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Corona-Impfung

31.01.2021

Bayern dringt auf Ergebnisse beim Impfgipfel

Markus Söder kritisiert nicht nur die Hersteller, sondern auch die EU-Kommission.
Foto: Filip Singer, dpa

Am Montag beraten Bund und Länder unter anderem über die Verfügbarkeit von Impfstoffen. Markus Söder übt Kritik an der EU-Kommission. Denn der Druck ist gewaltig.

Sie sollte die Erlösung aus der Corona-Krise bringen und endete im Chaos: der Start der Impfaktion ist für Politik wie Hersteller zu einem Debakel geworden.

Ein Gipfel der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel und einigen Herstellern am Montag soll nun mehr Klarheit über die Zeitpläne, Prioritäten für Bevölkerungsgruppen und verfügbare Impfstoffe bringen.

Markus Söder: "Ein 'Stop and Go' beim Impfen geht auf Dauer nicht."

Der Druck, zumindest einige Probleme zu lösen, ist gewaltig. Zwar hat Regierungssprecher Steffen Seibert bereits im Vorfeld des Treffens die Erwartungen gedämpft, dass mit konkreten Beschlüssen zu rechnen sei. Doch die bayerische Landesregierung dringt auf Ergebnisse: "Wir brauchen klare Transparenz beim Impfstoff", fordert Ministerpräsident Markus Söder gegenüber unserer Redaktion. "Die Menschen sind völlig verunsichert."

„Wir brauchen klare Transparenz beim Impfstoff“, sagt Markus Söder.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Das Dilemma, vor dem nicht nur der Freistaat steht: Die Logistik stehe, die Impfzentren sind einsatzbereit, aber es könne nicht geimpft werden. "Daher bedarf es endlich eines verlässlichen Lieferplans für die nächsten Wochen und Monate", sagt der CSU-Chef und stellt klar: "Ein ,Stop and Go’ beim Impfen geht auf Dauer nicht."

Seine Kritik richtet sich nicht nur an die Hersteller, sondern auch an die EU-Kommission, die Lieferverträge abgeschlossen hat. Insgesamt falle Europa beim Impfen deutlich hinter andere Länder der Welt zurück. "Das darf nicht sein", warnt der Ministerpräsident. "Daher braucht es auch einen Überblick über mögliche Produktionskapazitäten in Deutschland. Es sollte alles getan werden, um die Produktion in Deutschland auszuweiten."

In den über 100 Impfzentren in Bayern komme es immer wieder zu Problemen

Auch sein Gesundheitsminister Klaus Holetschek findet klare Worte. "Das darf keine Show-Veranstaltung werden, sondern wir müssen nachvollziehen können, wo die Probleme sind und diese dann auch abstellen", sagt der CSU-Politiker. "Das Maß der Dinge ist, dass wir möglichst viel Impfstoff haben und dass der auch zuverlässig und planbar kommt."

Gesundheitsminister Klaus Holetschek will vor allem die Anmeldung für Impftermine vereinfachen.
Foto: picture alliance, dpa

In den über 100 Impfzentren in Bayern komme es immer wieder zu Problemen, weil Impflieferungen verschoben werden und dadurch zu wenige Dosen verimpft werden können. "Es ist schwierig, Leute heimzuschicken, die schon Impftermine vereinbart haben", sagt Holetschek. Deshalb begrüße er grundsätzlich auch jeden Versuch, der dazu führe, dass die Länder mehr Planbarkeit, Verlässlichkeit und vor allem mehr Impfstoff bekommen. "Deshalb erwarte ich, dass beim Impfgipfel Klartext gesprochen wird", sagt er.

 

Doch was kann das Treffen wirklich bringen? "Der Impfgipfel wird keinen Tropfen Impfstoff mehr bringen", sagt Welt-Ärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery. "Aber er kann ein deutliches Zeichen von Solidarität und Gemeinsinn setzen."

Ärztepräsident Montgomery sieht eine Mitschuld bei der deutschen Politik

Die Länder müssten sich endlich auf ein einheitliches Vorgehen im Kampf gegen Corona verständigen. Denn auch wenn der Schwarze Peter derzeit vor allem bei den Herstellern und der EU liegt, sieht Montgomery zumindest eine Mitschuld bei der deutschen Politik.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery fordert ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer.
Foto: Monika Skolimowska, dpa

"Wenn ich höre, dass Niedersachsen 550.000 Menschen der Prio-Gruppe 1 anschreibt, sie mögen sich zur Impfung anmelden, es gleichzeitig aber nur 15 000 Termine gibt, dann ist das unprofessionell", sagt Montgomery. "Es ist viel Vertrauen zerstört worden, dass das staatliche Handeln wirksam funktioniert." Zugleich warnt er vor unrealistischen Erwartungen: "Niemand sollte erwarten, dass die Durchimpfung eines Volkes von 83 Millionen Menschen völlig reibungsfrei und problemlos funktioniert."

 

Laut Gesundheitsministerium wurden seit Beginn der Impfkampagne in Deutschland über 3,5 Millionen Dosen ausgeliefert und 2,2 Millionen Dosen gespritzt. Bis zum 22. Februar würden mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Länder geliefert. Biontech und Astrazeneca lieferten den Bundesländern bis zum 22. Februar 1,747 Millionen Dosen mehr als bisher geplant.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus informieren wir Sie in unserem Live-Blog.

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.02.2021

Schön von ihnen zu lesen, (edit/mod/unterlassen Sie bitte Verunglimpfungen des Nutzernamens!/NUB 7.3)!

Sie werden es nicht für möglich halten, die Idee mit der "Not-Impfstoffwirtschaft" stammt von MP Söder!

Letztes Jahr hätten wir beinahe ähnliches bei der Versorgung mit Antibiotika gebraucht, da unsere bestens aufgestellte Pharmaindustrie
dank höchst erfolgreicher Geschäftsbeziehungen die Produktion in großem Stil nach Indien und zu den chinesischen Kommunisten verlagerte um damit ihre Profite zu maximieren. Also genau mit Hilfe des Staates, dem sie mit peinlicher Penetranz ständig die Schuld an der Pandemie in die Schuhe schieben wollen. Merken sie was? Pecunia non olet!

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/antibiotika-engpaesse-wegen-coronavirus-befuerchtet-115619/

Söder erwägt sogar den Import russischer und chinesischer Vaccine.

Sie sehen, ihre Sorge speziell wegen der chinesischen Kommunisten ist unnötig, die haben inzwischen verstanden, dass ihnen der Klassenfeind sogar den Strick verkaufen wird, an dem sie ihn irgendwann aufhängen.

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01.02.2021

Nunja - Herr Harald V .

Sie werden es nicht wissen , aber nach allen historischen Fakten ist auch das Virus , welches die Spanische Grippe auslöste , aller Wahscheinlichkeit im damaligen China ausgebrochen und wurde von chinesischen Gastarbeitern , welche aufgrund des WWI , da sehr viele Männer aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor eingezogen waren , massenhaft als Arbeitskräfte in die USA einwanderten .

Insbesondere in den Militärcamps waren diese Einwanderer als Küchenkräfte beschäftigt !

Im Jajr 1917 war das Vogelgrippe-Virus zunächst in einigen Provinzen in China ausgebrochen .

Aber das nur nebenbei :

Ich habe ja auch nicht geschrieben , daß Peking bewußt das Virus in die Welt gesetzt hat , um ihre krude Ideologie , nachwelcher in China vom höchsten KP-Chef bis zum jugendlichen Startup-Yuppi sowieso niemand mehr lebt - außer wenn es darum geht , die persönliche und politische Machtfülle zu erhalten .

Jedoch hört man weder davon , ob der angebliche chinesische Impfstoff überhaupt existiert noch ob er wirkt und wie er wirkt !

Dasselbe mit Sputnik - aus dem Land , welches ehemalige Mitglieder des ehrmaligen "Schwert und Schild" des Sozialismus beherrschen .

Irgendwie klappt(e) das nie, wenn Sozialisten irgenetwas produzieren -lassen- wollten .

Komisch !


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01.02.2021

Die spanische Grippe ist sehr wahrscheinlicc im mittleren Westen der USA entstanden. China gilt eher als Außenseiter. ;-)

https://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Grippe#M%C3%B6glicher_Ausgangspunkt_China

Übrigens gibt es Theorien, dass Corona ein Europäer, genauer Italiener, ist.

Die VR China ist verantwortlich dafür, die Welt nicht schneller informietr zu haben. Vermutlich haben die einfach den Virus unterschätzt und haben gedacht, sie können ihn einfach so im heimlichen beseitigen ... auch um wirtschaftlichen Schaden durch Grenzschließungen, ... zu vermeiden.

Auf den chinesischen Impfstoff möchte ich mich genauso wenig verlassen wie auf den Russischen.

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04.02.2021

"Irgendwie klappt(e) das nie, wenn Sozialisten irgenetwas produzieren -lassen- wollten ."

Komisch und daneben sind nur ihre Kommentare.
Wird langsam Zeit, dass sie sich mal entschuldigen - wenigstens bei den Russen.

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01.02.2021

Was wollen Sie, Herr (edit/mod/bitte Nutzernamen richtig zitieren) ?

Die Pharmaindustrie verstaatlichen ?
Das kann ich mir bei Ihnen nur zu gut vorstellen !

Die Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln ist gewiß nicht Aufgabe des Staates !

Und die Entwicklung und Herstellung haben auch wirklich nichts mit "dem Gesundheitswesen" zu tun !

Es verwundert aber gar nicht , daß nun im Zuge der Pandemie (die übrigens - wir wollen uns erinnern! - just von einem kommunistisch reguerten Staat in die Welt gesetzt wurde) von interessierten Kreisen versucht wird , klammheimlich durch die kalte Küche den Sozialismus herbeizureden und einzuführen !

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01.02.2021

Wenn man nach Ihrer Logik geht, müsste man die spanische Grippe in Influenza Americana Kapitalista umtaufen.
Aufgrund der Erfahrungen der Geschichte, sollte der KP Führung in der VR China eigentlich klar sein, dass man mit einem Virus nicht sein Wirtschaftssystem durchsetzen kann. In den Jahren der "Influenza Americana Kapitalista" hat sich der Kommunismus durchaus stark verbreitet. ;-)

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01.02.2021

Schön von ihnen zu lesen(edit/mod/NUB 7.3).?

Fragen Sie lieber den Margus was er mit seiner Not-Impfstoffwirtschaft will.

"Es verwundert aber gar nicht , daß nun im Zuge der Pandemie (die übrigens - wir wollen uns erinnern! - just von einem kommunistisch reguerten Staat in die Welt gesetzt wurde)"

Übrigens: Vor Kommunisten wie den chinesischen sollten Kapitalismus-Verehrerinnen wie sie keine Angst haben.
Die haben dieses System besser verstanden als alle Geldsäcke der westl. Industriestaaten zusammen.

(edit/mod/persönliche Angriffe/NUB 7.3)

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01.02.2021

Die Politik - im Bund und in Brüssel - hat der Bevölkerung in Sachen Verfügbarkeit der Impfstoffe viel zu viel und viel zu schnell falsche Hoffnung gemacht !

Das war und ist der Fehler !

Man sollte sich nocheinmal erinnern (wollen!) :

Im vergangenen Jahr war noch völlig unklar , ob und wie schnell ein Impfstoff gegen das (Chinesische) Virus gefunden werden könnte .

Als dann die Pharma-Industrie doch schnell Impfstoffe entwickeln konnte , belog sich die Politik selbst und handelte - natürlich unter dem immer wiederkehrenden lockdown-Geschehen -vorschnell und unbesonnen, den Menschen eine schnelle Impfung zu versprechen .

Der Politik hätte von Anfang an klar sein müssen , daß die Pharmaindustrie für diesen doch so kurz entwickelten Impfstoff in der Massenproduktion (!) weitaus mehr Zeit benötigt , als die Politik zu gewähren bereit war !

Es müssen schließlich nicht nur ein paar Millionen in Deutschland geimpft werden - sondern 440 Millionen in Europa und 7-8 Milliarden weltweit !
Und zwar mit doppelten Impfdosen !

Ob den Politikern und auch der Bevölkerung diese Dimensionen überhaupt bewußt sind ?

Den Herstellern nun gar fast in Richtung "Verschwörungstheorien" gehende Vorwürfe zu machen , ist seitens der Politik völlig unlauter !

Tatsache ist , daß das Durchimpfen sehr lamzge dauern wird und nicht bis September abgeschlossen sein wird !

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01.02.2021

Söders Kritik an der Versorgung mit Impfstoffen ist doch absolut nachvollziehbar. Europa muss besser werden. Bei der Effizienz der Strukturen und Abläufe gibt es erkennbar Luft nach oben.
Gerade die Verfechter einer starken Europäische Union sollten sich verständigen über Aufgaben und Ziele der EU, eine effiziente Organisation und notwendige Reformschritte. Es ist fünf vor zwölf!

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01.02.2021

"Söders Kritik an der Versorgung mit Impfstoffen ist doch absolut nachvollziehbar."

Dazu die FAZ:
„Ich bekenne mich zur sozialen Markwirtschaft“, sagte der CSU-Chef . . . Es gebe aber wegen der Corona-Pandemie eine Notlage,
die auf längere Sicht die Marktwirtschaft fundamental beschädigen könne.
„Deshalb sollte es eine Not-Impfstoffwirtschaft geben, in der der Staat klare Vorgaben macht. Wir brauchen also mehr Produktionskapazitäten und schnellere Genehmigungsverfahren.“

Da ist Söder uneingeschränkt zuzustimmen. Marktwirtschaft und Gesundheitswesen passen nicht zusammen.
Allein v. d. L. und die EU für das Debakel abzuwatschen ist etwas zu simpel.

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31.01.2021

Der wievielte Gipfel in Deutschland ist das denn schon? Haben wir die 1000 schon überschritten? :-)

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