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Corona

29.12.2020

Auch in China macht Armut anfällig für das Coronavirus

Wieder aufgetaucht: Positive Corona-Tests alarmieren die Behörden in Peking.
Bild: Liu Debin, SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa

Die Pandemie schien besiegt. Doch nun werden Corona-Ausbrüche in Peking gemeldet. Betroffen sind in erster Linie Arbeitsmigranten aus den Provinzen.

Corona schien besiegt: Nach Monaten ohne neue Infektionen kämpft Chinas Hauptstadt seit Mitte Dezember erneut mit einem Virus-Cluster. Immerhin 15 lokale Übertragungsherde registrierten die Behörden am Dienstag, davon die meisten in Peking.

Die Zahlen mögen im internationalen Vergleich geradezu verschwindend gering sein, doch für die Volksrepublik sind sie alarmierend. Denn die epidemiologische Strategie der Staatsführung beruht darauf, die Wachstumskurve nicht abzuflachen, sondern das Virus innerhalb der eigenen Landesgrenzen vollständig auszulöschen - allen voran im politischen Machtzentrum Peking.

Die Stadtregierung hat den Notfallmodus ausgerufen

Entsprechend drastisch gehen die Behörden nun vor. Die Stadtregierung hat den Notfallmodus ausgerufen, in sämtlichen betroffenen Bezirken die Bewohner zu Massentests gebeten und einzelne Wohnanlagen in einen Lockdown versetzt. Außerhalb der Risikogebiete geht indes das Leben seinen gewohnten Gang. Trotzdem hat der neue Corona-Ausbruch eine Debatte über Gerechtigkeitsfragen ausgelöst.

 

Denn bei fast allen Infizierten handelt es sich um Arbeitsmigranten, die aus den ländlichen Provinzen in die Hauptstadt ziehen und dort einen Ausweg aus der Armut suchen. Um die Infektionsketten nachvollziehen zu können, veröffentlichen die chinesische Behörden nämlich die Bewegungsprofile der Erkrankten. Und die belegen eindrücklich, wie große Opfer die Menschen bei der Suche nach dem wirtschaftlichen Aufstieg auf sich nehmen.

Viele Infizierte arbeiten extrem hart

Ein 31-jähriger Mann, der positiv auf das Virus getestet wurde, musste etwa neben seiner Arbeit in einem Handelsunternehmen zusätzlich noch Nachtschichten bei einem Lieferkurier stemmen. Ein anderer Infizierter arbeitete als Fahrer für Didi, einer chinesischen Version von Uber: Seine Arbeitstage bestanden aus 17-Stunden-Schichten, von sechs Uhr morgens bis elf Uhr nachts.

Peking gilt mittlerweile als teuerste Stadt auf dem chinesischen Festland, selbst winzige Besenkammern in anonymen Wohngemeinschaften kosten über 400 Euro - rund die Hälfte des Monatsgehalts eines einfachen Büroangestellten.

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