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Ausbeutung
25.03.2021

Entwicklungsminister Müller warnt vor Zunahme von Kinderarbeit durch Pandemie

Kinderarbeit ist in einigen Ländern keine Seltenheit. Durch die Corona-Pandemie könnten noch mehr Kinder dazu gezwungen werden. Dabei kann jeder etwas dagegen tun.
Foto: Rungroj Yongrit, dpa

Exklusiv Kinderarbeit, Ausbeutung und Menschenhandel nehmen durch die Corona-Pandemie zu. Auch Verbraucher können das laut Entwicklungsminister Gerd Müller ändern.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) fordert ein Ende moderner Sklaverei, die heute etwa als ausbeuterische Kinderarbeit stattfindet. Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei sagte Müller unserer Redaktion: „Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Aber die bittere Realität ist: Über 70 Millionen Kinder schuften unter ausbeuterischen Bedingungen, auf den Kakao- und Kaffeeplantagen Afrikas, in Fabriken und Minen - auch für unseren Wohlstand.“ Dies sei moderne Sklaverei so Müller. Die betroffenen Familien lebten in Elend und Not.

Gerd Müller will, dass Produkte komplett fair produziert werden.
Foto: Messe Berlin, Ute Grabowsky, photothek, dpa

Entwicklungsminister Müller: Für jeden von uns arbeiten im Schnitt 50 Sklaven

Der Entwicklungsminister macht folgende Rechnung auf: „Es ist unbegreiflich, aber durchschnittlich arbeiten 50 Sklaven für jeden von uns.“ Die Corona-Pandemie verschärfe die Lage noch. Hunderttausende Kinder würden laut Schätzungen von Unicef zusätzlich in Kinderarbeit gedrängt.

Umgerechnet rund 1,70 Euro verdient der zehnjährige Shekh Zahid am Tag, indem er Wiederverwertbares auf einer Mülldeponie in Delhi sammelt und verkauft. Kinderarbeit hat jahrelang abgenommen. Nun befürchten die Vereinten Nationen allerdings, dass sich dies wegen Corona ändern könnte.
Foto: Vijay Pandey/dpa

Das Lieferkettengesetz, das die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat, könne dazu beitragen, die Verhältnisse zu ändern. Es lege verbindliche Standards zur Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten fest. Müller: „Denn eine gerechten Globalisierung ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Mir war besonders wichtig, dass das Verbot von Kinderarbeit und Sklaverei im Gesetz enthalten ist.“ Eigentlich sei dies eine Selbstverständlichkeit: „Sklaverei gehört schon lange in die Geschichtsbücher und nicht in eine globalisierte Welt.“ Verbraucher könnten mit ihrem Kaufverhalten helfen. Müller empfiehlt: „Fragen Sie beim nächsten Einkauf nach nachhaltigen Waren und machen Sie mit.“

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25.03.2021

Jeder der ein meint er fahre ein ökologisches Elektroauto sollte sich mal fragen wo die Rohstoffe für seine Batterie herkommen.

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