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  3. Bärbel Bas soll Bundestagspräsidentin werden: Wer ist sie?

Porträt
26.10.2021

Das ist die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas

Bärbel Bas, die neue Präsidentin des Bundestags.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Die SPD-Abgeordnete Bärbel Bas wurde zur neuen Bundestagspräsidentin gewählt und ist damit Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble. Die Politikerin ist keine Kompromisskandidatin.

Es war lange spekuliert worden, wen die SPD für das Präsidium des Deutschen Bundestages aufstellen würde. Traditionell besetzt die stärkste Fraktion das Amt des Bundestagspräsidenten beziehungsweise der Bundestagspräsidentin. Das ist nach der Bundestagswahl die SPD, doch die tat sich lange Zeit schwer mit einer Nominierung. Letztendlich entschied sich die Partei für die Gesundheitspolitikerin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas. Sie wurde am 26. Oktober bei der konstituierenden Sitzung des Bundestages zur neuen Bundestagspräsidentin gewählt. Sie ist nach Rita Süssmuth (CDU) und Annemarie Renger (SPD) erst die dritte Frau auf diesem Posten.

Bärbel Bas erlebte eine schlimme Lebenskrise

Bas wurde am 3. Mai 1968 in Walsum – jetzt Duisburg – geboren. Sie wuchs mit fünf Geschwistern auf. „Meine Eltern haben auf Parität geachtet: 3 Mädchen und 3 Jungs“, berichtet sie dazu auf ihrer Internetseite und fährt dort fort: „Ich selbst bin verwitwet und habe keine Kinder.“ Hinter diesem vergleichsweise nüchternen Satz verbirgt sich eine Lebenskrise. Am 22. September 2020 starb ihr Mann Siegfried Ambrosius an den Folgen einer Infektion. 15 Jahre waren die beiden zusammen, fünf davon mit Trauschein. „Ich war acht Monate völlig aus der Bahn“, offenbarte sie sich in einem Interview mit der WAZ.

Bas wird dem linken Flügel ihrer Fraktion, der Parlamentarischen Linken, zugerechnet. Auch der Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich gehört diesem Flügel an; es war lange spekuliert worden, er würde Bundestagspräsident werden. Doch die SPD hatte ein Männerproblem. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will im Amt bleiben. Er kommt bekanntlich auch aus der SPD, wird dem Seeheimer Kreis zugerechnet. Der neue Kanzler wird vermutlich Olaf Scholz werden, der dem konservativen Flügel der SPD nahesteht. Drei Männer für drei der wichtigsten politischen Posten im Land? Das hätte nach außen hin schlecht ausgesehen.

Als Gesundheitspolitikerin steht Bärbel Bas im Schatten von Karl Lauterbach

Bas ist jedoch nicht einfach nur eine Kompromisskandidatin. Als Gesundheitspolitikerin steht sie in der Öffentlichkeit zwar im Schatten des omnipräsenten Karl Lauterbach. Das war ihr einerseits vor dem Hintergrund ihres persönlichen Schicksalsschlages gar nicht so unlieb. Aus der Fraktion heißt es darüber hinaus, Bas sei – etwa beim Thema Pflege – eine kompetente und hartnäckige Verhandlerin, die es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht einfach gemacht habe.

Bärbel Bas (SPD) steht in der Öffentlichkeit im Schatten des omnipräsenten SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach.
Foto: Michael Kappeler, dpa (Archivbild)

Das Durchsetzungsvermögen der passionierten Motorradfahrerin kommt nicht von ungefähr. „In jungen Jahren habe ich gerne Fußball gespielt“, schreibt Bas auf ihrer Homepage. Sie war erst Linksaußen, später Libero. Nun wird Bas ihre kämpferischen Qualitäten beim Kampf gegen Rechtsaußen abrufen müssen. Als Bundestagspräsidentin repräsentiert sie den Bundestag und damit die Legislative. Zu den zentralen Aufgaben gehört die Leitung der Parlamentssitzungen – und die wurden seit dem Einzug der AfD in den Bundestag zu einem verbalen Schlachtfeld.

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SPD-Politikerin Bas ist eine Frau mit viel praktischer Lebenserfahrung

Darüber hinaus warten viele repräsentative Aufgaben auf die neue Präsidentin. Sie steht auch an der Spitze der Bundestagsverwaltung mit ihren rund 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – was für Bas kein Problem darstellen sollte. Nachdem sie 1984 die Hauptschule mit der Fachoberschule abgeschlossen hatte, danach unter anderem eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten machte, studierte sie im Fach Krankenkassenbetriebswirtin und schloss später ein weiteres Studium zur Personalmanagement-Ökonomin an. Deutschland hat mit Bas nicht nur die dritte Frau im zweithöchsten Amt, sondern auch eine mit viel praktischer Lebenserfahrung.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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27.10.2021

Für alle, die Frau Bas nicht kennen udn als ungelernt udn nciht qualifiziert halten.

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rbel_Bas

Kurze Zusammenfassung: Seit 2009 Abgeordnete, war Mitglied im Ältestensrat, in verschiedenen Ausschüssen (u.a. als stellvertretende Vorsitzende) und Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. Sie hat zwar keine zehnjährige Ausbildung mit anschließender Prüfung zur Bundestagspräsidentin gemacht, aber dürfte deutlich mehr Einblick in die Geschäfte des Bundestages haben wie 99,99 % der Kommentatoren hier, die ihre Kommentarquote voll machen müssen.

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27.10.2021

Danke!

Leider glauben einige, wenn sie andere abwerten, dass sie sich selber dadurch aufwerten würden. Und dabei sind diese Leute sogar zu faul, sich vorher über die Personen zu informieren. Sie werten sich also selber ab.

Raimund Kamm

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26.10.2021

Bärbel Bas kann man getrost als Quotenfrau bezeichnen. Sonst kommen immer mehr unbekannte Personen ins Geschäft, die das Geschäft erst noch lernen müssen. In qualifizierten Berufen geht das in Führungspositionen nun Mal gar nicht- nur in der Politik. Hauptsache der Parteienproporz stimmt. Das Pöstchen Geschacher geht auch bei der Ampel Koalition weiter. Hoffe nur Annalena B. verplappert sich nicht zu oft oder redet sich gar um Kopf und Kragen, sollte sie wegen ihrer herausragenden Englisch Kenntnisse ins Aussenministerium gehen.

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27.10.2021

Wenigstens machen Sie aus Ihrer Abneigung gegen Frauen in der Politik kein Hehl. Ist in einer Demokratie ja auch nicht verboten.
Schade, dass Sie und noch ein paar ewig Gestrige mehr dabei auch jegliche Fairness vermissen lassen.

Kann man aber verstehen - diese Wahlschlappe war ein Volltreffer ins übersteigerte Selbstbewusstsein rechtskonservativer Zeitgenossen . . .

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26.10.2021

Noch nie was von der Frau gehört, Hauptsache die Quote passet. Wenn man als Frau Kariere machen will gibt es derzeit nichts besseres als Politik, da wird sogar die Chebli was. Qualifikationen und Erfahrung Nebensache! Wir hatten ja auch schon Steinewerfer als Außenminister, in einem Rechtsstaat.

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26.10.2021

Sie vergassen die Ahnengalerie der aktiven Nazis in den Kabinetten Adenauer, Erhard und Kiesinger ebenso zu erwähnen, wie z.B. einen meineidigen Innenminister. Von einem Bimbes-Kanzler mit schwarzen Kassen ganz zu schweigen.
Übrigens, kennen Sie den mit den Steinen und dem Glashaus?

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26.10.2021

Oh Wolfgang S. müssen immer diese alten NAZI´s als Argument herhalten.
(edit/mod/NUB 7.2)

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26.10.2021

Bei den derzeitigen Regierungen ist es egal wehr welchen Posten bekommt, hauptsächlich die Frauenquote stimmt. Im neuen Parlament sind 2 BW Offiziere, mit großer Erfahrung, bin gespannt, ob davon einer V.Minister wird??

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20.10.2021

Gratulation, für Bärbel Bas zur Bundestagspräsidentin. Es ist eigentlich egal wer den Job bekommt, denn der Bürger hat eh kein Wahlrecht.

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