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Millionen Zivilisten in Gefahr

10.09.2018

Angriffe auf syrische Rebellenprovinz Idlib

Zivilisten und Zivilschutzarbeiter neben einem Gebäude in Hobeit bei Idlib, das durch einen Luftangriff der syrischen Regierung zerstört wurde.
Bild: Syrian Civil Defense White Helmets/AP (dpa)

In Genf wollen die UN einen Angriff auf Idlib verhindern, während über die Rebellenhochburg die Kampfjets fliegen. Rebellen berichteten von Gesprächen mit der Türkei.

Die syrische Armee und ihr Verbündeter Russland haben am Montag wieder Ziele in der Rebellenhochburg Idlib angegriffen. Mehr als ein Dutzend Bombardements hätten vor allem den südlichen Teil der Provinz getroffen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Den Rettungshelfern der Weißhelme zufolge zielte Artilleriefeuer außerdem auf Gebiete der Provinz im Nordwesten des Landes. Sechs Menschen seien verletzt worden, als Granaten neben einer Schule nahe des Ortes Dschardschanas einschlugen.

Idlib ist der letzte große Rückzugsort für Rebellen in Syrien. Die Regierung in Damaskus droht, die Provinz einzunehmen, nachdem zuletzt diplomatische Versuche für eine Entspannung gescheitert waren. Am Wochenende hatte die Luftwaffe von Präsident Baschar al-Assad zusammen mit Kampfjets der verbündeten Russen heftige Angriffe auf Idlib geflogen.

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Syrien und sein Verbündeter Russland wollen in Idlib nach eigenen Angaben "Terroristen" bekämpfen. In der Region ist die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), die sich früher Al-Nusra-Front nannte, sehr stark.

Derweil empfing UN-Vermittler Staffan de Mistura in Genf Vertreter aus Russland, dem Iran und der Türkei zu Beratungen. Zunächst waren informelle Treffen mit den einzelnen Delegationen geplant, erst am Dienstag sollen dann formelle Gespräche folgen. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Aus Rebellenkreisen verlautete derweil, dass es weiterhin Verhandlungen zwischen HTS und der Türkei gebe. Um eine Offensive auf Idlib zu verhindern, gilt es als mögliches Szenario, dass Ankara seinen Einfluss auf die Aufständischen dafür nutzt, diese zu einer Selbstauflösung zu bewegen. Den Quellen zufolge sind die Extremisten aber gespalten: Ein Teil der Miliz sei einem Deal gegenüber offen, der andere wolle bis zum Ende kämpfen.

Ein HTS-Sprecher hielt sich auf Anfrage bedeckt, schloss eine mögliche Vereinbarung mit der Türkei aber auch nicht aus. Ankara will den bei einem Angriff befürchteten Flüchtlingsstrom in Richtung seiner Grenze mit allen Mitteln verhindern. In Idlib befinden sich nach UN-Angaben etwa drei Millionen Zivilisten. (dpa)

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