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#fillthebottle
26.08.2019

Kippen sammeln und Foto posten - das steckt hinter dem Social-Media-Trend

Till Neumann von der Band Zweierpasch hat den Social-Media-Trend #fillthebottle nach Deutschland gebracht. Bei der Aktion werden Zigarettenreste aus der Natur entfernt - dann wird ein Foto gepostet.
Foto: Patrick Seeger, dpa

Kippen sammeln, in die Flasche füllen und ein Foto posten - die Social-Media-Challenge #fillthebottle verbreitet sich rasant. Auch für unsere Region wäre das gut.

Endlich mal eine Social-Media-Challenge, die wirklich etwas bewirken kann: In einer Aktion mit dem Hashtag #Fillthebottle sammeln Nutzer Zigarettenkippen, füllen sie in eine leere Plastikflasche und posten ein Foto davon auf Instagram. Im besten Fall haben damit nicht nur sie ihren Teil zur Säuberung der Umwelt beigetragen - sondern motivieren auch andere, ihnen nachzueifern.

#Fillthebottle - zwei Brüder bringen den Social-Media-Trend nach Deutschland

Der Umweltschutz-Trend, der sich in den Sozialen Netzwerken vor allem in Frankreich schon jetzt großer Beliebtheit erfreut, schwappt gerade auch nach Deutschland. So wollen auch die Zwillingsbrüder Till und Felix Neumann, Mitglieder der Band Zweierpasch aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet bei Freiburg, Menschen zum Aufsammeln der Kippen bewegen.

Gemeinsam mit Dutzenden Helfern haben sie in Freiburg und Kehl am Rhein etwa 15.000 Zigarettenstummel aufgesammelt. Die Brüder und mehrere Dutzend Helfer füllten die Kippen in leere Plastikflaschen, machten Fotos davon und veröffentlichten diese im Sozialen Netzwerk Instagram.

 

Nicht einmal 45 Minuten habe es gedauert, eine Eineinhalb-Liter-Flasche mit Kippen zu füllen, sagte Till Neumann. Im Netz und auf der Straße sei die Resonanz auf die Aktion positiv gewesen: "Wir haben sehr viel Zuspruch bekommen, aber auch viele entsetzte Reaktionen darüber, wie viele Zigaretten gefunden wurden", sagte Neumann.

So stark belasten Zigarettenstummel in Großstädten die Umwelt

Einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge werden täglich rund 15 Milliarden Zigaretten auf der ganzen Welt verkauft. Etwa zwei Drittel davon landen einfach auf dem Boden. Und Kippen in der Öffentlichkeit geben Schadstoffe ab: Jeder Stummel belastet mit circa zwei Milligramm Nikotin die Umwelt, wobei das Nervengift bei Regen gelöst wird und damit auch das Grundwasser verunreinigen kann.

Dabei ist die Nikotin-Belastung durch Zigarettenstummel laut Bund Naturschutz in urbanen Gegenden besonders hoch. Einer Studie der TU Berlin zufolge ist die Konzentration zum Teil 60-mal so hoch wie im ländlichen Raum. In Berlin etwa kommen auf einem Quadratmeter im Schnitt 2,7 Kippen zusammen. Hochgerechnet sind das 2,7 Millionen Zigarettenstummel auf einem Quadratkilometer.

Zigarettenkippen schädigen auch in der Region die Natur

Auch in Schwaben vergiften Kippen die Umwelt. Das zeigt jüngst ein Fall aus Donauwörth, wo am Gift der Zigarettenreste zahlreiche Vögel verendet sind. Von den 25 Dohlen-Küken, die in den Nestern im Turm der Heilig-Kreuz-Kirche geschlüpft sind, hat nur ein einziges überlebt. Als ein Veterinär die Nester durchsah, fand er gleich mehrere Stummel. Es sind die Überbleibsel von Zigarretten, die Menschen achtlos auf Straßen und in Grünanlagen entsorgt haben. Vögel halten sie bei der Futtersuche für Nahrung und bringen sie ihrem Nachwuchs mit - für den das verheerende Folgen hat.

Vielleicht erreicht die Social-Media-Challenge #fillthebottle ja auch unsere Region - und bewahrt Vögel in Schwaben künftig vor dem Tod durch Zigaretten-Gift. Zwar ist kaum davon auszugehen, dass Sammler alle Kippen auf den Straßen und in den Parks zusammenklauben können. Doch von der Aktion geht zumindest eine klare Botschaft an Raucher aus, sich in Zukunft umsichtiger um den Verbleib ihrer Zigarettenreste zu kümmern. (mit dpa)

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