (Armenien/2006/Platz 8)

Irgendwo zwischen Balkan-Pop und orientalischem Tralala ist der Beitrag aus Armenien von 2006 angesiedelt - und steht damit stellvertretend für ein gutes Drittel der ESC-Songs. Man nehme traditionelle Rhythmen aus Südosteuropa und Vorderasien und verwurschtle sie mit Standard-Popmusik aus der Konserve. Dazu eine Sängerin oder einen Sänger mit kreisenden Hüften und eine wahlweise laszive oder frech-fröhliche Tanzeinlage: Fertig ist die Mischung, die beim ESC eine einstellige Platzierung garantiert.

Lordi - Hardrock Hallelujah (Finnland/2006/Platz 1)

2006 bewiesen die Trash-Rocker von Lordi, dass wirklich alles möglich ist seit der Grand Prix in ESC umbenannt wurde. Mit der Krawall-Nummer "Hardrock Hallelujah" belegten die Finnen doch tatsächlich den ersten Platz. Ihre viel zitierte Horrorshow wirkte beim genauen hinschauen jedoch eher wie Motto-Fasching im Heavy-Metal-Seniorenheim. Was sich ein-bisschen-Frieden-Nicole wohl bei dem Auftritt gedacht haben muss?

Chanee & N'evergreen - In a moment like this (Dänemark, 2010, Platz 4)

Das dänischen Duo Chanee & N'evergreen klaute sich seinen Beitrag 2010 recht dreist zusammen. In "In A Moment Like This" waren gleich drei Evergreens der Popgeschichte verwurstelt. Zu Beginn "Every Breath You Take" von "The Police" (und dabei sah der Sänger auch noch aus wie eine Sparversion von Sting) in der Mitte ein wenig Tina Turner und im Refrain eine Prise ABBA. Das reichte locker für Platz 4.

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