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Interview
31.10.2022

Sängerin Vanessa Mai: „Ich war schon immer eher eine Einzelgängerin“

„Die Grenzen, die mir manche Menschen setzen wollten, mit denen kam ich plötzlich nicht mehr klar“, sagt Pop- und Schlagersängerin Vanessa Mai.
Foto: Jörg Carstensen, dpa

Vanessa Mai ist eine der erfolgreichsten Pop- und Schlagersängerinnen Deutschlands. Ein Gespräch über Dieter Bohlen, Kindheitsträume und persönliche Täler.

Frau Mai, Klatsch und Tratsch gehören zum Pop-Metier wie der Zucker zum Espresso. Auf der anderen Seite heißt das auch Druck aufs Privatleben durch die Regenbogenpresse und soziale Netzwerke. Nervt das sehr?

Vanessa Mai: Nein, im Grunde genommen nicht. Gerade in den sozialen Medien hat man es ja selbst in der Hand, was man postet und was nicht.

Die Klatschmagazine gibt es immer noch.

Mai: Aber für mich haben sie spürbar an Relevanz verloren. Insofern bin ich ziemlich entspannt und kann das gut steuern.

Man konnte aber feststellen, dass Sie in den vergangenen Monaten mit Gerüchten über sich aufgeräumt haben. Das heißt: kein Knatsch mit Schwiegermutter Andrea Berg, kein Zoff mit Dieter Bohlen.

Mai: Ich glaube, der Klatschpresse tut es weh, dass sie nicht mehr über einen Streit zwischen Andrea und mir schreiben kann. Nach dem gemeinsamen Song ist ihnen dieses Thema regelrecht weggebrochen.

Foto: Verlag Droemer Knaur / - / -

Aber kann man überhaupt mit einem so großen Ego wie Bohlen zusammenarbeiten, ohne aneinanderzugeraten?

Mai: Irgendwann haben sich unsere beruflichen Wege getrennt. Ich bin damals dann weitergegangen und habe einen neuen Weg eingeschlagen. Aber ich muss auch sagen, dass ich für diese Zeit mit Dieter Bohlen sehr dankbar bin. Denn ohne die Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ und einen meiner erfolgreichsten Songs wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

Sie haben gerade Ihre Biografie „I do it Mai Way“ auf den Markt gebracht. Da wird es Leute geben, die sich fragen werden: Wie kommt jemand mit 30 Jahren darauf, so ein Projekt anzugehen?

Mai: Gegenfrage – warum nicht?

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Weil die meisten Biografien erst in höherem Alter geschrieben werden.

Mai: Na, es ist ja auch keine wirkliche Biografie, sondern eher ein Zwischenstand, weil ich erst 30 bin. Aber ich packe die Dinge an, wie sie kommen. Und für mich war es wichtig, dass ich von meinem heutigen Standpunkt aus den Fans und Menschen, die mich begleiten, einfach mal erzähle, warum die Dinge bei mir so gelaufen sind. Und ich wollte tatsächlich auch einige Fragezeichen um meine Person löschen. Das erste Feedback auf die neue Doku und das Buch lassen darauf schließen, dass mir dies gelungen ist. Die Leute verstehen nun, warum alles bei mir so kam.

Wie kam das Projekt zustande?

Mai: Ich weiß das gar nicht mehr genau. Irgendwann habe ich mit meinem Mann und Manager Andreas über das Thema gesprochen. Und in jedem Fall war das Buch schon eine Herausforderung. Denn trotz toller Ghostwriterin war das Arbeit und sehr emotional. Durch dieses intensive Reflektieren habe ich mir aber endlich einmal klarmachen können, warum ich heute so bin oder warum ich entsprechend handle. Da bezieht sich vieles auf meine Kindheit. Ich würde jedem empfehlen, ein Buch zu schreiben, der etwas zu erzählen hat.

Sie schreiben, Sie seien seit jeher davon überzeugt, „besonders“ zu sein. Wie definieren Sie heute „besonders“?

Mai: Ich weiß, es klingt ein wenig kitschig und wie ein Kalenderspruch. Und natürlich ist jeder Mensch besonders. Ich möchte den Leuten die Botschaft mitgeben, wie wichtig die Liebe zu sich selbst ist. Man findet sich ja nicht immer toll. Dieses „besonders“ soll auch nichts mit Arroganz oder Abgehobenheit zu tun haben.

In Ihrem Tagebuch fand sich folgendes Zitat: „Ich werde es allen zeigen. Ich werd’ berühmt, egal wie. Ich wünsche es mir vom ganzen Herzen!“ Woher kommt dieser heftige Wunsch?

Mai: Wenn man einen Traum hat, sollte man daran festhalten. Und ich hatte schon immer das Gefühl, dass ich auf die Bühne will. Und das hängt eben mit meiner Kindheit und Jugend zusammen.

Vanessa Mai ist seit 2017 mit ihrem Manager Andreas Ferber verheiratet.
Foto: Jörg Carstensen, dpa

Hängt es auch damit zusammen, dass Sie sich immer ein wenig als Außenseiterin fühlten? Sie schreiben ja selbst: „Ich war mein Leben lang nie zu den Coolen eingeladen gewesen. Ich gehörte nie zu den angesagten Leuten. Ich bin gemobbt worden. Ich war nie „die, that girl, und ich bin’s auch heute nicht, gefühlt“.

Mai: Ja, das war bei mir schon so. Und es war auch eine Sache von Vorbildern. Ich hatte immer meine musikalischen Vorbilder, denen ich nachgestrebt bin.

Dafür waren Sie bereit, Opfer zu bringen, wie Sie sagen, was auch Einsamkeit und den Verlust von Freunden bedeutete.

Mai: Was heißt Opfer bringen? Man trifft im Leben eben Entscheidungen, und ich habe ein klares Ziel gehabt. Also habe ich die eine oder andere Geburtstagsfeier von Freunden ausfallen lassen müssen. Ich machte das aber nur selten schweren Herzens, denn ich war schon immer eher eine Einzelgängerin. Darum habe ich auch keinen großen Schaden davongetragen. Ich bin aber am Wochenende durchaus auch mit Freunden weggegangen, die Musik jedoch hatte wirklich erste Priorität.

Hat sich Ihr Streben nach „Höherem“ wirklich gelohnt?

Mai: Extrem! Ich bin gerade sehr zufrieden. Wenn wir, mein Mann und ich, gesund bleiben, ist alles in Ordnung. Ich bin einfach froh, dass ich heute das machen darf, was mir Freude bereitet. Ich darf mir meine Projekte heraussuchen.

Wann wurde Ihnen klar, dass aus dem kroatischen Teenie Vanessa Mandekic die Pop-Prinzessin Vanessa Mai geworden ist?

Mai: Oh Gott, den Moment gibt es gar nicht richtig. Denn man realisiert das in dem Augenblick gar nicht so, was abgeht. Ich habe die Erfolge nie so richtig wahrgenommen. Das ist einerseits schön, weil einen das alles überrollt wie ein Traum, andererseits fehlte dann auch oft die Zeit, das zu genießen. Im Grunde wurde mir das erst bei dem jüngsten Song „Happy End“ mit Sido klar. Jetzt bin ich schon stolz auf das, was ich erreicht habe.

Der Grundstein für Ihre Karriere wurde früh gelegt. Sie warteten an den Wochenenden oft bei Ihrem Papa und seiner Band hinter der Bühne. Wo andere Gute-Nacht-Geschichten hörten, war bei Ihnen laute Musik, Zigarettenrauch und das Lachen an Stammtischen. Wie hat Sie das geprägt?

Mai: Ich fand das toll, auch wenn es nur die Coverband meines Papas in einem Festzelt war, aber ich hatte das Gefühl, in der Welt meiner Idole zu sein. Als Kind dachte ich, oh, mein Vater ist auch Musiker. Dieses Showfeeling hat mich tatsächlich früh geprägt. Auch heute liebe ich das noch.

Auch Sie zog es früh zur Bühne. Sie schreiben, „weil ich es mag, gemocht zu werden, diese Energie von außen zu bekommen. Ich liebe die Elektrizität. Das Britzeln auf der Haut, kurz bevor man vors Publikum tritt.“

Mai: Voll! Aber auch da bin ich bewusster geworden. Es gab eine Zeit, in der ich viel von der Bestätigung von außen lebte. Das geht doch den meisten Künstlern so. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass ich davon allein nicht glücklich werden kann, sondern ich muss von innen heraus glücklich sein. Das war eine wichtige Erkenntnis. Denn es wird einem irgendwann zum Verhängnis, wenn man nur für die Bestätigung von anderen lebt.

Wann haben Sie gespürt, dass Ihnen nur die Resonanz auf Ihr Tun nicht reicht?

Mai: So etwas geschieht, wenn man durch ein persönliches Tal geht. Ich bin zwar kein richtig spiritueller Mensch, aber doch stark reflektierend. Darum habe ich mich viel mit diesem Thema beschäftigt, auch wenn sich diese Zeit nicht wirklich schön angefühlt hat.

Was ist passiert?

Mai: Die Musik hat mich ja immer glücklich gemacht und ich wollte ja auch nicht unbedingt raus aus dem Schlagergeschäft. Aber die Grenzen, die mir manche Menschen da setzen wollten, mit denen kam ich plötzlich nicht mehr klar. Andere Künstler würden an so einer Stelle vielleicht einfach weitermachen, aber ich konnte das nicht, weil es mich unglücklich gemacht hat. Ich bin durch meinen Papa sehr frei aufgewachsen und konnte nicht akzeptieren, dass ich meine künstlerische Bandbreite nicht erweitern sollte, nur weil ich Schlagersängerin war. Diese Einschränkung war mir zu viel. Da ist zwar nicht alles nach außen gedrungen, aber die Dinge funktionierten einfach nicht mehr. Denn ich wollte frei und unabhängig sein.

Ist der Album-Titel „Metamorphose“ dann auch autobiografisch?

Mai: Was die Texte angeht, nicht. Er steht eher für musikalische Entfaltung, dass also auf dem Album ein Sido drauf ist, aber auch eine Andrea Berg.

Metamorphosen können ja auch schmerzhaft sein. Das Älterwerden ist eine stetige Veränderung. Haben Sie Angst vor dem Alter?

Mai: Nein, gar nicht. Ich will keinen Tag jünger sein und freue mich auf alles, was kommt. Es ist gerade so schön. Und ich bekomme langsam ein Gefühl für das Thema Weisheit.

Wer ist denn nun eigentlich Vanessa Mai?

Mai: Immer noch das kleine Mädchen mit dem einen Traum. Den hatte ich zwischendurch verloren, konnte ihn aber zurückholen. Man vergisst schnell, warum man das alles gewollt hat. Aber ist ja normal, dass man von seinem Weg mal abkommen kann. Das Reinspüren in meinen Kindheitstraum hat mir geholfen. Darum bin ich im Grunde immer noch die Gleiche: das Mädchen mit denselben Sorgen, Ängsten und Gefühlen. Vielleicht bin ich reflektierter. Und auch, wenn es paradox klingt: Um mich zu entwickeln, musste ich die Gleiche wie damals bleiben.

Zur Person: Vanessa Mai, 30, hat es mit sieben ihrer bisher acht Studioalben in die Top Ten der deutschen Charts geschafft. Die Pop- und Schlagersängerin wurde als Vanessa Marija Else Mandekic in Backnang bei Stuttgart geboren. Sie ist seit 2017 mit ihrem Manager Andreas Ferber, 39, dem Stiefsohn der Schlagersängerin Andrea Berg, verheiratet. Biografie: I Do It Mai Way, Knaur 2022, 272 Seiten, 20 Euro

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