Bodo Ramelow
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Foto: Martin Schutt, dpa

Protestant, Gewerkschafter, Spitzenpolitiker: Bodo Ramelow hat viele Facetten. Seit 2014 ist der gebürtige Niedersachse Ministerpräsident des Freistaates Thüringen - und damit der erste Landesfürst aus den Reihen der Partei Die Linke. Ramelow gilt unter politischen Beobachtern als "Realo".

Ramelows Weg in die Politik war nicht vorgezeichnet: Als Achtjähriger wurde Ramelow 1964 Halbwaise, litt in der Schule unter seiner Lese-Rechtschreib-Störung. Trotzdem beendete er die Schule 1977 mit der kaufmännischen Fachhochschulreife und startete seine berufliche Laufbahn im Einzelhandel.

1981 begann Ramelows Karriere als Gewerkschafter, zunächst als Sekretär in Hessen. 1990 wurde er Landesvorsitzender der HBV-Gewerkschaft in Thüringen. Ramelow lernte das junge Bundesland also unmittelbar nach der Wende kennen - und blieb dem Freistaat treu. Ab Mitte der 90er-Jahre trat er auch in der Landespolitik in Erscheinung - zunächst Unterstützer der aus der SED hervorgegangenen Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS), ab 1999 als Mitglied.

Die Landtagswahl 1999 endete für Ramelow mit dem Einzug in den Landtag, seinem ersten großen politischen Erfolg. Ab 2001 fungierte Ramelow zudem als Fraktionsvorsitzender. Bei der Landtagswahl 2004 holte er als Spitzenkandidat ein Ergebnis von 26,1 Prozent - das bis dahin beste Resultat der Thüringer PDS nach der Wende. Die CDU-geführte Landesregierung konnte er damit allerdings nicht beenden.

2005 kehrte Ramelow dem Landtag den Rücken: Als Listenkandidat gelang ihm der Einzug in den Deutschen Bundestag. Nach der Wahl wurde er stellvertretender Fraktionsvorsitzender und wirkte als Chefunterhändler seiner Partei maßgeblich an der Fusion der PDS mit der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) mit. 

Auch nach der Fusion gehörte Ramelow weiter zum Spitzenpersonal der Partei Die Linke. Für die Thüringer Landtagswahl 2009 wurde er, wie bereits 2004, zum Spitzenkandidaten gewählt. Die Linke verbesserte ihr Ergebnis bei der Wahl gegenüber 2004, Vorbehalte gegen die Person Ramelows führten aber zum Scheitern einer rot-rot-grünen Koalition. 

Fünf Jahre später waren diese Vorbehalte Geschichte: Erneut holte Ramelow ein gutes Ergebnis und trat gestärkt in Verhandlungen mit SPD und Grünen ein. Die Wahl zum Ministerpräsidenten im Thüringer Landtag gewann Ramelow schließlich im zweiten Wahlgang.

Trotz guter Beliebtheitswerte wurde Ramelow 2019 vom Thüringer Landtag formal abgewählt, nachdem er mit seiner rot-rot-grünen Koalition keine Mehrheit erlangt hatte. Die Abgeordneten votierten im dritten Wahlgang stattdessen mit einfacher Mehrheit für den FDP-Politiker Thomas Kemmerich. Der Wahl folgte eine Regierungskrise, auch deshalb, weil Kemmerich mit Stimmen der AfD ins Amt gewählt worden war. Nach dem Rücktritt Kemmerichs wurde Ramelow einen Monat später erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

Auch 2021 wird Ramelow zur Wahl stehen: Gemäß einer Vereinbarung zwischen der Partei Die Linke sowie SPD, CDU und den Grünen soll im April des Jahres erneut eine Landtagswahl abgehalten werden.

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