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Justiz
14.01.2022

Der gefallene Prinz: Wie es für Prinz Andrew weitergeht

Ein Prozess gegen Prinz Andrew wird wahrscheinlicher.
Foto: Steve Parsons, AP/dpa

Ein gerichtliches Verfahren in den USA gegen Prinz Andrew wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen wird wahrscheinlicher. Wie geht es für den Royal weiter?

Es ist eine Entscheidung, die viele Briten für überfällig hielten. Angesichts des drohenden Missbrauchsprozesses durch Virginia Guiffre in den USA distanzierte sich das Königshaus von Prinz Andrew. Die Amerikanerin verklagt ihn auf Schadenersatz und wirft ihm vor, sie misshandelt zu haben, drei Mal auf den Anwesen des mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein – in London, New York und auf den Jungferninseln.

Der 61- jährige angebliche Lieblingssohn der Queen verliert in der Folge nun seine militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften. „Der Prinz ist unter einen königlichen Bus geworfen worden“, sagte Norman Baker, ein ehemaliger Minister, der sich regelmäßig zu Angelegenheiten um das Königshaus äußert. Doch die Familie habe keine Wahl gehabt, wenn sie sich dem „immensen Schaden“, den der Fall anrichten würde, „entziehen will“.

Virginia Giuffre hatte in einem BBC-Interview gesagt, sie sei dreimal zu Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden. Nun zieht sie vor Gericht.
Foto: Bebeto Matthews, dpa (Archivbild)

Prinz Andrew wollte sich seiner Verantwortung entziehen

Dabei hielt die Queen bis zuletzt zu ihrem Sohn, verbrachte den Sommer mit ihm auf dem königlichen Anwesen in „Balmoral“ in Schottland, wo sich Prinz Andrew zuletzt vergeblich in einer Art „Katz- und-Maus-Spiel“ einer Zustellung der Klage durch die Anwälte von Guiffre zu entziehen versuchte. Tatsächlich schien es so, als habe sich nicht nur der Prinz, sondern das ganze Könighaus verschanzt. Denn alle Versuche, die Benachrichtigung des Gerichtes an ihn zu überbringen, scheiterten. Im August hatte ein beauftragter Bote sogar versucht, die Dokumente an der Pforte des „Windsor Great Park“ abzugeben - vergebens. Erst einen Tag später erklärte sich ein Polizist bereit, den Umschlag an die zuständige Rechtabteilung weiterzuleiten.

Doch Beobachter sind sich einig: Die Zeit, in der sich der Prinz seiner Verantwortung entziehen konnte, sind nun endgültig vorbei. Noch 2019 behauptete er in einem Interview mit der BBC-Journalistin Emily Maitlis, dass er sich die Begegnung mit der damals 17-jährigen Giuffre, damals Roberts, nicht erinnern, könne. Und das, obwohl ein Foto existiert, auf dem er sie umarmt. Er sagte außerdem, dass er die Amerikanerin niemals in einem Nachtclub angeschwitzt haben könne, weil er wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht in der Lage sei zu transpirieren. Was als Befreiungsschlag gedacht war, endete in einem Desaster.

Ex-Frau Sarah Ferguson könnte vor Gericht befragt werden

Nun, da die Richter die Zivilklage durch Guiffre zugelassen haben, wird ihr Anwaltsteam fordern, dass der Prinz endlich Beweise vorlegt – für sein Alibi und seine körperliche Konstitution. Beide Seiten werden nun bis Ende Juli ihre Argumente vorbereiten, ihre Beweise darlegen und außerdem beschließen, wen sie als Zeugen hören wollen. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass die Anwälte auch Sarah Ferguson, oder auch „Fergie“, die frühere Frau des Prinzen, befragen werden. Eine Frau mit Charme und Witz, jedoch ebenfalls kein Kind von Traurigkeit. Man erinnere sich nur an die Fotos aus den frühen 90er-Jahren. Sie zeigen die damals noch verheiratete Herzogin gemeinsam mit dem US-Finanzmanager John Bryan. Auf den Bildern rekelt sie sich oben ohne in der Sonne, während er an ihren Zehen saugt.

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Der anstehende Prozess hat damit die Zutaten für einen Skandal immensen Ausmaßes und scheint fast wie der Plot für eine Soap Opera. Aktuell gibt es für den Prinzen eigentlich nur noch einen Ausweg, um dieses „True Crime“-Drama zu verhindern: Er müsste sich mit Virginia Giuffre einigen, zum Beispiel, indem er ihr einen hohen Geldbetrag zahlt. Daran, so lässt ihr Anwaltsteam wissen, hat sie jedoch keinerlei Interesse.

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