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3400 Euro für den Führerschein: Mit Eltern als Fahrlehrer kann er billiger werden

Verkehr

„Für manche unbezahlbar“: Führerschein soll billiger werden

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    Wer den Führerschein macht, muss mit hohen Kosten rechnen.
    Wer den Führerschein macht, muss mit hohen Kosten rechnen. Foto: Lars Penning, dpa

    Die Koalition will die Kosten für den Führerschein senken und hat am Mittwoch in Berlin dazu eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt. „Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). „Im Schnitt kostet er 3400 Euro, das ist ein ziemlicher Batzen Geld und für manche unbezahlbar.“ Der Minister verwies auf andere Länder, etwa Luxemburg, wo die Fahrerlaubnis nur 1500 Euro koste.

    Vor allem ein Vorschlag aus dem Ministerium dürfte für Furore sorgen: Künftig soll es möglich sein, dass Eltern oder andere nahestehende Personen einen Teil der praktischen Ausbildung übernehmen. Fahrschülerinnen und Fahrschüler sollen nach bestandener Theorieprüfung und sechs Fahrstunden mit einem Lehrer dann mit ihren Begleitpersonen auf 1000 Kilometern Fahrpraxis sammeln können. So ließen sich teure Stunden mit einem Fahrlehrer reduzieren. Den Plänen des Ministeriums zufolge soll die Regelung zunächst für fünf Jahre eingeführt werden.

    Künftig soll es weniger Sonderfahrten geben

    Auch durch weniger Sonderfahrten will man die Kosten senken. Bisher sind es zwölf, den Vorschlägen des Verkehrsministeriums zufolge sollen es künftig nur noch drei sein – eine Überland-, eine Autobahn- und eine Dunkelfahrt. Auf den Preis positiv auswirken sollen sich auch verstärkte digitale Angebote. Fahrschüler sollen das Angebot erhalten, sich das Wissen für die Theorieprüfung ausschließlich online anzueignen. Die Fahrschulen sollen aber weiter Theorieunterricht in Präsenz anbieten können – müssen es aber nicht, und könnten so auf die Anmietung von Räumen verzichten und die Ausbildung billiger machen. Grundsätzlich soll es für die Schulen weniger Vorgaben geben. „Bisher gehen diese über das nötige Mindestmaß weit hinaus. Das verursacht Kosten, die nicht notwendig sind“, sagte Schnieder und ergänzte: „Doch keiner unserer Vorschläge geht zulasten der Verkehrssicherheit.“

    Er sei zuversichtlich, dass man sich auf der Verkehrsministerkonferenz im März einigen werde, fuhr der Minister fort. Dann soll es bald einen Gesetzentwurf geben. Um wie viel die Kosten für einen Führerschein sinken könnten, dazu wollte sich der CDU-Politiker nicht äußern. „Das kann im Moment niemand seriös sagen.“

    Zahl der Führerscheinprüfungen trotz hoher Kosten erneut gestiegen

    Trotz der hohen Kosten wollten im vergangenen Jahr mehr Fahrschüler die Fahrerlaubnis machen, wie ein Datenreport des TÜV-Verbands zeigt. Über alle Klassen hinweg seien etwas mehr als zwei Millionen Theorieprüfungen abgelegt worden – rund 33.000 mehr als im Vorjahr. Bei den praktischen Fahrerlaubnisprüfungen fiel der Anstieg noch deutlicher aus: Mit rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen wurden etwa 90.000 mehr durchgeführt als 2024.

    Die geplante Novelle biete die Chance, die Ausbildung effizienter zu machen, teilte der TÜV-Verband weiter mit. Kritisch bewertete er indes Vorschläge, die auf eine pauschale Absenkung von Anforderungen zielen – etwa beim Fragenkatalog, der um knapp 30 Prozent reduziert werden soll. „Wenn theoretische Inhalte ohne klare Kriterien pauschal gekürzt werden, besteht die Gefahr, dass wichtiges Wissen für sicheres Fahren verloren geht“, sagte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband.

    41 Prozent fallen durch die Theorieprüfung

    Der Verband fordert digitale Lernstandskontrollen als Voraussetzung für die Prüfungszulassung. Solche Vortests könnten die hohe Zahl der Wiederholungsprüfungen reduzieren, für die Fahrschüler extra zahlen müssen. Der Anteil nicht bestandener theoretischer Prüfungen lag dem TÜV zufolge im Jahr 2025 bei 41 Prozent, bei den praktischen Prüfungen bei 31 Prozent. Das Verkehrsministerium lehnte auf Nachfrage unserer Redaktion solche Lernstandskontrollen aber ab.

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