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30.07.2018

75 Todesurteile gegen Islamisten

Massenprozess in Ägypten

Wegen ihrer Proteste nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi hat ein Gericht in Ägypten 75 Islamisten zum Tode verurteilt. Die Mitglieder der verfolgten Muslimbrüder sollen für ihre Teilnahme an blutigen Demonstrationen 2013 gehängt werden. Die Richter überstellten das Urteil in dem Massenprozess am Samstag zur Prüfung an den Großmufti. Dessen Entscheidung ist nicht bindend, er bestätigt aber in der Regel das Urteil.

Im Juli 2013 wurde Mursi nach Massenprotesten gegen seine autoritäre Herrschaft vom Militär unter dem jetzigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gestürzt. Wochenlange Massenproteste der Muslimbrüder führten zu dem blutigsten Tag in der jüngeren Geschichte Ägyptens: Beim gewaltsamen Sturm der Protestcamps durch die Sicherheitskräfte starben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge mindestens 817 Menschen. Die autoritäre Nachfolgeregierung al-Sisis verfolgt die Muslimbrüder als Terroristen.

Unter den am Samstag Verurteilten, denen unter anderem Mord und das Abhalten einer bewaffneten Versammlung vorgeworfen wird, sind die beiden Muslimbrüder-Anführer Issam al-Irian und Mohammed al-Beltagui. Nach der Berücksichtigung der Meinung des Großmuftis will das Gericht am 8. September erneut zusammenkommen, um das endgültige Urteil zu sprechen. (dpa)

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