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11. November
26.11.2021

Sankt Martin: Was bedeutet der Martinstag? Und wer war der heilige Martin?

Sankt Martin: Wer war der heilige Martin? Warum essen die Menschen eine Martinsgans?
Foto: Josef Hölzle (Archiv)

Jedes Jahr feiern die Menschen im November das Fest des St. Martin. Warum essen wir am Martinstag eine Martinsgans? Und warum gibt es den Laternenumzug?

Der Laternenumzug zum Martinstag ist sehr bekannt. Aber was ist eigentlich die Bedeutung dahinter? Und wer war St. Martin? Dieser Artikel liefert Antworten.

St. Martin: Wann ist Martinstag 2022? Ist es ein Feiertag?

Der Martinstag ist immer am 11. November. 2022 ist das ein Freitag. Ein gesetzlicher Feiertag ist das in keinem einzigen Bundesland in Deutschland. Die Menschen haben daher nicht frei und auch die Geschäfte bleiben geöffnet.

Warum wird der Tag eigentlich am 11. November gefeiert? Gestorben ist der Heilige Martin zwar schon am 8. November 397. Am 11. November wurde er dann unter sehr großer Beteiligung der Bevölkerung beerdigt. Daher wurde das zu seinem Gedenktag.

Wer war St. Martin?

Der heilige Martin von Tours wurde um 316 nach Christus in Pannonien (im heutigen Ungarn) geboren. Wie auf der Website des Bistum Augsburgs zu lesen ist, war Martin Soldat und diente bereits mit 15 Jahren der römischen Armee. Etwa in dieser Zeit traf er im Winter auf einer Straße einen armen Bettelmann. Der spärlichbekleidete Bettler flehte Martin um eine Gabe an. Darauf hin teilte dieser seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem Bettelmann eine Hälfte des Mantels, so die Legende. In der folgenden Nacht erschien Martin Jesus Christus im Traum und gab sich als der Bettler zu erkennen. Dieses Ereignis war für Martin der Auslöser, sich taufen zu lassen, seinen Soldatendienst aufzugeben und Schüler des berühmten Kirchenlehrers Hilarius zu werden.

Später wurde Martin zum Bischof von Tours geweiht. Der Bischof war besonders für seinen asketischen Lebensstil bekannt und wurde nach seinem Tod vom Papst heiliggesprochen. Seither gilt St. Martin als Schutzpatron der Bettler, Soldaten, Waffenschmiede und Haustiere.

Bedeutung von Sankt Martin: Warum gibt es den Laternenumzug?

Die Laternenumzüge gehen einerseits auf die Lichterprozessionen zurück, die am Vorabend von hohen Festen stattfanden, zum anderen lösten sie die Martinsfeuer ab, die vielleicht Überbleibsel vorchristlicher, germanischer Erntedankfeste sind. Das Licht hat in der christlichen Symbolik eine besonders wichtige Bedeutung. Die Dunkelheit steht symbolisch für den Teufel und das Böse, wohingegen das Licht ein Symbol für Christus ist. Licht steht für die Heiligkeit Gottes.

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So lässt sich auch erklären, warum die Kinder mit vielen hellen und bunten Laternen durch die Dunkelheit spazieren. Vorweg reitet ein Mann, verkleidet als römischer Soldat, auf einem Pferd. Oft teilt der Soldat am Ende des Umzugs seinen Mantel mit einem Bettler, angelehnt an die gute Tat des Heiligen Martins.

Lieder zum Martinstag: Text zum Lied "Ich gehe mit meiner Laterne"

Bei Laternenumzügen am Martinstag werden verschiedene Lieder gesungen. Besonders verbreitet ist zu St. Martin zum Beispiel ""Ich gehe mit meiner Laterne". Das ist der Liedtext:

Ich gehe mit meiner Laterne

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

Dort oben leuchten die Sterne

Hier unten leuchten wir

Mein Licht geht aus

Wir geh'n nach Haus'

Rabimmel, rabammel, rabum

Mein Licht geht aus

Wir geh'n nach Haus'

Rabimmel, rabammel, rabum

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

Dort oben leuchten die Sterne

Hier unten leuchten wir

Mein Licht ist klein

Ich geh allein

Rabimmel, rabammel, rabum

Mein Licht ist klein

Ich geh allein

Rabimmel, rabammel, rabum

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

Dort oben leuchten die Sterne

Hier unten leuchten wir

Ich trag mein Licht

Ich fürcht mich nicht

Rabimmel, rabammel, rabum

Ich trag mein Licht

Ich fürcht mich nicht

Rabimmel, rabammel, rabum

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

Dort oben leuchten die Sterne

Hier unten leuchten wir

Mein Licht ist schön

Könnt ihr es sehen?

Rabimmel, rabammel, rabum

Mein Licht ist schön

Könnt ihr es sehen?

Rabimmel, rabammel, rabum

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

Dort oben leuchten die Sterne

Hier unten leuchten wir

Wie schön das klingt

Wenn jeder singt

Rabimmel, rabammel, rabum

Wie schön das klingt

Wenn jeder singt

Rabimmel, rabammel, rabum

Warum essen die Menschen am Martinstag eine Martinsgans?

Sowohl der Gänsebraten als auch die kleinen Hefegebäcke sind ein beliebtes Essen am Martinstag. Warum es gerade eine Gans ist, erklärt folgende Legende: Als der äußerst bescheidene und zurückhaltende Martin von seiner Bischofswahl erfuhr, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben, um der Wahl zu entgehen. Doch die Gänse hätten ihn durch das laute Geschnattere verraten und so fanden ihn die Bürger doch noch.

Gibt es noch andere Bräuche?

Neben dem Martinsumzug und den Martinsgänsen ist das Martinssingen ebenfalls ein beliebter Brauch am 11. November. Dabei gehen Kinder von Tür zu Tür und erhalten für ihren Gesang Süßigkeiten und Gebäck. Auch ihre selbstgebastelten Laternen vom Martinsumzug nehmen sie mit. Dieser Brauch ist aber nur in bestimmten Gegenden verbreitet, wie zum Beispiel im Rheinland.

Martini: Gibt es den Martinstag eigentlich nur in Deutschland?

Nein, den Martinstag gibt es in ganz Europa. In Bayern und Österreich heißt der Festtag auch Martini. Der Brauch des Martinsumzugs ist auch in Österreich, der Schweiz und in Südtirol verbreitet. (AZ)

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