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Atomkraft
30.04.2012

Naturschützer fordern: AKW Gundremmingen sofort abschalten

Die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerkes Gundremmingen forderte der Bund Naturschutz Bayern bei seiner Delegiertenversammlung am Wochenende in Günzburg. Das Foto zeigt die Delegierten beim Günzburger Forum am Hofgarten vor einem stilisierten AKW aus Papier.
Foto: Greta Kaiser

Die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerkes Gundremmingen forderte der Bund Naturschutz Bayern bei seiner Delegiertenversammlung am Wochenende in Günzburg.

Die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerkes Gundremmingen forderte der Bund Naturschutz Bayern bei seiner Delegiertenversammlung am Wochenende in Günzburg.

Bund Naturschutz: AKW Gundremmingen abschalten

Der Beifall der 250 Delegierten aus dem ganzen Freistaat war Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sicher. Schließlich konnte das Stadtoberhaupt bei seinem Grußwort im „Forum am Hofgarten“ auf eine ganze Reihe von Erfolgen und Maßnahmen Günzburgs zum Erhalt von Natur und Umwelt oder beim Energiemanagement hinweisen.

Beifall gab es bei der 99. Delegiertenversammlung des Bundes Naturschutz Bayern auch für dessen Vorsitzenden Prof. Hubert Weiger. Allerdings aus anderem Grund. Er listete auf, was in Bund und Land versäumt wurde oder noch getan werden muss, um die Natur und die Menschen besser zu schützen. Eine zentrale Forderung war die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerkes Gundremmingen.

"Permanente Bedrohung der gesamten Region Schwaben"

Die Blöcke B und C des Atomkraftwerkes Gundremmingen entsprächen jenem Bautyp, der vor gut einem Jahr in Fukushima explodiert war. Damit zähle das AKW Gundremmingen „zu den gefährlichsten Atomkraftwerken überhaupt“ und stelle eine „permanente Bedrohung der gesamten Region Schwaben“ dar. Gundremmingen müsse vom Netz, weil die Atomkraft „unbeherrschbar“ sei, erklärte Weiger unter Beifall und betonte, er stehe noch immer unter dem Eindruck zweier Besuche in Fukushima, wo die Menschen von Atomwirtschaft und Politik belogen, betrogen und allein gelassen worden seien.

Die von der Bundesregierung „vollmundig“ angekündigte Energiewende könne nur gelingen, wenn sie nun auch konsequent angegangen werde. Dabei setze der Bund Naturschutz Bayern vorrangig auf die Energieeinsparung und eine intelligente Energieeffizienz. Die dritte Säule sei der dezentrale Ausbau der Windkraft. Die müsse aber unter Beteiligung der Bürger umgesetzt werden, Planungsqualität müsse vor Investoreninteressen rangieren. Bedauerlich sei, dass hier die bayerischen Staatsforsten mit schlechtem Beispiel vorangingen.

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Bund Naturschutz: "Diffamierung der Bürger"

Der Bund Naturschutz akzeptiere Biogasanlagen – allerdings nur in kleinem, dezentralem Maßstab zur Verwertung von Abfällen, nicht aber von großflächig angebautem Mais. Ausdrücklich abgelehnt wird vom Bund Naturschutz der weitere Ausbau der Wasserkraft. Die letzten freien Fließgewässer werde man „mit Zähnen und Klauen verteidigen“, kündigte Weiger an.

Die „überfallartige“ Kürzung der Solarförderung durch die Bundesregierung nannte Weiger eine „Diffamierung“ der Bürger, die ihren Teil zur Energiewende beitragen wollen. So lange die „Stromkonzerne abkassieren und die Strompreise beliebig erhöhen konnten“, habe niemand gefragt, ob sich sozial Schwache den Strom leisten können, sagte Weiger. Erst jetzt koche das Thema hoch – dabei sei Solarstrom nachweislich billiger als Atomstrom. Verteuert werde Strom durch Spekulanten, denen endlich das Handwerk gelegt werden müsse.

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