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  3. Behinderter Sohn: Ein Richterspruch wird zur Tragödie

Behinderter Sohn
30.03.2013

Ein Richterspruch wird zur Tragödie

28 Jahre lang kämpfte Claudia Bernert um Schadenersatz für ihren behinderten Sohn. Nun wurde ein Urteil gefällt.

Kurz nachdem die Richter ihr Urteil verkündet haben, lässt sich an Claudia Bernerts Blick kaum ablesen, was sie fühlt. Ist es Entsetzen, Wut oder Verzweiflung? Ihr Gesicht, eine Maske. Sie beherrscht sich. Minuten später sagt die Frau schließlich: „Mir ist der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Es ist für mich eine Tragödie und ich frage mich, wo bleibt die Gerechtigkeit?“

Gericht: Behinderung zum Großteil nicht auf Ärztepfusch zurückzuführen

Seit Jahrzehnten kämpft die Immenstädterin Claudia Bernert um eine Entschädigung für ihren seit der Geburt schwerbehinderten Sohn Daniel (wir berichteten). Am Donnerstag hat die 61-Jährige vor dem Oberlandesgericht München eine schwere Niederlage erlitten. Der in Augsburg ansässige Zivilsenat des Gerichts gab der Berufung der beklagten Versicherungen im Wesentlichen statt und urteilte: Der Großteil der Behinderungen des heute 28-jährigen Daniel sei nicht auf Behandlungsfehler im Krankenhaus zurückzuführen.

Verantwortliche haften nur für Versäumnisse nach der Geburt

Der Senat kam zu dem Schluss, dass die Schäden von Daniel Bernert zum größten Teil auf eine schicksalhafte Gehirnblutung vor der Geburt zurückzuführen seien. Die Versicherungen des bei der Geburt verantwortlichen Arztes sowie der Hebamme und Krankenschwester haften somit nur für die Versäumnisse nach der Geburt. Ihr Anteil an der Schädigung liege bei 20 Prozent. Die Beklagten wurden zur Zahlung von etwa 53 000 Euro verurteilt – zusätzlich zu den bereits gezahlten 220 000 Euro. Zudem wurde Daniel Bernert eine Rente in Höhe von vierteljährlich rund 2100 Euro zugesprochen.

Die Richter erklärten, ihnen sei die „große menschliche Tragik“ bewusst. Das aber könne für die juristische Bewertung keine Rolle spielen. Claudia Bernert ist schockiert. „Ich verstehe das das nicht. Das ist ein absolutes Fehlurteil, denn die Richter wussten, dass bei meinem Sohn keine Hirnblutung vorlag.“

Allein die Pflegekosten liegen bei monatlich 4000 Euro

Die vom Zivilsenat zugesprochene Entschädigung reicht laut Bernert bei Weitem nicht für eine lebenslange Betreuung ihres Sohnes aus. Allein die Pflegekosten liegen bei monatlich rund 4000 Euro. Damit eine lebenslange Betreuung von Daniel sichergestellt ist, benötigt die Familie nach Angaben ihres Anwaltes etwa vier bis fünf Millionen Euro. Bernert will nun in Revision vor den Bundesgerichtshof gehen.

Im Januar 2011 hatte das Landgericht Kempten noch geurteilt, die Beklagten müssten „vollumfänglich“ haften für den entstandenen Schaden, da sie verantwortlich seien für die Behinderung von Daniel Bernert. Das Gehirn des 28-Jährigen wurde bei der Geburt wegen Sauerstoffmangels schwer geschädigt. Damals sprach das Gericht der Familie eine Entschädigung in Millionenhöhe zu. Dagegen legten die Anwälte der Haftpflichtversicherer, Allianz und Versicherungskammer Bayern, Berufung ein.

Versicherer bedauern Länge des Rechtsstreits

Die Allianz, Haftpflichtversicherer von Arzt und Hebamme, bedauert in einer Presseerklärung die Länge des Rechtsstreits. „Ich bin betroffen über das Schicksal der Familie Bernert“, so Vorstand Severin Moser. Die Allianz wies auch darauf hin, dass sie den Versicherungsschutz für Arzt und Hebamme zu keiner Zeit infrage gestellt habe.

Dies hatte der bei der Geburt verantwortliche Arzt in einer unserer Zeitung vorliegenden Erklärung behauptet. Darin räumt der Mediziner ärztliche Versäumnisse bei der Geburt ein und bittet die Allianz, „den aus meiner medizinischen Sicht berechtigten Schaden von Daniel Bernert zu regulieren“. Der Arzt hatte sich bei einem Treffen zudem bei Claudia Bernert entschuldigt.

Die Allianz ließ daraufhin über den Berliner Anwalt Christian Schertz erklären, die „Schuldanerkenntnis“ des Arztes sei unter „massiven Drohungen“ einer nicht näher genannten Person zustande gekommen. Der Allianz lägen hierzu eidesstattliche Versicherungen vor. Der Arzt habe die von ihm unterzeichnete Erklärung mittlerweile wegen „arglistiger Täuschung und Bedrohung“ angefochten. Schertz zufolge sind möglicherweise Straftatbestände erfüllt, er habe der Allianz empfohlen, rechtliche Schritte zu prüfen. Claudia Bernert will weiterkämpfen – für ihren Sohn. „Sonst wären die vergangenen 28 Jahre umsonst gewesen.“

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