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Taifun "Haiyan"

12.11.2013

Allgäuer Helfer erreichen die Philippinen

Flug ins Krisengebiet: Mitarbeiter der Hilfsorganisation Humedica aus Kaufbeuren ordnen ihr Gepäck, bevor sie mit dem Hubschrauber ins Zentrum der von der Taifun-Katastrophe am härtesten getroffenen Stadt Tacloban fliegen.
Bild: Dennis M. Sabangan (dpa)

Die Taifunopfer flehen die Welt verzweifelt um Unterstützung an. Doch für die internationalen Hilfsorganisationen ist es schwierig, in die verwüsteten Gebiete vorzudringen.

Vier Tage nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ läuft auf den Philippinen die internationale Hilfe langsam an. Ein sechsköpfiges Team der Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica hat gestern am frühen Morgen die 220 000-Einwohner-Stadt Tacloban erreicht, die am Freitag nicht nur von Sturmböen mit bis zu 320 Stundenkilometern, sondern auch von einer fünf Meter hohen Flutwelle plattgewalzt worden ist.

Katastrophale Lage

„Es ist absolut unvorstellbar, welche Zerstörungen hier herrschen“, berichten die Helfer am Telefon, „die Menschen brauchen unbedingt Hilfe, ihre Lage ist dramatisch.“ Mit einer Maschine des philippinischen Militärs sind die drei Ärzte, ein Pfleger und zwei Koordinatoren in die Provinz Leyte geflogen, die Stadt Tacloban konnten sie nur an Bord eines Militärhubschraubers erreichen.

Denn die Zufahrtswege sind immer noch blockiert, etwa 500 Pioniere der Armee sind im Einsatz, um die Straßen freizuräumen. Aus der Luft hatten die Helfer einen guten Überblick über die immensen Schäden bekommen. Sie berichten außerdem von vielen Leichen, die auf den Straßen liegen.

Allgäuer Helfer erreichen die Philippinen
19 Bilder
Die Philippinen nach dem Taifun Haiyan
Bild: Ted Aljibe

Mehr als 120 Patienten hat das Ärzteteam in den ersten paar Stunden in einer provisorischen Krankenstation behandelt. Die haben sie in einer Gegend der Stadt errichtet, in der noch einzelne Gebäude stehen. „Es sind vor allem Wunden und Verletzungen, die versorgt werden müssen“, sagt Steffen Richter von Humedica.

Ein zweites fünfköpfiges Helferteam ist gestern Abend von Kaufbeuren auf die Philippinen aufgebrochen. „Wir planen mit Hochdruck weitere Einsatzteams und deren medizinische Ausstattung“, betont Humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß.

In der Hafenstadt Tacloban hat der Taifun Haiyan verheerende Zerstörungen angerichtet.
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Bilder der Zerstörung: Die Philippinen nach dem Supertaifun
Bild: dpa

"Bitte, bitte schickt uns Hilfe!"

Die Menschen in Tacloban sind verzweifelt. „Wir haben nichts, hier kommt nichts an“, sagte Gilda Mainao im Radio: „Bitte, bitte schickt uns Hilfe!“ Die internationalen Hilfsbemühungen laufen inzwischen an – auch aus Deutschland sind Hilfs- und Erkundungsteams beispielsweise des Technischen Hilfswerks, von Misereor, der Welthungerhilfe, der Caritas und den Maltesern unterwegs ins Katastrophengebiet.

Doch die Behörden sind überfordert: Zu viele Flughäfen, Brücken und Straßen sind zerstört, die Telefon- und Internetverbindungen sind unterbrochen. 9,5 Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, eine halbe Million ist obdachlos, schätzt das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP).

Das WFP bereitet mit der philippinischen Regierung auf dem Flughafen der Insel Cebu die Einrichtung einer Luftbrücke vor. Im Hafen von Tacloban kam nach Angaben des Roten Kreuzes am Sonntagabend ein Versorgungsschiff mit 140 Tonnen Hilfsgütern an. Aus Frankfurt wurden 25 Tonnen Hilfe nach Manila geflogen, darunter Decken und Zelte von World Vision und I.S.A.R.

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