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18-Jähriger aus Gießen

10.01.2019

Ägypten wirft deutschem Schüler Terrorismus vor

Der Schüler aus Gießen sitzt seit drei Wochen in einem Gefängnis in Kairo.
Bild: Samer Abdallah

Ein 18-Jähriger verschwand vor drei Wochen spurlos in Luxor. Endlich gibt es ein Lebenszeichen von dem Schüler aus Gießen: Er sitzt in Haft. Eine Rache der Behörden?

Von dem 18-jährigen Gymnasiasten Isa El Sabbagh aus Gießen, der vor mehr als drei Wochen im ägyptischen Luxor spurlos verschwand, gibt es ein Lebenszeichen. Nach Angaben seines Vaters Mohamed El Sabbagh habe das Auswärtige Amt ihm am Donnerstag mitgeteilt, er sei in Haft. Die ägyptische Staatssicherheit werfe ihm vor, er stünde mit Terroristen in Kontakt. Das Auswärtige Amt in Berlin verwies auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und nahm zunächst nicht Stellung.

Die Familie des Jungen vermutet eine Racheaktion, weil der Vater im Internet mehrfach das Regime von Präsident Abdel Fattah al-Sisi kritisiert hat. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerten die Eltern die Befürchtung, ihr Sohn könnte gequält und gefoltert werden. Sollte sich die Information über den Terrorvorwurf bestätigen, könnte das für den Gymnasiasten, der aus einer deutsch-ägyptischen Familie stammt, sehr gefährlich werden. Nach den derzeitigen Gepflogenheiten der ägyptischen Justiz kann dies überlange Untersuchungshaft und eine drakonische Haftstrafe bedeuten.

Ägypten: Auch ein deutscher Student wird festgehalten

Zuvor hatten die ägyptischen Behörden erstmals offiziell bestätigt, dass sich auch der seit dem 27. Dezember verschwundene Student Mahmoud Abdel Aziz aus Göttingen in ihrem Gewahrsam befinde. Dem deutschen Konsulat jedoch wird bisher trotz intensiver Bemühungen ein Besuch des 23-jährigen Gefangenen verweigert. Sein Vater Amr Abdel Aziz vermutet, dass sein Sohn misshandelt wurde, und die deutschen Diplomaten ihn in diesem Zustand nicht sehen sollen. Nach ihm vorliegenden Informationen will Ägypten den Verhafteten nach Deutschland abschieben, wenn er seine ägyptische Staatsbürgerschaft ablege. Obwohl Mahmoud Abdel Aziz nur einen deutschen Pass besitzt, betrachten ihn die Behörden als ägyptischen Staatsbürger, weil sein Vater Ägypter ist.

Nach dessen Auskunft begann sein Sohn 2014 mit einem Studium an der Al Azhar Universität in Kairo und durfte auch damals erst ausreisen, als er eine offizielle Befreiung von der Wehrpflicht vorlegen konnte. Mahmoud Abdel Aziz braucht in Ägypten keinen Wehrdienst leisten, weil er eine deutsche Mutter hat. Dies muss er sich jedoch offiziell bescheinigen lassen, wenn er länger als sechs Monate im Land bleibt.

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