Newsticker
Erstmals über 200.000 Neuinfektionen gemeldet – Inzidenz über 1000
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Österreich: Corona-Regeln nach dem Lockdown

Österreich
05.01.2022

Corona-Regeln in Österreich: Lockdown für Ungeimpfte und Sperrstunde

Österreich in Corona-Zeiten: Blick auf ein leergefegtes Restaurant.
Foto: Georg Hochmuth, APA/dpa

Nach einem weiteren Lockdown im ganzen Land ist Österreich wieder erwacht. Für Ungeimpfte findet der Großteil des Lebens dennoch weiter in den eigenen vier Wänden statt.

Österreich hat einen weiteren harten Lockdown hinter sich. Mehrere Wochen lang stand das öffentliche Leben in der Vorweihnachtszeit 2021 nahezu still. Mit dem dritten Advent endeten viele der Maßnahmen. Seither ist auch eine Einreise aus Deutschland wieder lohnenswert. Wir zeigen, was dabei zu beachten ist.

Einreise nach Österreich: Ungeimpfte benötigen einen PCR-Test

Einreisen darf nur, wer den Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr vorlegen kann. Darunter versteht sich ein Impf- oder Genesenen-Nachweis, zusätzlich ist ein PCR-Test vorzuzeigen, der höchstens 72 Stunden alt ist. Von der Testpflicht befreit sind Personen, die bereits eine Booster-Impfung bekommen haben.

Personen ohne Test oder Impfauffrischung müssen sich elektronisch registrieren und haben binnen 24 Stunden nach der Einreise einen PCR-Test nachzuholen, bis zu dessen Ergebnis eine Quarantäne einzuhalten ist. Für Nicht-Geimpfte oder -Genesene greift neben der Vorgabe zur Registrierung eine Pflicht, sich bis zu zehn Tage zu isolieren - eine Freitestung ist ab Tag fünf möglich.

Wer sich in den zehn Tagen zuvor in einem Virusvariantengebiet aufgehalten hat, muss ebenfalls einen PCR-Test vorlegen und sich unter denselben Regelungen in zehntägige Quarantäne begeben.

Kinder bis zwölf Jahre benötigen keinen Nachweis über eine geringe epidemiologische Gefahr, wenn sie mit einem Erwachsenen reisen. Hinsichtlich Quarantäne und Registrierung gelten dieselben Regeln wie beim Begleiter. So würde die Isolation gemeinsam beendet werden, informiert das Auswärtige Amt.

Grenzpendler im Rahmen des regelmäßigen Grenzverkehrs - neben der Arbeit oder Ausbildung kann der Hintergrund auch ein familiärer sein - können auch einen Antigentest von anerkannten Stellen vorlegen, dieser darf höchstens 24 Stunden alt sein. Bei Durchreisen ohne Zwischenstopp ist weder eine elektronische Registrierung noch ein Testnachweis erforderlich.

Lesen Sie dazu auch

Österreich nach dem Lockdown: Ungeimpfte dürfen Wohnbereich nur aus triftigen Gründen verlassen

Personen mit 2G-Nachweis dürfen sich wieder frei bewegen, ohne dafür einen triftigen Grund zu benötigen. Es gilt jedoch eine Sperrstunde für die Gastronomie und viele andere Einrichtungen um 22 Uhr. Neben Geimpften und Genesenen sind auch alle Kinder unter zwölf Jahren von den ganztägigen Ausgangsbeschränkungen befreit.

Dagegen dürfen Nicht-Geimpfte ihren privaten Wohnbereich - hierzu zählen auch Wohneinheiten in Beherbergungsbetrieben, Alten- und Pflegeheime und stationäre Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe - nur unter bestimmten Voraussetzungen verlassen. Erlaubt ist dies zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum oder zur Betreuung von und Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen sowie zur Ausübung familiärer Rechte und Erfüllung familiärer Pflichten.

Zudem wird auch die Deckung der Grundbedürfnisse des täglichen Lebens ermöglicht. Hierunter fallen der Kontakt mit dem nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Lebenspartner, einzelnen engsten Angehörigen wie Eltern, Kindern und Geschwistern oder wichtigen Bezugspersonen, wobei ein Haushalt nur eine weitere Person eines zweiten Haushalts treffen darf, die Versorgung mit Grundgütern des täglichen Lebens, die Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen, die Deckung eines Wohnbedürfnisses, die Befriedigung religiöser Grundbedürfnisse und die Versorgung von Tieren.

Des weiteren ist Personen ohne Impfung oder Genesung erlaubt, den eigenen Wohnbereich zu verlassen, wenn dies zu beruflichen Zwecken oder Ausbildungszwecken geschieht, es dem Aufenthalt im Freien alleine, mit Personen aus dem gemeinsamen Haushalt oder zur körperlichen und psychischen Erholung dient oder unaufschiebbare behördliche oder gerichtliche Wege wahrgenommen werden.

Darüberhinaus auch zur Teilnahme an gesetzlich vorgesehenen Wahlen und zum Gebrauch von gesetzlich vorgesehenen Instrumenten der direkten Demokratie, um den Kundenbereich von Betriebsstätten wie z.B. Apotheken, dem Lebensmittelhandel, Drogeriemärkten, Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, Tankstellen, Banken, Postdienstanbietern, Kfz- und Fahrradwerkstätten oder zur Abholung vorbestellter Speisen zu betreten oder an bestimmten Zusammenkünften wie z.B. außerschulischer Jugenderziehung oder Spitzensport teilzunehmen.

Video: AFP

Corona-Regeln in Österreich: Abstandsgebot zu Menschen anderer Haushalte

Eine Maskenpflicht gilt in geschlossenen Räumen öffentlicher Orte. Dabei ist eine FFP2-Maske oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard zu tragen. Befreit davon sind Kinder bis zum abgeschlossenen sechsten Lebensjahr. Bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr und Schwangeren tut es neben einem Mund-Nasen-Schutz auch eine enganliegende mechanische Schutzvorrichtung.

Auch in Kraftfahrzeugen muss die Maskenpflicht beachtet werden, wenn Personen mehrerer Haushalte gemeinsam unterwegs sind. Generell soll zu haushaltsfremden Personen ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden.

Eine FFP2-Maske muss auch bei der Nutzung von Taxis, taxiähnlichen Betrieben, Schülertransporten, Seil- und Zahnradbahnen, Massenbeförderungsmitteln und in den dazugehörigen Stationen, Bahnsteigen, Haltestellen, Bahnhöfen und Flughäfen sowie deren jeweiligen Verbindungsbauwerken aufgesetzt werden. Auch Reisebusse und Ausflugsschiffe im Gelegenheitsverkehr fallen unter die Regel, hier muss auch 2G beachtet werden.

Beherbergung in Österreich: In Ausnahmefällen kann auch auf 3G ausgewichen werden

In der Gastronomie muss jedem Kunden ein Sitzplatz zugewiesen werden. Speisen und Getränke dürfen nicht in der Nähe der Ausgabestelle konsumiert werden, dies ist nur im Sitzen an den Verabreichungsplätzen gestattet. An Imbiss- oder Gastronomieständen im Freien ist es auch erlaubt, im Stehen zu speisen oder zu trinken. Nacht- und Stehgastronomie sowie Barbetrieb ist untersagt.

Beherbergungsbetriebe können eine Ausnahme von der 2G-Nachweispflicht für die unbedingt erforderliche Dauer machen, wenn die Person unter die 3G-Regel fällt. Dies ist aber nur möglich, wenn es um die Betreuung von und Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen geht, unaufschiebbare berufliche Gründe vorliegen, ein dringendes Wohnbedürfnis gestillt werden muss oder es sich um Kurgäste bzw. Patientinnen und Patienten und deren Begleitpersonen in einer Kuranstalt oder Einrichtung zur Rehabilitation handelt.

Gibt es bei einer Zusammenkunft - in geschlossenen Räumen oder im Freien - keine zugewiesenen Sitzplätze, dürfen sich maximal 25 Personen mit gültigem 2G-Nachweis treffen. Dies gilt etwa für Familientreffen, Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern. Bekommt jeder Anwesende einen Sitzplatz zugewiesen und die 2G-Regel wird beachtet, sind bis zu 500 Personen zulässig. Bei 2G+ sind es bis zu 1000 Personen, bei Booster-Impfungen und PCR-Test sogar 2000. Dann greift aber ab 50 Personen eine Anzeigepflicht und ab 250 Personen eine Bewilligungspflicht.

Corona-Maßnahmen in Österreich: Um 22 Uhr ist auch in Theatern, Kinos und Sportstätten Schluss

Für Freizeiteinrichtungen wie Freizeit- und Vergnügungsparks, Bäder, Tanzschulen oder Tierparks, Kultureinrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Büchereien, Theater, Kinos, Konzertsäle und -arenen sowie Sportstätten ist neben 2G und einer Maskenpflicht auch die Sperrstunde um 22 Uhr zu beachten.

Für Outdoor-Sportstätten braucht es keinen Impf- oder Genesenen-Nachweis, gemeinsame sportliche Betätigung ist jedoch nur mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, dem nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden Lebenspartner, einzelnen engsten Angehörigen wie Eltern, Kindern und Geschwistern oder einzelnen wichtigen Bezugspersonen erlaubt. Dabei dürfen grundsätzlich nur Sportarten ohne Körperkontakt ausgeübt werden.

Wichtig zu wissen: Das Impfzertifikat ist nur noch 270 Tage lang gültig. Einzig bei Personen, die von einer Infektion genesen sind, wird es für 360 Tage anerkannt. Wie der „ADAC“ berichtet, können Verstöße gegen Lockdown-Bestimmungen mit Bußgeldern ab 500 Euro belegt werden.

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.