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  3. Corona-Protest in Schweinfurt: Polizeigewerkschaft verurteilt Eltern wegen Kindeswohlgefährdung

Corona-Proteste
27.12.2021

Polizeigewerkschaften verurteilen Kinder-Mitnahme bei Demos

Bei Corona-Protesten werden immer wieder Kinder in vorderste Linie gebracht. Das verurteilten nun Polizeigewerkschaften.
Foto: -/dpa

Kinder bei Corona-Demos als Schutzschilde zu missbrauchen, sei unmenschlich: Polizeigewerkschaften verurteilten Eltern, die ihre Kinder zu Protesten mitnehmen.

Nachdem bei Corona-Protesten in Schweinfurt ein Kind verletzt wurde, verurteilten nun die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Eltern, die ihre Kinder auf Demos bewusst Gefahren aussetzen.

„Ein Kind als ‚Schutzschild‘ zu missbrauchen ist ein Akt der Unmenschlichkeit und das muss das Jugendamt auf den Plan rufen“, sagte der unterfränkische Bezirksvorsitzende der DPolG, Thorsten Grimm, am Montag. „Man muss sich schon die ernsthafte Frage stellen, was eine Mutter dazu bewegt, ihr Kind im Kinderwagen auf eine solche Versammlung mitzunehmen und sich dann auch noch in vorderster Front zu bewegen beim Versuch, die Polizeisperren zu umgehen.“

In Schweinfurt wurde ein Kind verletzt - Mutter bekommt Anzeige

Am Sonntag hatte ein vierjähriges Kind bei den gewalttätigen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen Schweinfurt Pfefferspray abbekommen. Das Kind musste medizinisch behandelt werden, nachdem seine Mutter nach Polizeiangaben versucht hatte, eine Absperrung zu durchbrechen. Die Mutter wurde wegen Verstoßes gegen die Demonstrationsauflagen angezeigt. Zudem wurde das Jugendamt informiert, wie die Polizei mitteilte.

Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, stimmte in die Kritik ein. „Es gibt das Phänomen häufiger, dass Eltern mit ihren Kindern, oft auch im Kinderwagen, zu Impfgegner-Demos gehen, um ihre Kinder als Schutzschilder gegen polizeiliche Maßnahmen einzusetzen“, sagte Malchow der Zeitung Rheinischen Post.

Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Malchow, es sei nicht nachvollziehbar, „dass Eltern ihre Kinder gegenüber der Polizei als Schutzschild benutzen und diese somit bewusst in Gefahr bringen“. Die eigenen Kinder zu instrumentalisieren, sei „verantwortungslos, schäbig und neben einer Strafanzeige mindestens ein Fall für das Jugendamt“.

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Video: SAT.1

Kinder auf Corona-Demonstrationen: "Fall für das Jugendamt"

Auch Bayerns DPolG-Landeschef Jürgen Köhnlein kritisierte scharf, dass Eltern ihre Kinder mit auf derartige Demonstrationen nehmen: „Das geschieht leider zum reinen Selbstzweck und mit vollem Kalkül der Eltern“, sagte er. „Für mich ist dieses unverantwortliche Handeln von Erziehungsberechtigten ein Fall für das Jugendamt“.

„Eine brandgefährliche Entwicklung“ nannte Grimm die aktuellen Geschehnisse rund um die vielerorts stattfindenden „Spaziergänge“ von Impfskeptikern und Gegnern der Corona-Maßnahmen. „Aktuell muss man wirklich aufpassen, dass die Gesamtlage nicht völlig eskaliert.“ Die „Spaziergänge“ müssten verboten werden.

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