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  3. Mythos oder Wahrheit? Die meisten Scheidungen im verflixten siebten Jahr

Scheidungen
09.05.2022

Das verflixte siebte Jahr: Es gibt es wirklich!

Charles und Diana sind wohl das bekannteste Scheidungs-Paar der Welt. Auf dem Papier hielt ihre Ehe 15 Jahre – kaputt war sie schon viel früher.
Foto: Wolfgang Eilmes,dpa

Im Volksmund ist das siebte das verflixte Jahr einer Ehe. Die Scheidungsstatistik bestätigt diesen Mythos jetzt. Woran liegts?

Die sozusagen "gute" Nachricht vorab: Die meisten Ehen enden noch immer mit dem Tod eines Ehepartners. Das ist zwar traurig, aber bedeutet im Umkehrschluss: Der Bund fürs Leben hält in den meisten Fällen tatsächlich ein Leben lang.

Dennoch wird mittlerweile jede dritte Ehe geschieden. Besonders gefährlich: das verflixte siebte Jahr. Im Volksmund ist hier die Trennungsgefahr am größten. Nur ein Mythos? Zumindest in Baden-Württemberg mitnichten!

Langeweile oder Untreue: Scheidung im verflixten siebten Jahr

Die meisten Scheidungen in Baden-Württemberg werden tatsächlich im sechsten und siebten Jahr nach der Hochzeit eingereicht, teilte das Statistische Landesamt am Montag mit. 2021 endeten 954 Ehen im sechsten Jahr. Im siebten Jahr hatten 943 Ehepaare genug vom Bund fürs Leben.

Video: SAT.1

Selbst Ehen, die als gefestigt und glücklich gelten, brechen im siebten Jahr vermeintlich plötzlich auseinander. Studien zeigen, dass die Zufriedenheit mit der Beziehung bei vielen Paaren zwischen dem fünften und achten Jahr einen Tiefpunkt erreicht. Der Grund: Die Leidenschaft erlischt. Die Routine ist zwar schon längst da, den Partnern wird es jetzt aber schmerzlich bewusst. Die Ehe wird mehr und mehr zu einer Freundschaft. Promis wie Boris Becker, Pink und Reese Witherspoon können davon ein Lied singen – sie alle ließen sich im siebten Jahr scheiden.

In 21 Prozent der Fälle ist Untreue der Scheidungsgrund. Laut Statistik halten deutsche Ehen im Durchschnitt 15 Jahre. Aber: über eine Million der Deutschen sind schon mehr als 50 Jahre verheiratet und haben damit Gold-Status erreicht.

Hochzeits-Jubiläen: Das bedeutet die Kupferhochzeit im siebten Jahr

Wer die Hürde namens verflixtes siebtes Jahr geschafft hat, feiert Kupferhochzeit. Wie Kupfer ist die Ehe noch glänzend, allerdings setzt langsam etwas Belag an – die Patina. Aber wie so oft verleiht die Patina dem Ganzen etwas Charme und Charakter. Ehen, die die Kupferhochzeit erreicht haben, gelten als stabil wie ein Metall – allerdings wie ein sehr weiches Metall. Deshalb: Nicht zu sehr strapazieren, sonst geht es in die Brüche...(mit dpa)

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