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9/11
10.09.2021

Rudy Giuliani: Vom Helden zum Mister Peinlich

Rudy Giuliani (hier mit dem damaligen US-Vizepräsidenten Cheney, links, und Gouverneur George Pataki) vor den Ruinen des World Trade Centers. „Die Zahl der Opfer wird höher sein, als jeder von uns ertragen kann“, sagte er. Und packte mit an.
Foto: dpa

Plus Nach dem 11. September 2001 galt New Yorks damaliger Bürgermeister als Macher, mutig und mitfühlend. Heute halten ihn ehemalige Weggefährten für eine Witzfigur. Wie konnte es so weit kommen?

Andrew Kirtzman erinnert sich gut an jenen Morgen im September 2001. Der Lokalreporter sah es im Fernsehen. Kurz darauf schickte ihn sein Chef zum World Trade Center im Süden Manhattans, er solle Bürgermeister Rudy Giuliani finden. Kirtzman sprang in ein Taxi. Sobald sie in der Nähe der Zwillingstürme waren, schmiss ihn der Fahrer raus: Der Südturm des weltbekannten Hochhauskomplexes war soeben eingestürzt. Weißer Staub hing in der Luft. Ein Polizist schrie: „Runter von der Straße!“ Kirtzman wedelte mit seinem Presseausweis. „Ich muss Giuliani finden“, sagte er. „Der ist da drüben“, antwortete der Polizist.

Tatsächlich, ein paar Meter weiter stand er, bedeckt von Staub und Asche. Als er Kirtzman sah, sagte er: „Komm, Andrew, gehen wir!“ Dann knallte es, der zweite Turm des World Trade Centers stürzte krachend ein. Die Erde bebte. Und ein Berg aus Rauch erhob sich, schob sich durch die Straßenschluchten. Andrew Kirtzman und Rudy Giuliani rannten um ihr Leben.

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