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Asyl

27.03.2015

600.000 unterwegs: Europaministerin Merk erwartet neue Flüchtlingswelle

Flüchtlingsboot vor Lampedusa: Die Flucht übers Mittelmeer ist für Migranten eine Todesfalle, für die Schleuser ein Riesengeschäft.
Bild: Italienische Marine/Archiv (dpa)

Europaministerin Merk besucht die großen Flüchtlingsunterkünfte in Italien und warnt vor einer kurzfristigen Lösung für eine neue Welle von Flüchtlingen.

Europa muss sich mit der Ankunft des Frühlings im Mittelmeer offensichtlich auf die nächste große Flüchtlingswelle vorbereiten. "Die Fachleute, die wir gesprochen haben, gehen davon aus, dass eine sehr große Zahl von 500 000 bis 600 000 Flüchtlingen bereits wieder unterwegs ist, überwiegend aus dem afrikanischen Raum", sagte Europaministerin Beate Merk (CSU) am Rande eines dreitägigen Besuchs in Süditalien der Deutschen Presse-Agentur.

"Hauptherkunftsländer sind Nigeria, Gambia und Mali." Der meteorologische Hintergrund: Im Herbst und Winter kommen wegen der stürmischen See in aller Regel weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer als in den Frühjahrs- und Sommermonaten. 

Europaministerin Merk besucht Flüchtlingsunterkünfte in Italien

Merk hat in den vergangenen Tagen unter anderem eine der größten Flüchtlingsunterkünfte Europas in Sizilien sowie die Insel Lampedusa besucht, die Ziel vieler Flüchtlingsboote ist. "Wir haben in einer Unterkunft mit Flüchtlingen gesprochen, und sie haben berichtet, dass sie zum Teil drei bis vier Jahre unterwegs waren", sagte die Ministerin. 

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"Der Druck ist offensichtlich immens. Ihr erscheine der Vorschlag nicht erfolgversprechend, in Nordafrika große Flüchtlingsunterkünfte einzurichten und die Asylanträge dort zu bearbeiten. "Denn auch wenn jemand dort abgewiesen wird, müssen wir damit rechnen, dass er trotzdem versucht, nach Europa zu kommen", sagte Merk.

Merk will langfristige Lösung für Flüchtlingsproblem

Merk warnte aber vor der Erwartung einer kurzfristigen Lösung. "Es ist schwer, überhaupt Lösungsansätze zu finden und es sind unbequeme Wahrheiten, denen wir uns stellen müssen", sagte die CSU-Politikerin.

Sie bekräftigte die Forderung, die Lage in den Herkunftsländern zu stabilisieren. "Die Situation zeigt, dass wir in der Staatsregierung den richtigen Weg gehen. Das dickste Brett, das wir bohren müssen, ist die Bekämpfung der Fluchtursachen in den Heimatländern, möglichst gemeinsam mit den betroffenen Staaten."

"Offene Flanke" im Mittelmeer sei Libyen, woher die meisten Flüchtlinge kämen. "Wir brauchen dort eine handlungsfähige Regierung, die stark genug ist, um wieder einigermaßen geordnete Verhältnisse zu schaffen." dpa

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