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Coronavirus
10.01.2022

Neue Variante des Coronavirus? Das steckt wirklich hinter "Deltakron"

Eine neue Corona-Variante auf Zypern lässt aufhorchen. Entdeckt wurden Coronaviren, die eine Kombination aus den Varianten Omikron und Delta aufweisen. Ein Virologe hält dies aber für ein Labor-Phänomen.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Eine vermeintliche neue Variante des Coronavirus ist auf Zypern entdeckt worden. Was über "Deltakron" bisher bekannt ist.

Unter dem Namen "Deltakron" macht aktuell eine vermeintlich neue Variante des Coronavirus Schlagzeilen. Die Bezeichnung leitet sich nicht direkt von einem griechischen Buchstaben ab, sondern ist eine Kombination aus Delta und Omikron. Denn "Deltakron" weist offenbar Merkmale der Varianten Delta und Omikron auf.

Vermeintliche Corona-Variante Deltakron: Handelt es sich um Verunreinigung aus Labor?

Der vermeintliche Nachweis einer Misch-Variante aus Delta und Omikron in Zypern geht Experten zufolge wohl auf Verunreinigungen während der Analyse zurück. "Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte", erläuterte Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Omikron-Mutationen, die hier in einem Zusammenhang mit Delta-Genomsequenzen beobachtet würden, beträfen alle einen DNA-Abschnitt, der bei Delta-Nachweisen oft sehr schwach ausfalle und daher sehr anfällig für Kontamination sei. Ähnlich äußerten sich weitere Experten bei Twitter, etwa die WHO-Expertin Maria van Kerkhove: Das Ergebnis gehe wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurück.

Nachweis von Deltakron: Mischvariante hat Ursprung in Laborfehlern

Ein britischer Forscher hatte bereits am Wochenende Zweifel an der Entdeckung aus Zypern angemeldet. Virologe Tom Peacock, der am Londoner Imperial College lehrt, hält eine Verunreinigung im Labor für eine wahrscheinliche Erklärung für Deltakron.

 

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Wiederholt hat der britische Virologe in den vergangenen Wochen auf Twitter darauf hingewiesen, wie solche Kontaminationen entstehen können. Auch Deltakron könne so entstanden sein. So etwas könne jedoch in jedem Labor passieren und habe nichts mit der Qualität eines Labors zu tun.

Zuvor kursierten Berichte mit Verweis auf ein Interview mit dem örtlichen Sender Sigma TV, denen zufolge Leontios Kostrikis von der Universität Zypern 25 Fälle identifiziert haben will, in denen eine Mischvariante aus Delta und Omikron - Deltakron genannt - Ursache der Infektionen war. 

"Es ist zwar durchaus möglich, dass es Rekombinanten gibt, aber bislang wurden keine größeren Ausbrüche mit solchen Varianten beobachtet", betonte Neher. "Diese Genome aus Zypern sind vermutlich keine Rekombinanten."

Auch ein Mitglied des griechischen Krisenstabes für die Corona-Pandemie, Gikas Magiorkinis, erklärte, dass Kostrikis' Schlüsse falsch seien. "Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt", twitterte der Epidemiologe. Kostrikis selbst allerdings wollte eine Fehleinschätzung zunächst nicht einräumen, er beharrte am Montag auf seinen Ergebnissen. (AZ/dpa)

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