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Baden-Württemberg
14.03.2019

Familien-Bande

Der Dialektexperte Johannes Kretschmann.
Foto: Johannes Weißbrod, dpa

Kretschmann junior als Regierungsberater in Dialektfragen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist nicht gerade für reines Hochdeutsch bekannt. Jetzt wirft ihm die SPD im Stuttgarter Landtag vor, seinem Sohn Johannes Aufträge der Landesregierung zukommen zu lassen, damit dieser sich als (schwäbischer) Sprachwissenschaftler profilieren kann.

Fraktionsvize Sascha Binder wollte es genauer wissen und bekam von Staatsministerin Theresa Schopper (Grüne) die Antwort, Kretschmann junior berate das Staatsministerium „im Rahmen einer Expertengruppe Dialekt zu den laufenden Maßnahmen der Dialektinitiative der Landesregierung“. Die Tätigkeit sei unentgeltlich. Für eine Expertenrunde, an der er im vergangenen Jahr teilnahm, seien ihm lediglich die Reisekosten erstattet worden. Auch für die Moderation während einer Dialekttagung ein paar Monate später habe er kein Honorar erhalten. Unter anderem Wissenschaftler, Künstler, Lehrer, Politiker beschäftigten sich dabei mit der Gegenwart und Zukunft der baden-württembergischen Dialekte.

SPD-Mann Binder findet, dass der Ministerpräsident seinem Sohn „im vergangenen Jahr im Rahmen der Dialektinitiative der Landesregierung zweimal eine sehr prominente Plattform geboten hat, um sich als Sprachwissenschaftler profilieren zu können“. Das werde durch die Antwort auf seine Anfrage bestätigt. „Auch wenn seine Mitwirkung hier kostenlos – um nicht zu sagen umsonst – war, wurden ihm Chancen für das Netzwerken in eigener Sache geboten“, erklärt Binder und mosert: „Ob das plötzliche Interesse des Ministerpräsidenten am Dialekt tatsächlich der Identität des Landes dient oder lediglich familiär motiviert war, bleibt das Geheimnis des Ministerpräsidenten.“

Laut Schopper stand das Staatsministerium (es entspricht der bayerischen Staatskanzlei) auch früher schon im Austausch mit Johannes Kretschmann. Es ging um fünf Fastnachts- oder Dialektreden. Aber auch dafür wurde nichts bezahlt.

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