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Konvention

29.07.2010

Ab sofort gelten Streubomben als geächtet

Eine Streubomben-Explosion.
Bild: dpa

Die internationale Konvention gegen Streubomben tritt am 1. August in Kraft. Vorher mussten unzählige Menschen ihr Leben lassen. Was genau ist eine Streubombe?

Zehntausende Zivilisten mussten durch Blindgänger sterben, ehe am Sonntag die internationale Konvention zum Verbot von Streubomben in Kraft tritt. Streumunition gilt als besonders heimtückisch: Eine Streubombe setzt hunderte kleinerer Bomben frei, die oft ganze Landstriche leersprengen - die Opfer sind zu 98 Prozent Zivilisten, gut ein Viertel davon Kinder.

Streubomben können aus Flugzeugen abgeworfen oder vom Boden aus mit Raketenwerfern abgefeuert werden. Ihre Behälter öffnen sich in der Luft und setzen viele kleine Bomben, sogenannte Bomblets, über große Flächen frei. Diese Flächen bleiben wegen der großen Zahl von Blindgängern auch nach dem Ende eines Konflikts verseucht.

Die Blindgänger liegen oft jahrelang unentdeckt herum - bis zufällig ein spielendes Kind oder ein Bauer bei der Feldarbeit auf sie trifft. Genau wie Landminen geht die Munition bei Berührung in die Luft, wer nicht sofort getötet wird, überlebt meist schwer verstümmelt.

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Streubomben wurden bislang in mehr als 30 Staaten eingesetzt. Nach Angaben der Organisation Handicap International starben bis heute rund 100.000 Menschen durch diese heimtückischen Waffen, davon gut ein Viertel Kinder. Laut der Organisation Cluster Munition Coalition setzten die USA in Kambodscha, Laos und Vietnam in den 70er Jahren mehr als 370 Millionen Bomblets ein, die Blindgänger explodieren bis heute. In den vergangenen Jahren kam die Streumunition demnach auch im ehemaligen Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan und im Libanon zum Einsatz.

Als große Streumunitions-Hersteller gelten die USA, Russland und China. Sie alle haben die Osloer Übereinkunft bislang nicht unterzeichnet. Gut 70 Staaten lagern Streubomben, auch Länder wie Norwegen und Deutschland, die sich für ein Verbot starkmachen. Deutschland hat im Jahr 2001 mit dem Abbau der Bestände begonnen. Laut Bundesverteidigungsministerium sollen sie bis 2015 völlig zerstört worden sein.

Vorbedingung für das Inkrafttreten der Konvention gegen Streubomben war ihre Ratifikation durch mindestens 30 Staaten. Von den 107 Unterzeichnerländern haben bislang 37 den Vertrag ratifiziert, darunter Kanada, Großbritannien, Afghanistan, Irak und viele afrikanische Staaten. afp

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