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Pandemie
08.06.2022

Corona-Leugner auf der Flucht: Warum Impfgegner nach Paraguay auswandern

Ein Hauch Heimat: Paraguay lockt nicht nur wegen der Präsenz der deutschen Farben viele Querdenker an.
Foto: Jerzy Dabrowski, dpa

Auffällig viele deutsche Impfgegner verlassen die Bundesrepublik in Richtung Paraguay. Teilweise werden sie wohl von falschen Versprechungen angelockt.

Corona-Leugner stehen vor einem echten Problem. Auch wenn sie Sars-CoV-2 und seine Varianten nicht ernst nehmen, das Virus womöglich nur für ein Hirngespinst halten. Jegliche Schutzmaßnahmen strikt ablehnen.

Doch der Pandemie können auch sie nicht wirklich entfliehen - solange sie die Erde nicht verlassen. Denn das neuartige Coronavirus hat sich bekanntlich auf dem gesamten Planeten ausgebreitet.

Trotzdem verschlug es in den vergangenen Monaten auffällig viele Deutsche nach Paraguay. Darunter gerade solche, die eine Impfung gegen Covid-19 partout ablehnen. Bekannt wurde das mutmaßliche Corona-Leugner-Paradies in Südamerika durch die Berichterstattung über ein deutsches Paar, das seine zwei Töchter aus früheren Partnerschaften in das Sieben-Millionen-Einwohnerland entführte.

Aber warum verschlägt es immer mehr Impfgegner aus Deutschland nach Paraguay? Dafür gibt es diverse Gründe, von denen sich einige als Falschannahmen erwiesen.

Deutsche Corona-Leugner in Paraguay: Auswanderung in das Land hat Tradition

Bereits vor über 100 Jahren ließen sich zahlreiche Deutsche in Paraguay nieder, überwiegend zogen sie aus dem großen Nachbarland Brasilien herüber. Die Tagesschau spricht von Abenteurern, von denen einige zuvor in anderen Ländern gescheitert seien. Der Stern verweist vor allem auf verarmte Landwirte, die es zuvor aus Deutschland ins brasilianische Grenzgebiet verschlagen habe.

Attraktiv war Paraguay zu jener Zeit, weil es für seine Größe recht unterbevölkert war, niedrige Preise und fruchtbaren Boden bot.

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Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg suchten auch diverse Nazigrößen eine Zuflucht in Paraguay. Etwa der als "Dr. Tod" in die Geschichte eingegangene Arzt Josef Mengele, der im Konzentrationslager Auschwitz sein Unwesen trieb. In den 70ern folgten dann vor allem Rentner aus der Bundesrepublik - das hatte offenbar in erster Linie wirtschaftliche Gründe, denn in Paraguay wird keine Einkommenssteuer aufgerufen.

Impfgegner wandern nach Paraguay aus: 2021 kamen 1000 Deutsche nach Hohenau

Über all die Jahre geblieben sind Städte wie Hohenau. Hier leben im Südosten des Landes etwa 15.000 Menschen. Allein im Jahr 2021 sollen sich laut Tourismusbehörde 1000 Deutsche dort niedergelassen haben - die allermeisten gelten als Impfgegner.

Die Tagesschau bekam vor einer von deutschen Auswanderern in der Stadt geplanten Geburtstagsfeier zu hören: "Die Bude wird voll! Da kommen 100 Leute, geimpft ist da keiner und Masken trägt auch keiner."

Allerdings täuschen sich die deutschen Impfgegner, sollten sie das Gefühl haben, in Paraguay auf viel Verständnis zu stoßen. In dem Bericht kommt auch Noemi Jara zu Wort. Sie ist die rechte Hand des Hohenauer Bürgermeisters, der sich bereits besorgt über die Zuwanderer äußerte und daraufhin Anfeindungen ausgesetzt sah.

Auch als Direktorin der Tourismusbehörde sagt Jara: "Wir Paraguayer verstehen es als unsere Bürgerpflicht, uns impfen zu lassen. Nur mit der Impfung werden wir die Freiheit wieder erlangen, die wir gewöhnt sind. Den Ausländern würde ich auch raten, sich impfen zu lassen."

Und das aus einem ganz pragmatischen Grund, denn: "Bei uns ist es so, dass Geimpfte in den Krankenhäusern Vorrang haben. Wenn da fünf Geimpfte und fünf Ungeimpfte stehen, dann werden die Geimpften bevorzugt behandelt."

Video: AFP

Flucht nach Paraguay: Impfgegner wecken im Land kein Verständnis

Ein Paradies für Ungeimpfte ist Paraguay ohnehin nicht. Denn zu Jahresbeginn erließ die Regierung ein Gesetz, wonach Einreisende ohne permanentes Bleiberecht zwei Impfungen gegen Covid-19 vorweisen müssen. Zuvor hatte sich eine große Mehrheit in einer Zeitungsumfrage für obligatorische Impfungen ausgesprochen.

Enrique Hahn, der bereits erwähnte Bürgermeister Hohenaus, betonte Ende 2021 in der Süddeutschen Zeitung: "Wir glauben hier an die Wissenschaft und an den medizinischen Fortschritt."

Das Problem Paraguays ist vielmehr: Weil sich das Land die Vakzine nicht leisten kann, ist es auf Spenden innerhalb der Covax-Initiative angewiesen, die einen gleichmäßigen und gerechteren Zugang zu den Wirkstoffen ermöglichen soll.

Es gilt einiges aufzuholen: Anfang Juni soll gerade mal gut jeder zweite Einwohner des Staates einmal geimpft sein, 48 Prozent gelten als vollständig immunisiert. Knapp 19.000 Todesopfer hat Paraguay infolge der Pandemie bereits zu beklagen, 650.000 Menschen waren nachweislich infiziert - also fast jeder Zehnte.

Aus falschen Annahmen nach Paraguay? Impfpflicht ist möglich und Corona-Regeln sind Alltag

Fraglich, ob all das den deutschen Einwanderern bekannt ist. Oder es sie überhaupt tangiert. Dem Stern zufolge dürften aber viele von ihnen von falschen Annahmen nach Paraguay gelockt worden sein. So würde kolportiert, im Land herrschten keine Corona-Regeln und die Verfassung erlaube erst gar keine Impfpflicht. Beides stimmt nicht.

In öffentlichen Gebäuden gilt etwa eine Maskenpflicht, Zuwiderhandlung kann Geldstrafen oder 30 Tage Sozialdienst zur Folge haben. Auch gab es infolge der Pandemie nächtliche Ausgangssperren, Teilnehmerbegrenzungen bei privaten Treffen und Kultur-Veranstaltungen, Kinder mussten im öffentlichen Raum von Erwachsenen begleitet werden, berichtete der Focus.

Als Pluspunkt für Paraguay nennt der Stern, dass gerade europäische Auswanderer einfach an eine Ausnahmegenehmigung kommen würden und Land und Immobilien kaufen könnten. Seit Anfang Juni soll auch ein Impfnachweis nicht mehr Voraussetzung für die Einreise sein. Stattdessen würden ein PCR-Test oder eine Genesung in den vergangenen zehn bis 90 Tagen genügen.

Die Flucht vor der Impfpflicht? Immer mehr deutsche Corona-Leugner zieht es nach Paraguay.
Foto: Bernd Weißbrod, dpa

Querdenker in Paraguay: Paraiso Verde als Paradies für Corona-Leugner

Diese Erleichterung könnte also weitere Impfgegner anlocken. Jene, die ihre Auswanderungspläne womöglich Anfang des Jahres wegen der Verschärfungen auf Eis legen mussten. Denn es gibt durchaus Orte in Paraguay, wo ihrer Ankunft beinahe schon entgegengefiebert wird. Etwa im Paraiso Verde - einer Kolonie, in der sich Querdenker heimisch fühlen wollen.

3000 Deutsche, Schweizer und Österreicher voller Misstrauen hätten sich auf den 1600 Hektar bislang niedergelassen. Das Gründer-Ehepaar aus Österreich wünscht sich demnach, dass es einmal 30.000 werden. Wenig überraschend scheren sich die Einwohner des grünen Paradieses nicht um Corona-Bestimmungen. Deshalb bekamen sie bereits Besuch von der Staatsanwaltschaft, die von bewaffneten Wachposten an den Toren der Siedlung begrüßt wurde.

So weit, so befremdlich. Nur: Das Coronavirus lässt sich eben auch von Gewaltandrohung nicht abschrecken. Egal wo auf der Welt.

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