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Katholische Kirche

07.11.2019

Zwei Nonnen kehren schwanger nach Sizilien zurück

Nonnen kehrten nach einer Reise in ihre afrikanische Heimat schwanger nach Italien zurück.
Bild: Giuseppe Lami, dpa (Symbolbild)

Die beiden Ordensschwestern sollen in ihren Heimatländern in Afrika gewesen sein. Nicht ausgeschlossen ist, dass sie Opfer sexuellen Missbrauchs wurden.

Es ist eigentlich eine wunderbare Nachricht: Eine Frau wird schwanger und erwartet ein Kind. Konsequenzen hat eine Schwangerschaft allerdings, wenn es sich bei der künftigen Mutter um eine katholische Ordensschwester handelt.

Gerade macht in Italien eine Nachricht die Runde, dass kürzlich zwei aus Afrika stammende und auf Sizilien tätige Nonnen schwanger geworden seien. Bei einer der beiden Frauen soll es sich um eine Ordensoberin handeln, die in der Seniorenbetreuung aktiv war. Sie ist inzwischen bereits wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Frauen aus Entwicklungsländern schließen sich oft auch aus wirtschaftlichen Gründen der Kirche an. Hier sind sie materiell versorgt.

Über die Umstände der Schwangerschaften beider Frauen ist jedoch noch nichts bekannt geworden. Sie sollen beide in ihren Heimatländern gewesen sein, als sie schwanger wurden. Nicht ausgeschlossen ist, dass es sich um sexuellen Missbrauch handeln könnte. Im Februar räumte Papst Franziskus ein, dass sexueller Missbrauch von Ordensschwestern in der katholischen Kirche keine Seltenheit sei. „Es stimmt, es ist ein Problem“, sagte das Kirchenoberhaupt. Auch Priester und Bischöfe hätten Nonnen sexuell missbraucht. „Ich glaube, es wird immer noch getan“, fügte Franziskus hinzu.

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Zwei schwangere Nonnen: Im Vatikan löste die Nachricht Bestürzung aus

Damit hat die katholische Kirche als Organisation ein gewaltiges Problem. Und sie hat es auch in dem Fall, sollten die Schwangerschaften nicht auf sexuelle Übergriffe zurückzuführen sein. Die katholische Kirche hält schließlich das Keuschheitsgelübde für den Klerus aufrecht. Es herrsche „Bestürzung“ angesichts der Nachricht von den beiden schwangeren Nonnen, sagte eine Vatikan-Quelle, die anonym bleiben wollte, der britischen Zeitung The Sun. Es ist die Bestürzung darüber, dass die Realität oft andere Wege geht, als es sich Kirchenverantwortliche vorstellen – und das Kirchengesetz vorschreibt.

Um dem Auseinanderdriften von Kirchengesetz und Lebenswirklichkeit beizukommen, empfahlen die Bischöfe in der Amazonas-Synode vor kurzem im Vatikan erstmals, dass auch verheiratete Familienväter künftig – ausnahmsweise – zu Priestern geweiht werden sollen. Im Februar, als im Vatikan eine Sonderkonferenz über sexuellen Missbrauch stattfand, wurde zudem bekannt, dass die katholische Kirche interne Regeln für Priester hat, die trotz des Zölibats Väter geworden sind. Im Kern sehen diese Regelungen als Konsequenz vor, dass die betroffenen Priester ihre Ämter niederlegen müssen. Offiziell heißt es, das Wohl des Kindes müsse im Vordergrund stehen. Analog gilt das nun auch für die beiden schwangeren Nonnen.

Eine der Ordensschwestern, eine 34-Jährige, die in einer sozialen Einrichtung in der Gemeinde Sant’Agata di Militello tätig und offenbar sehr anerkannt war, hatte wegen starker Bauchschmerzen ein Krankenhaus aufgesucht und stellte dann fest, schwanger zu sein. Sie wurde mittlerweile aus der Provinz Messina nach Palermo versetzt. Auffällig ist, dass von offizieller Seite keine Rede vom Wohl oder Wehe der Frauen ist. „Schade, dass so etwas passiert“, sagte Salvatore Riotta, Bürgermeister von Sant’Agata di Militello und kritisierte das Bekanntwerden der Nachricht. „Unsere Gemeinde ist fassungslos.“

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07.11.2019

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