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Malaysia Airlines

18.07.2014

Alle offenen Fragen: Warum flog MH017 über das Konfliktgebiet?

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Im Büro von Malaysia Airlines in Jakarta deutet ein Mann auf die Route, die MH17 genommen hatte, bevor die Maschine über der Ukraine abgeschossen wurde.
Bild: Bay Ismoyo

Nach dem mutmaßlichen Abschuss einer Maschine mit 298 Menschen an Bord über der umkämpften Ostukraine bleibt fürs Erste vieles unklar. Das sind die wichtigsten Fragen zur Tragödie.

Wer war es?  In dem seit Wochen andauernden Konflikt in der Ostukraine gibt es drei beteiligte Seiten: die prorussischen Rebellen, die prowestliche Führung in Kiew sowie Russland. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach von einem "terroristischen Akt". Er warf den Separatisten vor, die Boeing abgeschossen zu haben - wie zuletzt mehrere ukrainische Militärflugzeuge. Moskau wiederum gibt Kiew die Schuld an der Eskalation der Lage in der Ostukraine. 

Kann man die Täter überführen? US-Experten gehen davon aus, dass es eine Boden-Luft-Rakete war, die das Flugzeug in der Reiseflughöhe von 9100 Meter traf. Anhand von Satelliten-Aufnahmen lasse sich bislang nicht feststellen, wo genau die Rakete abgefeuert wurde. Fachleute von Militär und Geheimdienst sind aber nach US-Medienberichten dabei, mit Hilfe von mathematischen Formeln und Computern, den genauen Ursprungsort der Rakete zu ermitteln. 

Wer hat überhaupt die Waffen für solch einen Angriff? Die Separatisten hatten zuletzt mehrfach zugegeben, ukrainische Kampfjets, Transportmaschinen und mehrere Hubschrauber abgeschossen zu haben. Allerdings dürften alle getroffenen Maschinen deutlich niedriger als die Boeing 777-200 geflogen sein. Nach unbestätigten Berichten haben die Aufständischen behauptet, ein Buk-Flugabwehrsystem im Verlauf der Kämpfe erbeutet zu haben. Das in den 80er-Jahren von der sowjetischen Militärindustrie entwickelte Lenkwaffen-System Buk (Buche) kann Ziele in Höhen bis zu 25 000 Metern treffen. 

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Malaysia Airlines: Andere Airlines meiden das Gebiet schon länger

Wieso flog MH017 über das Konfliktgebiet? Der Überflug von Konfliktgebieten wie etwa der Ostukraine durch Passagiermaschinen ist nach Angaben der Vereinigung Cockpit nicht unüblich. Das Vorstandsmitglied Markus Wahl sagte der Nachrichtenagentur dpa, so werde zum Beispiel im täglichen Betrieb der Irak und Afghanistan überflogen. Selbst im eskalierten Nahost-Konflikt fliegen internationale Fluggesellschaften weiterhin Tel Aviv an, obwohl die Stadt seit Tagen massiv mit Raketen aus dem Gazastreifen angegriffen wird. Manche sind da vorsichtiger: "Korean Airlines" teilte laut Itar-Tass mit, seit Monaten nicht mehr über die Ostukraine zu fliegen.

Wer leitet die Untersuchung zur Aufklärung des Vorfalls? Rein rechtlich ist es Aufgabe der ukrainischen Regierung, den Vorfall auf ihrem Staatsgebiet aufklären zu lassen. Allerdings ist die prowestliche Führung in Kiew selbst in den seit Monaten andauernden Konflikt im Osten des Landes involviert. Wohl auch deshalb haben US-Präsident Barack Obama, die Bundesregierung und auch die Nato eine internationale Untersuchung gefordert. Wer diese leiten könnte, ist noch unklar.

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