Newsticker
Russische Flugabwehr schießt angeblich Drohnen über der Krim ab
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Corona-Regeln in Deutschland im Juli: Maskenpflicht in Sommer & Herbst vor Comeback?

Corona-Beschränkungen
03.08.2022

Corona-Regeln in Deutschland: Bundesländer im Überblick – bald wieder Maskenpflicht?

Die Maskenpflicht ist in Deutschland in Innenräumen kaum mehr gegeben.
Foto: Daniel Löb, dpa (Symbolbild)

Seit Mai 2022 gibt es in den deutschen Bundesländern kaum mehr Corona-Beschränkungen. Ein Überblick über die Länder zeigt, wo derzeit welche Corona-Regeln gelten.

Die Corona-Regeln wurden in Deutschland nach und nach gelockert und seit dem 1. Mai setzen viele Bundesländer das um, auf was sich die Gesundheitsminister der Länder jüngst geeinigt haben. Dabei geht es um eine einheitliche Isolations- und Quarantäneregulierung in der Bundesrepublik. Diese besagt, dass mit dem Coronavirus infizierte Menschen künftig nur noch fünf statt zehn Tage Isolationspflicht haben. Außerdem müssen sich Kontaktpersonen nicht mehr verpflichtend in Quarantäne begeben.

Neue Corona-Maßnahmen im Herbst

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) haben sich auf neue alte Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst geeinigt. Die wohl wichtigste Maßnahme stellt die wiederkehrende Maskenpflicht dar. Die Maske soll in einigen Innenräumen wieder eingeführt werden, in denen sie derzeit nicht getragen werden muss. Auch in Flugzeugen und im Fernverkehr ist die Maske verpflichtend zu tragen. Das ist aber nicht alles: "Wenn die Situation es gebietet, gilt auch eine Maskenpflicht bei Außenveranstaltungen und es kommt zu Obergrenzen im öffentlichen Raum", sagte Lauterbach.

Corona-Bürgertest nicht mehr kostenlos

Eine vielbeachtete Corona-Regeländerung betrifft die Bürgertests. Die Corona-Schnelltests sind seit dem 30. Juni nicht mehr kostenlos. Für alle, die sich testen lassen wollen, werden drei Euro Selbstbeteiligung fällig. Außerdem braucht es einen Grund für einen Test, wie beispielsweise den Besuch eines Konzertes in einem Innenraum.

Für vulnerable Gruppen bleibt der Corona-Bürgertest allerdings kostenlos. Zu diesen gehören beispielsweise Frauen im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft oder Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Video: dpa

Corona in Deutschland: Kritik an Maskenpflicht

Viele Mediziner halten die Maskenpflicht für übertrieben: Kassenärztechef Andreas Gassen spricht sich gegen die Ausweitung der Maskenpflicht sowie Fortführung anlassloser Bürgertests aus: "Das Narrativ war immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe", so der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe zwar höhere Infektionszahlen, die Erkrankungsverläufe seien aber überwiegend leicht.

Im folgenden Überblick sehen Sie, wo diese Regelungen bereits umgesetzt werden – und welche Corona-Beschränkungen noch gelten. Alle Bundesländer im Check.

Lesen Sie dazu auch

Corona-Regeln in Bayern

Die Corona-Regeln in Bayern wurden am 3. April gelockert. Seitdem gibt es keine Maskenpflicht in Innenräumen und seit dem 13. April auch schon keine Quarantänepflicht für Kontaktpersonen mehr. Infizierte, die symptomfrei sind, können die Isolation nach fünf Tagen beenden. In Bayern ist zum 1. Mai außerdem die Testpflicht in Schulen und Kitas weggefallen. Die Corona-Basisschutzmaßnahmen wurden bis zum 30. Juli verlängert, allerdings fiel in Bayern die FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr. In Bussen und Bahnen muss nur noch eine medizinische Maske getragen werden.

Corona-Regeln in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist die Lage noch etwas konservativer als in Bayern. Ab dem 1. Mai ändert sich nur, dass die Maskenpflicht bei Zahnärzten ausläuft. Das Land hat allerdings beschlossen, dass es Anfang Mai auch zu Änderungen in der Isolationspflicht kommen soll. Auch hier soll eine Quarantänepflicht von fünf Tagen eingeführt werden. Wann genau diese Regelung eintritt, dazu soll es Anfang Mai noch einmal Details geben.

Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und im Saarland

In Nordrhein-Westfalen bleibt die Landesregierung noch vorsichtig. Es wurde eine Verlängerung der bestehenden Maßnahmen bestimmt, welche bis Ende Mai anhalten soll. Gleiches gilt für Sachsen-Anhalt und das Saarland. In den Bundesländern gab es zum Mai ebenfalls keine nennenswerten Änderungen.

Corona-Regeln in Hessen

In Hessen wurden die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln bereits zum Mai aufgegriffen. In dem Land gilt nun die Isolationspflicht von fünf Tagen, eine Freitestung ist nicht mehr nötig. Infizierte, die im medizinischen Sektor arbeiten, dürften ihre Arbeit ab sofort am fünften Tag nach Beginn der Isolation wieder aufnehmen, wenn sie ein negatives Testergebnis vorlegen. Die Testpflicht in hessischen Schulen gilt nicht weiter. Noch eine Änderung: Ungeimpfte Haushaltsangehörige müssen sich nicht mehr automatisch in Quarantäne begeben.

Corona-Regeln in Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz gab es zum Mai eine neue Corona-Landesverordnung - und auch hier endet die zehntätige Quarantäne-Pflicht. Stattdessen müssen Infizierte noch mindestens fünf Tage in Isolation. Kontaktpersonen sind dazu nicht mehr verpflichtet.

Video: dpa Exklusiv

Corona-Regeln in Thüringen

Ab dem 6. Mai entfällt in Thüringen die Testpflicht an Schulen. Außerdem wird die Isolationspflicht auf fünf Tage gesenkt. Eine Einschränkung: Es darf die Quarantäne nur verlassen werden, wenn zwei Tage keine Symptome aufgetreten sind. Für Kontaktpersonen gibt es keine Quarantäne-Pflicht mehr. Allerdings empfiehlt das Land, dass sich jede Kontaktperson trotzdem zunächst isolieren sollte.

Corona-Regeln in Niedersachsen

In Niedersachsen endet zum Mai die Testpflicht an Schulen und Kitas, die Maskenpflicht war bereits zuvor gefallen. Ansonsten gibt es noch keine nennenswerten Änderungen, neue Quarantäne-Regelungen lassen auf sich warten.

Corona-Regeln in Hamburg

Der Status als Corona-Hotspot endete in der Hansestadt zum 30. April. Damit fallen in dem Bundesland die Maskenpflicht im Einzelhandel und in Innenräumen. Allerdings bliebt auch im Mai vorerst eine Maskenpflicht im Nahverkehr und in Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Corona-Regeln in Bremen

In Bremen gibt es gleich drei neue Corona-Regeln, welche zum 1. Mai in Kraft treten. An Schulen entfällt die Testpflicht. Zudem wird die Pflicht der Isolation für Infizierte auf fünf Tage gesenkt. Zuvor hatte sie sieben Tage betragen. Zu guter Letzt muss in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen jeder über 14 Jahre nun eine FFP2-Maske tragen. Zuvor hatte eine OP-Maske ausgereicht. In Bremen tritt also der derzeit seltene Fall ein, dass ein Regelung sogar leicht verschärft wird.

Corona-Regeln in Brandenburg

Für alle nicht geimpften und genesenen Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte endet zum Mai die Testpflicht in Schulen und Kitas. Ansonsten bleibt in Brandenburg zunächst alles beim Alten.

Corona-Regeln in Berlin

Alles beim Alten, das gilt auch für Berlin. Der Senat hat beschlossen, dass die bisherigen Corona-Regeln auch im Mai weiter gelten. Die geplante Verkürzung der Isolationszeit wurde vertragt, Bedenken gibt es vor allem bei der SPD und Linkspartei.

Corona-Regeln in Mecklenburg-Vorpommern

Seit dem 28. April gelten in Mecklenburg-Vorpommern nur noch die Corona-Basisschutzmaßnahmen. Diese beinhalten die Maskenpflicht im Nahverkehr, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Ansonsten wurden praktisch alle Einschränkungen aufgehoben.

Video: dpa Exklusiv

Corona-Regeln in Sachsen und Schleswig-Holstein

In den Bundesländern Schleswig-Holstein und Sachsen wurde die Corona-Schutz-Verordnung bis zum 28. Mai 2022 verlängert. Es gibt allerdings kleine Anpassungen, die vor allem für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen interessant sind. Diese können nun auch medizinische Masken tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Zuvor hatte noch eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske geherrscht.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.