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Weltklimakonferenz in Bonn

08.11.2017

Auch Syrien will Klimavertrag akzeptieren

Der Premierminister der Fidschi Inseln, Frank Bainimarama, bei der Eröffnung der Weltklimakonferenz. Foto: Oliver Berg
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Der Premierminister der Fidschi Inseln, Frank Bainimarama, bei der Eröffnung der Weltklimakonferenz.
Bild:  Oliver Berg (dpa)

Es sieht danach aus, dass künftig nur noch ein einziges UN-Land gegen das Pariser Klimaabkommen ist: die USA. Selbst das vom Bürgerkrieg zerrüttete Syrien will nun beitreten.

Als letztes UN-Land will nun auch Syrien dem Pariser Klimaabkommen beitreten - damit wären die USA als einziger Vertragsgegner völlig isoliert.

Syrien habe sein Einlenken am Dienstag bei der Weltklimakonferenz in Bonn angekündigt und wolle den Vertrag nun zügig ratifizieren, berichteten Konferenzteilnehmer. Das UN-Klimasekretariat konnte die Entscheidung zunächst noch nicht offiziell bestätigen.

"Es ist höchst erfreulich, dass Syrien soeben angekündigt hat, dem Pariser Klimaabkommen beitreten zu wollen", teilte Sabine Minninger, Klimareferentin von Brot für die Welt, mit. "Die Welt zeigt angesichts des verheerenden Klimawandels Einigkeit."

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Zuvor hatte bereits Nicaragua angekündigt, das Pariser Abkommen nun doch akzeptieren zu wollen. Zusammen mit dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Syrien war Nicaragua das letzte Land gewesen, das sich noch gegen den Klimapakt gestellt hatte - bevor im Sommer Präsident Donald Trump den Austritt der USA verkündet hatte. Dieser kann allerdings erst im Jahr 2020 wirksam werden.

Die US-Regierung verteidigte die Entscheidung am Dienstag erneut. Man bleibe dabei, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert. "Es ist ironisch, dass die syrische Regierung beitreten will und dass sie sich über Dinge wie das Klima und das Kohlendioxid in der Atmosphäre sorgt", erklärte sie. "Wenn Syrien sich wirklich darum sorgen würde, was in der Luft ist, würde es seine eigenen Leute nicht vergasen."

US-Klimaschutzgruppen machten am Dienstag in Bonn deutlich, dass lange nicht alle Amerikaner hinter Trumps Entscheidung stünden. "Von monströsen Stürmen über Waldbrände bis zu tödlichen Hitzewellen im amerikanischen Westen hat 2017 gezeigt, welche Bedrohung vom Klimawandel ausgeht", sagte Dyanna Jaye vom Zusammenschluss "U.S. People's Delegation". Trump und seine Regierung könnten nicht beanspruchen, das amerikanische Volk bei der Klimakonferenz zu repräsentieren. 

Am Wochenende wollen unter anderem der kalifornische Gouverneur Jerry Brown, sein Vorgänger Arnold Schwarzenegger, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und Friedensnobelpreisträger Al Gore deutlich machen, dass sich viele amerikanische Städte und Staaten dem Klimaschutz weiter verpflichtet fühlen.

U.S.People's Delegation

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