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Abschied von Sabine Christiansen
25.06.2007

Bundespräsident Köhler spricht übers wirklich wahre Leben

Knapp auf den Punkt gebracht hat sich Sabine Christiansen am Sonntagabend vom deutschen Fernsehen verabschiedet. Fast so verbindlich und beiläufig wie an jedem Sonntag der vergangenen zehn Jahre. Bundespräsident Horst Köhler war einziger Gastder letzten, 447. Sendung.

Berlin l dpa l "Danke, dass Sie uns die Treue gehalten haben, und auf Wiedersehen." Knapp auf den Punkt gebracht hat sich Sabine Christiansen am Sonntagabend vom deutschen Fernsehen verabschiedet. Fast so verbindlich und beiläufig wie an jedem Sonntag der vergangenen zehn Jahre, in denen ihre Sendung mit durchschnittlich vier Millionen Zuschauern nach dem "Tatort" zum Anker im ARD-Abendprogramm wurde.

Bundespräsident Horst Köhler blieb es vorbehalten, als einziger Gast der letzten, 447. Ausgabe von "Sabine Christiansen" feierlichen Glanz in die Talkrunde zu bringen. Er sprach von einer Sendung, die "Geschichte geschrieben" habe.

Doch das letzte Wort hatte "Dittsche". Aus seiner Hamburger TV-Imbissstube erwies Komiker Olli Dittrich in seiner Paraderolle als Arbeitsloser Christiansen seine Reverenz. Als er über Christiansens "schöne Beine" und Merkels "solide deutsche Damenbeine" sprach, grüßte Günther Jauch von draußen durch das Imbissfenster. Nicht Anne Will, die am 16. September antritt, sondern der RTL-Mann war ursprünglich als Christiansen-Nachfolger im Gespräch.

Die Sicht auf das "wirklich wahre Leben" war der rote Faden, den die im weißen Hosenanzug gekleidete Christiansen in der Abschiedsrunde mit Köhler suchte. Köhler wusste die Gunst der Stunde zu nutzen und ging mit deutlichen Worten mit "der Politik" und den Managern ins Gericht. Köhlers Worte saßen. Er sprach von Politikern, die zu wenig zuhören, vom schlechten Steuersystem, das nicht einmal er verstehe, vom mittlerweile "guten Nationalgefühl" der Deutschen, vom Vertrauensverlust in die Entscheidungen der Regierenden.

Die Sendung war auch eine Rückschau auf zehn Jahre "Berliner Republik". In Zitat- und Filmschnipseln zogen sie wieder vorbei: Guido Westerwelle mit der "18-Prozent"-Schuhsohle und Friedrich Merz mit der "Bierdeckel-Steuererklärung", auch Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder, Jürgen Trittin und Joschka Fischer, Gregor Gysi und Angela Merkel.

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