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Fashion Week New York

17.02.2015

Zwei Models besonders im Fokus: ganz stark und ganz anders

Winnie Harlow präsentiert auf der Fashion Week in New York ein Kleid aus der aktuellen Winterkollektion von Desigual. Das Model hat als Kind unter seiner Hautkrankheit gelitten.
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Winnie Harlow präsentiert auf der Fashion Week in New York ein Kleid aus der aktuellen Winterkollektion von Desigual. Das Model hat als Kind unter seiner Hautkrankheit gelitten.
Bild: Joshua Lott, AFP

Bei der New Yorker Fashion Week machen besonders zwei Models von sich reden. Sie laufen für Modemacher, denen es nicht um Mainstream, sondern Anderssein geht.

Als erstes Model mit Down-Syndrom ist die amerikanische Schauspielerin Jamie Brewer über den Catwalk der New Yorker Fashion Week gelaufen. Die 30-Jährige ist für ihre Rollen in der TV-Serie „American Horror Story“ (Pro7 Fun) bekannt. Sie lief für die Designerin Carrie Hammer, die bekannt dafür ist, Frauen aus dem wirklichen Leben auf den Laufsteg zu schicken.

Jamie Brewer: mehr als nur ein Model mit Down-Syndrom

Die Modemacherin nennt ihre Kampagne „Role Models Not Runway Models“. Im vergangenen Jahr lief beispielsweise eine Frau für Hammer über den Laufsteg, der der linke Arm amputiert worden war. Die Zeitschrift Cosmopolitan war regelrecht aus dem Häuschen, als Dr. Danielle Sheypuk als erste Frau in einem Rollstuhl über den Laufsteg fuhr. „Sie sah sehr, sehr schön aus“.

Fernsehstar Brewer, klein und ein bisschen mollig, trug ein schwarzes Kleid, weil die Serie „American Horror Story“ ein dunkles, furchteinflößendes Image habe, erklärte Hammer. Jamie sei Aktivistin, Autorin, Künstlerin und eine großartige Schauspielerin. Das Model selbst twitterte ein Foto mit den letzten Vorbereitungen in der Garderobe. Sie sei stolz, ein Vorbild für junge Frauen zu sein und sie zu ermutigen, sich zu zeigen, wie sie sind, sagte Jamie Brewer.

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Winnie Harlow: vom Underdog zur Superfrau

Eigentlich tut Winnie Harlow genau das Gleiche. Und doch ist sie so ganz anders. Die junge Kanadierin die eigentlich Chantelle Brown-Young heißt, ist dunkelhäutig, groß und schlank und hat Vitiligo, die sogenannte Weißfleckenkrankheit. Sie hat eine sehr seltene Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist und keine Schmerzen erzeugt. Aber ihr Körper ist mit weißen Flecken gezeichnet. Als Kind habe man sie „Zebra“ oder „Kuh“ gerufen, in der Schule sei sie so lange gehänselt worden, bis sie nicht mehr konnte. „Ich hatte zwei Möglichkeiten: Klarkommen oder kaputtgehen“, hat sie in einem Interview gesagt.

Harlow ging in die Offensive. 2014 meldete sie sich bei der amerikanischen Version von „Germany’s Next Topmodel“ an. Mit Sätzen wie „Amerika sollte für mich stimmen, weil ich die Superfrau der Underdogs bin“ warb sie für sich. Sie kam im Wettbewerb auf Platz sechs. Sie wurde für ein Musikvideo von Eminem engagiert und jetzt – in New York – ist sie das Gesicht der spanischen Firma Desigual, die für ihre bunte Mode bekannt ist. Winnie Harlow weiß aber auch ganz genau: „Sie haben mich engagiert, weil ich anders bin. Es ging um meine Geschichte. Aber jetzt steht meine Arbeit im Vordergrund.“

Die New Yorker Fashion Week dauert noch bis Donnerstag. Ihr kommt stets große Aufmerksamkeit zu, weil die amerikanischen Designer öfter alltagstaugliche Mode zeigen als die Europäer. mit dpa

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