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Waffenlieferung
26.04.2022

Deutschland liefert Gepard in die Ukraine: Was kann der Flugabwehrpanzer?

Ein Flakpanzer vom Typ Gepard fährt auf dem Truppenübungsplatz in Munster. Bald sollen derartiger Panzer in der Ukraine eingesetzt werden.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa (Archivbild)

Deutschland will nun also doch schwere Waffen an die Ukraine liefern. Der Gepard-Flugabwehrpanzer soll schon bald beim Krieg in der Ukraine zum Einsatz kommen.

Jetzt also doch: Deutschland hat sich dazu entschlossen, schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Genauer gesagt geht es wohl um 50 Gepard-Panzer, welche die Ukrainer bei dem Angriffskrieg von Russland unterstützen sollen. Damit erlaubt die Bundesregierung eine Lieferung von schweren Waffen aus Beständen der Industrie. Das erklärte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zum Auftakt des Ukraine-Treffens in Ramstein am Dienstag, bei dem mehr als 30 Nationen teilnehmen. Wir stellen den deutschen Panzer vor.

Die Geschichte rund um den Flugabwehrkanonenpanzer Gepard

Der Gepard-Panzer blickt auf eine lange Tradition in der Bundeswehr zurück. Die Produktion startete in den 1970er Jahren. Hersteller ist das Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Im Jahr 2010 wurden die Panzer, die den vollen Namen Flugabwehrkanonenpanzer Gepard 1A2 tragen, von der Bundeswehr ausgemustert. Zwei Jahre später wurde die Heeresflugabwehr, zu welcher der Gepard gehörte, sogar ganz aufgelöst.

Derzeit soll KMW allerdings noch rund 50 Gepard-Panzer vorrätig haben. Der Hersteller hat nun von der Ampel-Regierung grünes Licht erhalten, um die technisch aufgearbeiteten Panzer aus früheren Bundeswehr-Beständen verkaufen zu können. Der Weg für die Lieferung an die Ukraine ist damit frei.

Video: dpa

Was kann der Gepard-Flugabwehrpanzer?

Der Gepard stellte über Jahrzehnte einen wichtigen Bestandteil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr dar. Er ist auf die Bekämpfung von tieffliegenden Zielen, wie beispielsweise Hubschraubern, spezialisiert. Es ist aber auch möglich, den Gepard gegen Bodenziele einzusetzen. Der Gepard wird auch als Flakpanzer bezeichnet.

Auch für die Nato spielte der deutsche Panzer eine wichtige Rolle, da er ein einzigartiges System verkörperte. Dieses besteht auch aus einem Radarsystem zur Zielerfassung. Das Fahrgestell ist zu großen Teilen identisch mit dem des Kampfpanzers Leopard 1. Auf dieses wurde ein Turm mit zwei Flugabwehrkanonen gesetzt. Der Panzer kann auch mit Stinger-Flugabwehrraketen bestückt werden.

Der Gepard ähnelt dem sowjetischen Tunguska-Panzer, welcher derzeit in der Ukraine zum Einsatz kommt.

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Welche Rolle kann der Flakpanzer Gepard beim Krieg in der Ukraine spielen?

Das System und die Fähigkeiten des Gepard werden von den ukrainischen Streitkräften dringend benötigt. Die russische Luftwaffe fliegt jeden Tag viele Einsätze und bombardiert Ziele aus der Luft. Diese könnten durch Flugabwehrpanzer, die beispielsweise strategisch wichtige Punkte sichern, verhindert und bekämpft werden. Auch Luftlandeoperationen mit Hubschraubern, wie sie Russland in den ersten Kriegstagen versucht hat, könnte der Gepard unterbinden.

Die Gepard-Panzer würden wohl vor allem an der Front im Donbass eingesetzt werden. Das liegt auch daran, dass er sich für Ziele mit kürzerer Distanz eignet, was ihn von Raketensystemen vom Typ Patriot oder S300 unterscheidet. Entscheidend wird die Versorgung mit Munition und die Wartung sein, die noch sichergestellt werden müsste.

Problematisch ist, dass das System des Gepard-Panzers als eines der komplexesten und ausbildungsintensivsten überhaupt gilt. Die ukrainischen Soldaten müssten also zunächst geschult werden. Wie dies aussehen soll, darüber gibt es noch keine Informationen.

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