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FAQ zum Zensus
12.06.2022

Zensus 2022: So läuft die Volkszählung ab

Am 15. Mai ist Stichtag, dann startet der Zensus 2022 in Deutschland.
Foto: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

Wer einen Umschlag mit der Aufschrift "Zensus 2022" im Briefkasten findet, der wurde für die Volkszählung ausgewählt. Im FAQ finden Sie alles, was Sie dazu wissen müssen.

Seit Mitte Mai werden rund 30 Millionen Menschen in Deutschland einen Umschlag mit der Aufschrift "Zensus 2022" in den Händen halten. Absender wird das Statistische Bundesamt sein. Im Folgenden erfahren Sie, was es damit auf sich hat und ob Sie dabei mitmachen müssen.

Was ist der Zensus 2022?

Bei dem Zensus handelt es sich um eine statistische Erhebung. Diese soll Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen in Deutschland leben. Das ist aber nicht alles, dann auch die Wohnsituation und die Arbeitssituation sollen festgestellt werden.

Der Zensus findet alle zehn Jahre statt. Eigentlich wäre es im Jahr 2021 wieder so weit gewesen, doch wegen der Corona-Pandemie wurde er um ein Jahr nach hinten verschoben. Zuständig ist das Statistische Bundesamt, welches vor allem die Daten aus den Verwaltungsregistern für die Erhebung zurate zieht. Allerdings werden diese Daten durch Stichproben ergänzt. Aus diesem Grund werden Briefe an Einwohnerinnen und Einwohner geschickt, damit diese an einer Umfrage teilnehmen.

Video: dpa Exklusiv

Kann man die Teilnahme am Zensus 2022 verweigern?

Die wichtigste Frage soll zuerst beantwortet werden. Tatsächlich sollte der Brief nicht direkt in den Mülleimer wandern, die Teilnahme an der Befragung ist nämlich verpflichtend. Alle die ausgewählt werden und Post bekommen, müssen also auch die entsprechenden Daten angeben. Das ist durch das Zensusgesetz 2022 geregelt.

Wer der Teilnahmepflicht nicht nachkommt, gegen den kann laut dem Statistischen Bundesamt ein Zwangsgeld verhängt werden.

Wer wird bei der Volkszählung 2022 befragt?

Zehn Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland werden für den Zensus 2022 befragt. Das macht dann rund 10,3 Millionen Menschen, die allesamt zufällig ausgewählt wurden. Zusätzlich müssen die Einrichtungen von Wohnheimen und Studierendenwohnheimen über die Bewohnerinnen und Bewohner Auskunft geben.

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Auch etwa 23 Millionen Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Verwaltungen von Wohnräumen wurden angeschrieben. Diese sollen Auskünfte wie die Informationen über die Nettokaltmieten und den Grund für einen Leerstand geben.

Wie läuft die Befragung zum Zensus 2022 ab?

Für die Teilnahme an der Befragung zum Zensus 2022 gibt es zwei Möglichkeiten: Wer einen Brief bekommen hat, der kann den Fragebogen schriftlich beantworten und diesen per Post zurücksenden. Das Porto ist frei. Eine andere Option ist es, an einer Online-Befragung teilzunehmen. Alle Informationen dazu gibt es im Brief.

Bei rund 400.000 der Teilnehmenden findet die Befragung zum Zensus zusätzlich persönlich statt. Laut dem Statistischen Bundesamt dient das zur "Qualitätssicherung der Ergebnisse". Diese Interviews werden von Erhebungsbeauftragten geführt. Die persönlichen Gespräche finden in der Regel mit Abstand an der Haustür statt. Die Beauftragten müssen sich vorher ausweisen. Sie kommen dann zu einem Termin, der vorab angekündigt wird. Alle Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung.

Welche Daten müssen angegeben werden?

In der Regel müssen Teilnehmer vor allem folgende Daten angeben:

  • Name
  • Adresse
  • Staatsangehörigkeit
  • Geschlecht
  • Geburtsdatum
  • Familienstand
  • Wohnverhältnis

Viele der Befragten sollen außerdem auch über die drei folgenden Themenaspekte Auskunft geben:

  • Bildung, beispielsweise Schulabschluss
  • Demografie, beispielsweise Migrationsgeschichte
  • Erwerbstätigkeit, beispielsweise Beruf

Wozu dienen die Daten der Volkszählung?

Die Befragung startet am 15. Mai. Ab dem Stichtag soll die Datenerhebung bis in den August 2022 laufen. Dann folgt die Auswertung und die Aufbereitung der Daten. Erst Ende 2023 sollen dann die Ergebnisse öffentlich werden. Diese sind von großer Bedeutung, da sie Grundlage von zahlreichen Entscheidungen im Bund, der Länder und der Gemeinden sind.

Die Bevölkerungszahlen dienen beispielsweise als Basis für die Verteilung von Geldern, für die Einteilung von Wahlkreisen und die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat.

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