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26.08.2007

Auch China muss fair spielen

Der Verdacht ist ungeheuerlich: Peking schnüffelt in deutschen Regierungscomputern. Zwar ist noch nichts bewiesen. Aber Kanzlerin Merkel wird dem Fall schon energisch nachgehen müssen, wenn sie heute mit der chinesischen Führung zusammentrifft. Staatlich verordnete Wirtschaftsspionage wäre alles andere als ein Kavaliersdelikt. Die exzessive Form der Computer-Spionage, der sich Berlin definitiv ausgesetzt sieht, erfordert nicht nur hohes technisches Know-how, sondern beträchtliche kriminelle Energie.

Darf man den Chinesen beides zutrauen? Zumindest haben sie sich in der Vergangenheit nicht gerade als Vorkämpfer für den Schutz des geistigen Eigentums Dritter profiliert. Im Gegenteil. Die Asiaten scheinen nicht zimperlich zu sein, wenn es darum geht, fremde Quellen anzuzapfen. Die Flut der Plagiate aus Fernost, die von Jahr zu Jahr anschwillt, beweist dies. Dabei handelt es sich längst nicht mehr nur um falsche Modemarken und schlecht kopierte Luxusuhren. Nein, der systematische Ideenklau betrifft inzwischen fast jede Branche. Oft geben sich die dreisten Abkupferer nicht einmal besondere Mühe. Im Extremfall gefährden sie mit lausiger Produktqualität sogar die Gesundheit ihrer Kunden. Noch größer ist der ökonomische Schaden. Der Kampf gegen Produktpiraterie kostet der auf Innovation ausgerichteten deutschen Wirtschaft Milliarden.

Ohne die Unterstützung der chinesischen Seite kämpft Deutschland auf verlorenem Posten. Peking müsste viel entschlossener gegen Wirtschaftsspionage vorgehen. Eine Regierung jedoch, die selbst unter Schnüffelverdacht steht, kann die eigenen Unternehmen kaum an die Kandare nehmen. Das ist schade. Denn es liegt im ureigenen Interesse Chinas, sich dem Weltmarkt als fairer Spieler zu präsentieren.

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