Die Tiere sehen putzig aus und klingen nach Klementine und Ariel – Waschbären. Der Name kommt daher, dass die Bärin und ihr Mann das gefundene Fressen sehr genau mit den Pfoten überprüfen, bevor sie es verschlingen. Testet der Waschbär sein Futter am Wasser, was in der freien Natur häufig vorkommt, sieht es so aus, als ob Waschtag wäre. So oder ähnlich hätte wohl Bernhard Grizmek den possierlichen Kleinbären der Gattung Procyonidae vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein gefräßiges Raubtier.
Die Hauptstadt Berlin als bevorzugtes Habitat
Längst beschränkt sich das Vorkommen der invasiven Art nicht mehr auf Flüsse und Bäche. Wohnungsnot hin oder her – der Waschbär hat die Hauptstadt als sein bevorzugtes Habitat erwählt. Vielleicht hat auch der Bär im Stadtwappen das Raubtier mit der schwarzen Maske angelockt. Wie der Berliner Senat auf eine Anfrage der Grünen schreibt, bereitet die Invasion der Vierbeiner riesige Probleme: „Bei den Behörden gehen zunehmend Beschwerden der Bevölkerung zu Konflikten mit Waschbären ein.“ Die Kleinbären beschädigen immer häufiger Gebäude oder technische Einrichtungen. Es folgt eine lange Liste mit Einrichtungen, an denen die Kletterkünstler und Allesfresser gehörige Schäden anrichten: Charité, Revierförstereien, Firmengelände, Arztpraxen, Schwimmbäder oder Heizkraftwerke.
Waschbären dürfen gejagt werden
Zwischen 2020 und 2025 seien 83 Waschbären getötet worden. In 24 Fällen sei es um den Schutz sensibler Infrastruktur oder Hygieneanforderungen gewesen, heißt es weiter vom Senat. Die Jagd ist in Berlin ebenso wie in vielen anderen Bundesländern während des ganzen Jahres möglich. Es bedarf wohl keiner Sabotage von Aktivisten an hauptstädtischer Stromversorgung. Der Waschbär erledigt die ganze Arbeit.
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