1. Startseite
  2. Politik
  3. Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

Mit 17 Afghanen an Bord

12.09.2018

Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

Afghanische Asylbewerber kommen auf dem Flughafen von Kabul an, nachdem sie aus Deutschland abgeschoben worden sind.
Bild: Qiam Noori (dpa)

Abschiebungen nach Afghanistan sind aufgrund der dortigen Sicherheitslage umstritten. Am Dienstagabend mussten erneut 17 Afghanen Deutschland verlassen. Ein Sammelcharter brachte die Männer nach Kabul - trotz wiederholter Kritik.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. Beamte am Flughafen bestätigten, die Maschine aus München sei kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit gelandet.

Wie das Bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen mitteilte, waren 17 Abgeschobene an Bord. Es war die 16. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 366 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Laut der Mitteilung des Bayerischen Landesamtes für Asyl und Rückführungen hielten sich sieben der Abgeschobenen zuletzt in Bayern auf. Unter diesen hätten sich fünf rechtskräftig verurteilte Straftäter befunden. Neben Bayern hätten sich Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen an der Rückführungsmaßnahme beteiligt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil sich in Afghanistan der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausweitet. Erst in der Nacht zu Montag wurden in vier Provinzen im Norden des Landes bei Kämpfen fast 60 Sicherheitskräfte getötet. Bei einem Anschlag auf Demonstranten in der östlichen Provinz Nangarhar wurden am Dienstag mindestens 68 Menschen getötet. In Kabul kamen bei einem Doppelanschlag auf einen Wrestling-Club vergangene Woche mindestens 23 Menschen ums Leben.

Im Juli hatte der Fall eines Afghanen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, der sich nach einer Sammelabschiebung kurz nach seiner Ankunft in Kabul das Leben genommen hatte. Der Mann hatte zuvor rund acht Jahre in Deutschland verbracht. Er war am 3. Juli aus Hamburg abgeschoben worden, weil er mehrere Straftaten begangen hatte. (dpa)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen und sein Chef, Innenminister Horst Seehofer. Foto: Bernd von Jutrczenka
Zoff um Verfassungsschutzchef

Koalitionskreise: Maaßen soll Sicherheitsbeauftragter werden

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket